Raus aus der Kohle: Startet die Energiewende!

Wir müssen aus der Infrastruktur für Kohle, Öl und Gas aussteigen und einen sicheren Umgang mit den Hinterlassenschaften der Atomenergie finden. Bis 2035 muss der Strom in Deutschland zu 100 Prozent erneuerbar sein.

Warum wir eine Energiewende brauchen

Um die Klimakrise abzuwenden, müssen wir aus der fossilen Infrastruktur aussteigen. Strom aus Atomkraft ist keine Alternative. Stattdessen braucht es einen sicheren Umgang mit den radioaktiven Nachwirkungen des Atomzeitalters. Unser Ziel ist es, die Stromproduktion innerhalb kürzester Zeit auf 100 Prozent erneuerbare Energie auszurichten. Die Politik darf nicht weiter auf Unternehmen aus dem letzten Jahrtausend setzen, vielmehr braucht es ein Wikipedia der Energieproduktion: Ein gemeinsam getragenes Projekt, das allen dient und zu dem jede*r beitragen kann.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss in die Hand von Bürger*innen, Kommunen, Stadtwerken und Genossenschaften gelegt werden. So wird aus der Energiewende ein Gemeinschaftsprojekt, bei denen viele Menschen mitgestalten und finanziell profitieren: sowohl durch den direkten Strombezug als auch finanziell durch Windenergie im Ort oder Solarstrom im Haus.

Unser Ziel ist es explizit, dass Menschen die aktuell noch nicht an diesem Gemeinschaftsprojekt mitwirken können, Teil dieser Bürger*innen-Energiebewegung werden können. Neben dem naturverträglichen Ausbau der Windenergie müssen wir daher endlich auch die Sonnenenergie umfänglich nutzen. So schützen wir nicht nur das Klima, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zu wirtschaftlich stabilen Kommunen und schaffen Arbeitsplätze.

Unsere Forderungen zur Energiewende

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Einen Ausstiegsplan aus der fossilen Energie vorlegen

Klimaneutralität bis 2040 bedeutet einen Kohleausstieg bis spätestens 2030 und einen Ausstieg aus fossilem Gas bis 2035. Bei der anstehenden Transformation ist die künftige Bundesregierung den Betroffenen in den Branchen und Regionen Verlässlichkeit und Planbarkeit schuldig. Die Bundesregierung muss daher innerhalb eines Jahres einen Ausstiegsplan aus der fossilen Infrastruktur vorlegen. Atomstromgewinnung ist kein Ersatz für Kohlestrom, sondern eine Gefahr für Mensch und Umwelt, angefangen vom Uranabbau bis zur ungeklärten Endlagerung.

Ökostrom im Einklang mit der Natur ausbauen

Wir brauchen eine Erhöhung des Ökostromanteils auf mindestens 80 Prozent bis 2030. Das bedeutet pro Jahr einen Zubau von mindestens 7 GW Windenergie an Land und eine Verdoppelung des Zubaus von Photovoltaik auf 10 GW. Zudem müssen wir den Endenergieverbrauch bis 2040 mindestens halbieren. Dazu braucht es neben Suffizienzmaßnahmen eine massive Energieeffizienzoffensive für private Haushalte, Kommunen und Unternehmen, angelehnt an den kostenlosen Stromsparcheck.

Bürger*innenenergie breit verankern

Wir fordern eine kostenfreie Gründungsunterstützung und Weiterbildungen zu dezentralen, naturverträglichen Energielösungen für Menschen in all ihrer Diversität, die bisher nicht Teil der Bürger*innen-Energiebewegung sind. Insbesondere gilt dies für Menschen, die bislang ökonomisch keinen Zugang hatten und für Frauen*.

Kommunen am Nutzen der naturverträglichen Energiewende beteiligen

Es braucht eine verpflichtende Regelung, die dafür sorgt, dass die angrenzenden Kommunen stärker von den bei ihnen errichteten Windkraftanlagen profitieren. Diese sollte auch auf bestehende Windenergieanlagen ausgeweitet werden.

Bürger*innenenergie naturverträglich ermöglichen - dezentral und für alle

Ausschreibungen müssen aufgehoben werden, mindestens für Projekte unter 18 Megawatt (MW) bei der Windenergie sowie für Photovoltaik-Projekte unter einem MW. Erzeuger-/Verbraucher*innen-Gemeinschaften müssen ermöglicht werden. Dazu braucht es ein Recht für den Kauf und Verkauf von regional erzeugtem erneuerbaren Strom in der Nachbarschaft sowie von lokalen Bürger*innenstromprodukten (Lieferung von Strom aus Wind- und Solaranlagen an Verbraucher*innen in unmittelbarer Umgebung). Es muss ein Recht auf Energy Sharing geschaffen werden, damit Direktlieferungen zwischen Teilnehmenden von erneuerbare Energie Gemeinschaften möglich werden. Zudem braucht es ein Recht auf den Betrieb gemeinschaftlicher Netze für erneuerbare Energie-Gemeinschaften. Um den dezentralen Ausbau zu unterstützen, muss ein Bonus für Bürger*innenenergieprojekte auf die Einspeisevergütung oder die Marktprämie nach französischem Vorbild eingeführt werden. Zudem fordern wir die Abschaffung aller regulatorischen Hürden und die Einführung wirksamer Anreize (keine EEG-Umlage, keine Stromsteuer und reduzierte Entgelte) sowie die Gleichstellung von individuellem Eigenverbrauch, gemeinschaftlichem Eigenverbrauch und Mieter*innenstrom. Die Pflicht zur Personenidentität muss aufgehoben werden.

Energie selber machen: Unsere Veranstaltung zur Bürger*innenenergie

Bürger*innenenergie ist ein wichtiger Baustein der Energiewende: Wenn Strom erneuerbar und vor Ort produziert und verbraucht wird, müssen weniger Stromtrassen gebaut werden. Wenn Macht, Geld und Entscheidungen in den Händen der Bürger*innen liegen, ist wahre Teilhabe am gesamtgesellschaftlichen Projekt Energiewende möglich. Wie das in der Praxis funktionieren kann, erfahren Sie im Mitschnitt unserer Online-Veranstaltung.

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Für den BUND ist der weitere ökologisch verträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien von zentraler Bedeutung für die künftige Energieversorgung. Nur, wenn die Erneuerbaren möglichst schnell einen großen Teil unserer Stromversorgung übernehmen, können wir auf Kohle- und Atomkraftwerke verzichten. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren ist neben Energiesparen und der deutlichen Steigerung der Energieeffizienz eine wichtige Voraussetzung, um ambitionierte Klimaschutzziele zu erreichen.

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