Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

OK

Machen Sie Ihren Wald zum Wildkatzenwald!

Viele unserer Wirtschaftswälder bieten anspruchsvolleren Wildtieren wie der Europäischen Wildkatze nur wenig Raum zum Leben: zu monoton, zu eintönig. Die Wildkatze liebt abwech­slungsreiche, naturnahe Laub- und Mischwälder mit Baumhöhlen, Totholz­haufen, Felsen, strukturreichen Waldrändern, kleinen eingestreuten Wiesen oder Bachtälern. Zur sicheren Aufzucht ihrer Jungen und zum Ausruhen am Tage braucht sie Verstecke. Wiesen in und am Wald, Windwurfflächen und Lichtungen nutzt sie besonders gern zur Jagd auf Mäuse – ihrer bevorzugten Beute.

Europäische Wildkatze; Foto: Thomas Stephan / BUND  (Thomas Stephan / BUND)

Die allermeisten Wälder in Deutschland werden bewirtschaftet, deswegen haben die Wirtschaftswälder für das Überleben der Wildkatze eine große Bedeutung. Mit nur wenigen, überschaubaren Maßnahmen können wir ihr hier helfen. Und wo sich die Wildkatze wohlfühlt, finden auch andere seltene Tiere einen Lebensraum. Das können Sie tun:

Schaffen Sie Wurf- und Tagesverstecke für die Wildkatze

  • Lassen Sie Totholz, hohles Stammholz und umgestürzte Wurzelteller liegen.
  • Errichten Sie Kronenwälle, Reisighaufen und dauerhafte Holzpolter.
  • Schonen Sie alte Bäume mit Höhlen und alte Laubwaldbestände.
  • Überlassen Sie Windwurfflächen der natürlichen Sukzession. Wenn dies nicht möglich ist, beräumen sie Sie nur teilweise und außerhalb des Zeitraums, in dem Wildkatzen ihre Jungen aufziehen (1. März bis 31. August). Wildkatzen nutzen diese reich strukturierten Windwurfflächen nämlich sehr intensiv.
  • Lassen Sie Ihren Wald nach Naturland- oder FSC-Richtlinien zertifizieren. Mit dieser Bewirtschaftungsform schaffen Sie die Voraussetzung für eine naturnahe und wildkatzenfreundliche Waldwirtschaft.

Wildkatzen nehmen sogenannte Wurfboxen oft nicht an. Sie stellen keine nachhaltige Lösung dar und sind als alleiniger Ersatz für natürliche Strukturen nicht geeignet.

Vermindern Sie Störungen oder gar Verluste in Wildkatzengebieten!

  • Lassen Sie Holzpolter entweder sofort oder erst nach der Zeit der Jungenaufzucht abtransportiert. Wildkatzen bringen in Holzpoltern gerne ihren Nachwuchs zur Welt. Leider werden junge Wildkatzen beim Abtransport der Stämme immer wieder zerdrückt.
  • Vermeiden Sie größere Holzfällarbeiten oder Arbeiten mit schwerem Gerät in wertvollen Lebensräumen in der Zeit der Jungenaufzucht.
  • Brennholzsammler*innen (Selbstwerber*innen) sollten nicht nach dem 1. März, hauptsächlich in jüngeren Beständen und nur in begrenztem Rahmen Brennholz sammeln.
  • In Knotengitterzäunen können Wildkatzen mit den Krallen hängen bleiben und verenden. Alte Zäune sollten deswegen aus dem Wald entfernt werden und – wenn möglich – andere Zauntypen verwendet werden.

Indem Sie Waldwiesen und Bachtäler pflegen, in sensiblen Gebieten die Wege zurückbauen und strukturreiche Waldränder schaffen, können Sie ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Wildkatzenschutz leisten.

Publikationen zum Thema

Die Wildkatze auf Facebook

"Gefällt mir"!

Zentrale Ansprechpartner*innen

Christiane Bohn

Projektleitung
E-Mail schreiben Tel.: (030) 2 75 86-496

Andrea Andersen

Freiwilligenmanagement
E-Mail schreiben Tel.: (030) 2 75 86-542

Jenny Therese Kupfer

Medienkoordination
E-Mail schreiben Tel.: (030) 2 75 86-544

Friederike Scholz

Koordination Facharbeit
E-Mail schreiben Tel.: (030) 2 75 86-566

Thomas Mölich

Wissenschaftliche Leitung Rettungsnetz Wildkatze
Hütscheroda (Thüringen) E-Mail schreiben Tel.: (03 62 54) 87 92 50 Mobil: 0170 / 3 07 25 40

BUND-Bestellkorb