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Willkommen im Wildkatzen-Fachbereich!

Was ist eine europäische Wildkatze? Wo kommt sie überhaupt her oder von wem stammt sie ab? Wie gefährdet ist sie und warum? Was können wir für ihren Schutz und ihr Überleben tun?

Um eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten, hat unsere Wildkatzenexpertin Christine Thiel-Bender den aktuellen Stand der Forschung detailliert aufgearbeitet. Informationen zum Raumnutzungs- und Wanderverhalten werden ergänzt durch neuste Erkenntnisse der Genetik. Auf dieser Basis werden der Schutzstatus sowie die wissenschaftlichen Grundlagen der Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Wildkatze, wie die Etablierung von Wildtierkorridoren oder Querungshilfen, ausführlich beschrieben. Quellenangaben und eine Literaturliste vervollständigen diese Wissenssammlung.

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Schutzstatus

Die Europäische Wildkatze unterliegt auf internationaler und europäischer Ebene sowie auf Bundes- und Länderebene unterschiedlichen Schutzkategorien.

Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) bewertet Felis silvestris silvestris in ihrer Roten Liste der gefährdeten Arten – zusammen mit anderen Wildkatzenunterarten – als "nicht gefährdet" (least concern). Gleichwohl wird ein negativer Populationstrend erkannt.

In der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), einer Naturschutzverordnung der Europäischen Union, wird die Europäische Wildkatze in Anhang IV aufgeführt. Damit steht die Art unter besonderem Rechtsschutz der EU, weil sie als selten und schützenswert eingeordnet wird. Es gelten Zugriffs- und Störverbote sowie Besitz- und Vermarktungsverbote. Konkret bedeutet dies, dass ihre "Lebensstätten" nicht beschädigt oder zerstört werden dürfen, und dass eine Störung der Lebensräume vermieden werden sollte; ferner herrscht ein absolutes Tötungsverbot. Diese Artenschutzgesetze gelten nicht nur in dem Schutzgebietsnetz der EU, sondern für ganz Europa. Darüber hinaus wird die Wildkatze in der Berner Konvention von 1979, einem Übereinkommen zur Erhaltung der europäischen, wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, in Anhang II als streng geschützte Art gelistet.

Ähnlich der Einordnung auf europäischer Ebene wird die Wildkatze auch im deutschen Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zur besonders geschützten bzw. streng geschützten Art erklärt. Inhaltlich übernommen wurden die Regularien der FFH-Richtlinie in § 44 Abs. 1 und Abs. 2 des BNatSchG. Verstöße gegen die damit einhergehenden Verbote können als Ordnungswidrigkeiten oder auch als Straftaten verfolgt werden. Angelehnt an die Rote Liste der IUCN wird auch in Deutschland eine nationale Rote Liste vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegeben. Aktuell gilt die seit 2009 erscheinende, auf sechs Bände angelegte "Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands". In dieser wird Felis silvestris silvestris als "gefährdet" eingestuft.

Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) bestimmt in Deutschland die jagdbaren Tierarten und enthält Vorschriften zur Jagdausübung. Dort ist die Europäische Wildkatze als jagdbare Art aufgeführt, steht jedoch unter ganzjähriger Schonzeit. Ihre Einstufung als jagdbare Tierart, sogenanntes "Wild", hat dazu geführt, dass die Wildkatze in die Verantwortung des jeweiligen Revierinhabers gestellt wurde. Beispielsweise dürfen verunfallte Katzen nicht einfach eingesammelt und mitgenommen werden; ein solches Verhalten gilt als Wilderei. Zugleich unterliegt die Wildkatze mit der Einordnung als "Wild" per Gesetz der sogenannten "Hegepflicht". Gemeint ist damit, dass der Jäger einen den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten, artenreichen und gesunden Wildbestand erhalten sowie die Lebensgrundlagen dieser Art pflegen und gewährleisten muss. Bezogen auf die Wildkatze kann dies etwa bedeuten, dass geeignete Deckungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Über die vorgenannten Dokumente und Gesetzestexte hinausgehend führen die Bundesländer eigene Rote Listen, welche von den zuständigen Ministerien oder Landesbehörden veröffentlicht werden. Dort wird die Wildkatze in der Regel – falls überhaupt berücksichtigt – als "gefährdet" eingestuft. Auch das BJagdG wird durch die einzelnen Bundesländer ergänzt bzw. modifiziert. Die so entstanden Landesjagdgesetze listen die Wildkatze ebenfalls als jagdbare Art mit ganzjähriger Schonzeit. Allein das Land Nordrhein-Westfalen hat seit 2015 Felis silvestris silvestris aus der Liste der jagdbaren Arten gestrichen.

Referenzen

Raumnutzung, Wanderverhalten und Telemetrie

Den typischen Lebensraum einer Wildkatze in Mitteleuropa bilden die großen Waldgebiete der Mittelgebirge. Dort sind es vor allem Strukturen wie Totholzansammlungen, Wurzelteller, trockene Höhlen, Tierbaue oder Bodenmulden, Dickichte, Naturverjüngungen und junge Fichtenkulturen sowie alte Bunkeranlagen, welche als Ruhe- oder Wurfplätze genutzt werden (BÜTTNER et al. 2003, MÖLICH & KLAUS 2003, HUPE et al. 2004, GÖTZ & ROTH 2007, HÖTZEL et al. 2007). Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Streifgebietes ist der Offenanteil innerhalb oder am Rand des Waldes. Dazu gehören Wiesen, Felder, Windwurfflächen, Lichtungen, steinige Halden und Waldrandsäume (HERRMANN & KNAPP 2007, HÖTZEL et al. 2007). Diese Habitate dienen vor allem der Nahrungssuche.

Die Wildkatze ist eine scheue Bewohnerin unserer Wälder. Aus diesem Grund erscheint es fast unmöglich ihre Lebensraumnutzung ohne die vielfach bewährte Methode des Telemetrierens zu untersuchen. Sichtbeobachtungen und Spurensuche werden als probate Hilfsmittel eingesetzt, können Fragen nach der Streifgebietsgröße oder der Habitatnutzung aber nicht hinreichend beantworten. So ist die Radio- und GPS-Telemetrie bis heute ein erfolgreiches Instrument, das den Freiland-Biologen eine verhältnismäßig exakte Standortbestimmung von besenderten Tiere erlaubt. Dies gilt selbst bei Nacht und in besonders unübersichtlichen Lebensräumen (KENWARD 1987, WHITE & GARROTT 1990). Zugleich stellt sie eine weitgehend störungsfreie Untersuchungsmethode an freilebenden, wilden Tieren dar.

Zur Berechnung der Streifgebietsgröße eines Tieres wurde in den vergangenen 60 Jahren eine Vielzahl an Methoden entwickelt. Das Minimum-Convex-Polygon (MCP) ist die wohl am häufigsten angewendete Methode. Hierbei werden die äußeren Punkte aller Peilungen miteinander verbunden. Es entsteht das kleinstmögliche konvexe Polygon, welches alle Peilungen in sich vereint. Auf diese Weise kann die Größe eines Streifgebiets bestimmt werden. Nachteilig ist allerdings, dass mit dieser eher simplen Methode keine Aussage über die Nutzung der Bereiche innerhalb der Streifgebiete zu treffen ist. Sie ist unabhängig von den Bewegungen der Tiere wie auch von der statistischen Verteilung der Datenpunkte. Darüber hinaus werden, durch das einfache Verbinden der Außenpunkte, unbestätigte Bereiche mit eingeschlossen, wodurch sich das Streifgebiet unverhältnismäßig vergrößert (GIRARD et al. 2002, THIEL 2004).

Die Streifgebiete der Wildkatzen sind je nach Geschlecht unterschiedlich groß. Telemetrische Studien innerhalb Deutschlands ergaben eine Streifgebietsgröße von 200 bis 2000 ha für weibliche Katzen; die Streifgebiete der Kuder (männliche Wildkatzen) dagegen umfassen 1000 bis 5000 ha (GÄRTNER & NORGALL 2008, HÖTZEL et al. 2007, TRINZEN 2006, HUPE 2002, WITTMER 1998). Jungkuder können auf der Suche nach einem passenden Revier auch ein weitaus größeres Gebiet besiedeln (HUPE 2002). Einschlägige Fachtexte und ältere Studien zur Wildkatze deuten darauf hin, dass sie ihr Streifgebiet entlang der Jahreszeiten verlagern kann (HÖTZEL et al. 2007, PIECHOCKI 1990, RAGNI 1978). Dies tut sie zum einen, um den extremen Klimabedingungen zu entfliehen (RAGNI 1978). Zum anderen vergrößert sich das Streifgebiet einer Wildkatze kurzzeitig während der Ranzzeit (STEFFEN 2003, WITTMER 1998). Darüber hinaus lässt sich festhalten, dass Streifgebietsgrößen – abhängig von Lebensraum, Beuteangebot und Populationsdichte – variieren können.

Die Varianz der Streifgebietsgröße von Weibchen führt HUPE (2002) auf das Alter der beforschten Weibchen zurück. Er stellte fest, dass die Streifgebiet der Kätzinnen mit steigendem Alter an Größe zunehmen. KLAR (2003) und THIEL (2004) konnten die Ergebnisse von HUPE (2002) nicht untermauern. Zudem ermittelten KLAR (2003) und THIEL (2004) größere Streifgebiete bei jenen Weibchen, die wenige Waldrandgebiete und große Bereiche geschlossenen Waldes bewohnen.

Die Streifgebiete von Kudern und Weibchen beinhalten Bereiche, die sie mit anderen Wildkatzen gleichen Geschlechts teilten; selbst Ruheplätze werden abwechselnd genutzt (BÜTTNER et al. 2003, THIEL 2004). HÖTZEL et al. (2007) fanden eine Überschneidung von bis zu 80% der Streifgebiete der Kuder bzw. von bis zu 60% der Weibchen. Auch GÖTZ & ROTH (2007), HUPE et al. (2004) und WITTMER (1998) fanden erhebliche Überschneidungen, unter anderem bis zu 100%, innerhalb gleichgeschlechtlicher Streifgebiete vor. Ein Jagen der Kuder untereinander oder mit einem anderen Weibchen auf derselben Weide, mit etwa 100 m bis 400 m Abstand, konnte THIEL (2004) als seltenes Ereignis eruieren; welches dennoch öfter vorkommt als zuvor angenommen. STEFFEN (2003) beschreibt ähnliche Begebenheiten der gemeinsamen Nutzung eines Gebietes zweier Wildkatzen zum selben Zeitpunkt.

Bei ihren Wanderungen orientiert sich die Wildkatze vorwiegend entlang linearer Lebensraumelemente (Gehölzsäume, Bäche, Waldauen etc.) oder bleibt im Wald, während sie deckungsarmes Agrarland weitgehend meidet (KLAR 2007).

Die Wildkatze zeigt eine starke Waldgebundenheit (HUPE et al. 2004, GÖTZ & ROTH 2007). Nach MÖLICH & KLAUS (2003) stellt das Überwinden einer ausgeräumten Offenlandfläche mit eine Länge von 200 m bereits eine gravierende Barriere dar. Auch werden Flächen des Offenlandes erst ab einem Verbuschungsgrad von 30% angenommen (MÖLICH & KLAUS 2003). THIEL (2004) wies Wildkatzen bis 1 km vom Waldrand entfernt nach, allerdings nur dann, wenn Waldstücke (< 1 ha groß) dazwischen lagen. Von KLAR (2003) telemetrierte Wildkatzen hielten sich meist nicht weiter als 300 m von der nächsten Deckung auf. In der Studie von GÖTZ & ROTH (2007) konnte ein Kuder ebenfalls 1 km vom nächsten Waldbiotop lokalisiert werden, und ein Weibchen hielt sich sogar bevorzugt auf Freiflächen auf. Bei dem Kuder mit dem Namen "Löwenherz", der von MENZEL (2011) telemetriert wurde, konnte zu keiner Zeit eine Einhaltung einer "kritischen Distanz zum Waldrand" festgestellt werden. Dagegen wurde gezeigt, dass sein Streifgebiet weiträumige Bereiche des Offenlandes umfasst. Auch Totfunde konnten bis zu 7,5 km entfernt von der nächsten Waldstruktur registriert werden (MÖLICH & KLAUS 2003, GÖTZ & ROTH 2007).

Trotz der hohen Waldgebundenheit scheint es individuell stark ausgeprägte Nutzungstendenzen des Offenlands zu geben. Dies könnte vor allem für die Verbindung von Habitaten durch Korridore und für die Schaffung einer grünen Infrastruktur von Bedeutung sein.

Referenzen

  • BÜTTNER, I., KUCKELKORN, K.-H. & M. TRINZEN (2003): Der kleine "Eifeltiger" hat überlebt. Die Pirsch 3: 8-11.
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  • GIRARD, I., OUELLET, J.-P., COURTOIS, R., DUSSAULT, C. & L. BRETON (2002): Effects of Sampling Effort Based on GPS Telemetry on Home Range Size Estimations. Journal of Wildlife Management 66 (4): 1290-1300.
  • GÖTZ, M. & ROTH, M. (2007): Verbreitung der Wildkatze (Felis s. silvestris) in Sachsen-Anhalt und ihre Aktionsräume im Südharz. Beiträge zur Jagd- und Wildforschung, Band 32: 437-448.
  • HERRMANN, M. & J. KNAPP (2007): Artenschutzprogramm Wildkatze im Saarland. Öko-Log Institut im Auftrag des Ministeriums für Umwelt.
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  • HUPE, K. (2002): Die Wildkatze – Wild ohne Lobby? : einem Waldgeist auf der Spur. Wild und Hund 10: 17-22.
  • HUPE, K., POTT-DÖRFER, B. & M. GÖTZ (2004): Nutzung autobahnnaher Habitate im Bereich der BAB 7 nördlich von Seesen durch die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) unter dem Aspekt der Lebensraumzerschneidung. Inform. d. Naturschutz Niedersachs. 24, Nr. 6: 267-277.
  • DIETZ, M., SIMON O. & K.BÖGELSACK (2012): Vorkommen und Raumnutzung der Wildkatze (Felis silvestris silvestris) im Zuge des Ausbaus der B 508 / B 62 mit Ortsumgehungen zwischen Kreuztal und Erndtebrück im Rothaargebirge (NRW).Institut für Tierökologie und Naturbildung.
  • KENWARD, R. E. (1987): Wildlife radio tagging: equipment, filed techniques and analysis. Academic Press: London.
  • KLAR, N. (2003): Windwurfflächen und Bachtäler: Habitatpräferenzen von Wildkatzen (Felis silvestris silvestris) in der Eifel. Diplomarbeit an der Freien Universität Berlin (unveröffentl.).
  • KLAR, N. (2007): Der Wildkatze könnte geholfen werden – das Beispiel eines Wildkorridorsystems für Rheinland-Pfalz. In: Leitschuh-Fecht, H. & Holm, P. (Hrsg.): Lebensräume schaffen – Artenschutz im Verkehrsnetz, Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr, Ilsede. 115-128.
  • MENZEL, S. (2011): Raumnutzung eines Wildkatzenkuders (Felis silvestris silvestris) im Weinbergsgebiet zwischen Pfälzerwald und Rheinebene, Lehrstuhl für Umweltbiologie und Chemodynamik, Institut für Umweltforschung. RWTH Universität Aachen, Diplomarbeit.
  • MÖLICH, T. & S. KLAUS (2003): Die Wildkatze (Felis silvestris) in Thüringen. Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 40, Heft 4: 109-135.
  • PIECHOCKI, R. (1990): Die Wildkatze (Felis silvestris). Die Neue Brehm- Bücherei 189. Ziemsen Verlag, Wittenberg.
  • RAGNI, B. (1978): Observations on the ecology and behaviour of the wild cat (Felis silvestris Schreber, 1777) in Italy. Carnivore Genetics Newsletters, 3: 270-274.
  • STEFFEN, C. (2003): Räumliche Organisation von Wildkatzen in der Kyllburger Waldeifel. Diplomarbeit an der Universität Kaiserslautern (unveröffentl.).
  • THIEL, C. (2004): Streifgebiete und Schwerpunkte der Raumnutzung von Felis silvestris silvestris (Schreber 1777) in der Nordeifel. Eine Telemetriestudie. Dipl.-Arb., Univ. Bonn. www.carnivoreconservation.org/files/thesis/thiel_2004_msc.pdf
  • TRINZEN, M. (2006): Zur Ökologie der Wildkatze Felis silvestris in der Nordeifel, LÖBF Mitteilungen 2: 2-5.
  • WHITE, G.C. & R.A. GARROTT (1990): Analysis of wildlife radio-tracking data. Academic Press: New York.
  • WITTMER, H. U. (1998): Radiotelemetrie und GIS Analysen zum Aktivitätsmuster von Felis silvestris silvestris im nördlichen Saarland. Diplomarbeit an der Universität des Saarlandes (unveröffentl.). 
Wildtierkorridore

Unsere Kulturlandschaft ist durch den hohen Flächenverbrauch und die zunehmende Dichte des Straßennetzes zunehmend zerschnitten.  Die Zerschneidung führt zu Unterbrechungen von Wildtierwanderkorridoren und damit zur  Beeinträchtigung der notwendigen Raumansprüche großflächig wandernder Arten (ROGER et al. 2011).

Aber auch ausgeräumte Agrarlandschaften können Hindernisse für solche Tierarten darstellen. Dies zeigen Studien an Wildkatze und Rotwild ganz deutlich (NITZE & ROTH 2003, HÖTZEL et al. 2007). HERMANN & KLAR (2007) sowie THIEL (2004) ermittelten, dass Wildkatzen eine Maximaldistanz von 500 bzw. 1000 m zwischen Trittsteinbiotopen (meist Waldstücke mit einer Größe von 0,5-1 ha) in ansonsten ausgeräumten Offenflächen überwinden können. Ohne diese Trittsteinbiotope bewegen sich Wildkatzen nur bis zu 200 m weit vom Waldrand weg (GARNIEL & MIERWALD 2013, MÖLICH & KLAUS 2003). Erst ab einem Verbuschungsgrad von 30% werden Flächen des Offenlandes angenommen (MÖLICH & KLAUS 2003).

Neben Querungshilfen können Wildtierkorridore dem Problem der Lebensraumzerschneidung und dem daraus resultierenden, inselartigen Vorkommen einen Art entgegenwirken. Es wird zwischen unterschiedlichen Typen von Korridoren unterschieden: groß angelegte Korridorstreifen, Leitstrukturen wie Feldrandgehölze und natürlich bewachsene Bachtäler sowie inselartige Trittsteine mit Deckungsfunktion wie etwa Wald- und Gehölzinseln.

Wissenschaftlich wird die Forderung nach einer Lebensraumvernetzung unter anderem durch die Metapopulationstheorie gestützt. Demgemäß ist die Metapopulation in Form mehrerer Subpopulationen inselartig in der Landschaft verteilt. Diese Inseln sind so weit voneinander entfernt, dass jede Population ihre eigene Dynamik entwickeln kann. Durch Wanderaktivitäten von Individuen befinden sich die einzelnen Subpopulationen dennoch zuweilen im Austausch (HANSKI & GILPIN 1991). Der gelegentliche Individuentausch ist dabei maßgeblich für die Überlebensfähigkeit der Metapopulation verantwortlich. In unserer stark fragmentierten Kulturlandschaft mit ihren unüberwindbaren Barrieren in Form von Straßen oder ausgeräumten Landschaften ist die Metapopulation – in vorliegenden Fall die der Wildkatze – zunehmend gefährdet. Maßnahmen zur Verminderung der Landschaftsfragmentierung sind heutzutage auf europäischer und nationaler Ebene gesetzlich festgeschrieben und werden auch in Richtlinien wie NATURA 2000 oder der Fauna-Flora-Habitat umgesetzt.

Auch der BUND will der Lebensraumfragmentierung entgegenwirken und der Bundesregierung in Sachen Waldbiotopverbund mit gutem Beispiel vorangehen. Bei der Waldvernetzung orientiert er sich an den Ansprüchen von Felis silvestris silvestris. Dabei dient die Wildkatze als Leittierart und steht für alle waldgebundenen Arten, wie etwa Baummarder, Fledermaus, Haselmaus und Rotwild. Das aktuelle Projekt "Wildkatzensprung" des BUND, welches aus den Erfahrungen des Projekts "Rettungsnetz Wildkatze" entstanden ist, läuft in zehn Bundesländer. In Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen finden dabei konkrete Korridorprojekte statt.

Für die Wildkatze wurde ein Modell über die Lage notwendiger Korridoren zur Verbindung der Subpopulationen erstellt (MÜLLER et al. 2003, KLAR et al. 2008). Bundesweit ist dies mit dem "Wildkatzenwegeplan" durch KLAR et al. 2008 geschehen. Dieses Korridormodell ist auf einer interaktiven Plattform online unter www.wildkatzenwegeplan.de verfügbar.

Die deutschlandweit wichtigsten Korridore zwischen den noch vorhandenen Wildkatzenpopulationen, die es zu erhalten gilt, bilden:

a) zwei Nord-Süd-Achsen:
1. Nord-Südost-Achse: Lüneburger Heide – Harz – Hainich – Thüringer Wald – Oberpfälzer Wald – Bayerischer Wald
2. Westliche Nord-Süd-Achse: Eifel – Hunsrück – Pfälzerwald Schwarzwald
b) drei Südwest-Nordost-Achsen:
3. Eifel – Westerwald – Rothaargebirge – Solling – Harz
4. Hunsrück – Taunus – Vogelsberg – Kellerwald – Hainich
5. Pfälzerwald – Odenwald – Spessart – Rhön – Thüringer Wald

Die fünf vorgenannten Korridore sind ihrer hohen Bedeutung gemäß zuerst umzusetzen. Das erste Korridorprojekt bildete das Verbindungsstück Nationalpark Hainich – Naturpark (MÖLICH & VOGEL 2007). Im November 2007 wurden die ersten von rund 20.000 Bäumen und Büschen für den Katzen-Wanderweg gepflanzt. Der zweite Korridor zwischen dem Bienwald und dem Pfälzer Wald wurde durch HERMANN et al. (2008) untersucht. Dieser wurde vor allem von Trittsteinbiotopen, bestehend aus kleinen Gehölzen und Staudenfluren, gestellt. Der BUND unterstützte in den Folgejahren nicht nur den Ausbau dieses Korridors, sondern wurde ebenfalls in vielen anderen Projektregionen aktiv.

Die Gestaltung der Korridore wurde auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse erarbeitet. Demnach besitzt ein idealer Korridor eine Breite von mindestens 50 m; in seiner Mitte befindet sich ein Baumanteil, die Ränder bestehen aus einem Hecken- und Waldsaumbereich. So können diese neu geschaffenen Landschaftselemente der Wildkatze zum einen Sichtschutz und Ruheplätze, zum anderen – insbesondere in den offeneren Randbereichen – adäquate Jagdmöglichkeiten bieten. Die skizzierten Korridore werden von Wildkatzen nachweislich angenommen (MÖLICH & VOGEL 2012).

Darüber hinaus beschreibt KLAR (2010) natürlich gewachsene lineare Strukturen wie Gehölzhecken oder dicht bewachsene Gewässerzüge als geeignete Korridore, die es für die Ausbreitung der Wildkatzen zu erhalten und zu fördern gilt. SIMON (2007) listet Feldgehölze (mit einer Größe von 1-4 ha), Streuobstwiesen, Hecken, Fließgewässersäume, Sukzessionsflächen, Feldwegraine und extensiv genutzte Wiesen als wichtige Leitstrukturen auf.

Die Schaffung dieser wichtigen Waldverbund-Korridore kann nur in Zusammenarbeit verschiedener Akteure realisiert werden. In dem Projekt kann sich der BUND auf seine Partner aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Straßenbau und Politik sowie auf eine Vielzahl ehrenamtlicher Helfer verlassen. Nur eine groß angelegte Kooperation kann den dauerhaften Erhalt und die Pflege der errichteten Korridore gewährleisten.

Referenzen

  • GARNIEL, A. & U. MIERWALD (2013): Monitoring und Risikomanagement im Hinblick auf die Wildkatze im Bereich der A 44 VKE 40.1 und VKE 40.2. Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.
  • HANSKI, I. & M. GILPIN (1991): Metapopulation dynamics: brief history and conceptual domain. Biological Journal of the Linnean Society 42: 413-430.
  • HERRMANN, M. & N. KLAR (2007): Wirkungsuntersuchung zum Bau eines wildkatzensicheren Wildschutzzaunes im Zuge des Neubaus der BAB A 60, Bittburg - Wittlich. Koblenz: Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz.
  • HERRMANN M., GRÄSER P., FEHLING S., KNAPP J. & N. KLAR (2008): Die Wildkatze im Bienwald. Eine Studie im Auftrag der Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße, Öko-log, IUS Weibel & Ness.
  • HÖTZEL, M., KLAR, N., SCHRÖDER, S., STEFFEN, C. & C. THIEL (2007): Die Wildkatze in der Eifel. Habitate, Ressourcen, Streifgebiete. Ökologie der Säugetiere Band 5.
  • HOLDEREGGER, R. & M. DI GIULIO (2010): The genetic effects of roads: A review of empirical evidence. Basic and Applied Ecology 11: 522-531. www.naturumweltwissen.ch/webpdfs/holderegger_digiulio_2010.pdf
  • KLAR, N., FERNÁNDEZ, N., KRAMER-SCHADT, S., HERRMANN, M., TRINZEN, M., BÜTTNER, I. & C. NIEMITZ (2008): Habitat selection models for European wildcat conservation. Biological Conservation 141: 308-319.
  • KLAR, N. (2010): Lebensraumzerschneidung und Wiedervernetzung - Ein Schutzkonzept für die Wildkatze in Deutschland. Freie Universität Berlin. Dissertation. www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000008292/Diss_Klar_2010.pdf
  • NITZE, M. & M. ROTH (2003): Space use of red deer in the ore mountain – Congress of Mammology and Wildlife Biology at the Natural History Museum of Bern. Abstracts: 49.
  • MÖLICH, T. & S. KLAUS (2003): Die Wildkatze (Felis silvestris) in Thüringen. Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 40, Heft 4: 109-135.
  • MÖLICH, T. & B. VOGEL (2007): Best Practices for Implementing Biotope Networks in Highly Fragment Landscapes: The Safety Net for the European Wildcat. Proceedings of the 2013 International Conference on Ecology and Transportation (ICOET 2013).
  • MÖLICH, T. & B. VOGEL (2007): Wie ein Brückenschlag für die Wildkatze gelang. In: Leitschuh-Fecht, H., Holm, P. (Hrsg.): Lebensräume schaffen. Artenschutz im Verkehrsnetz. Umwelt und Verkehr 5 Haupt, Bern, S. 129-138.
  • MÜLLER, U., STREIN, M. & R. SUCHANT (2003): Wildtierkorridore in Baden-Württemberg. BERICHTE FREIBURGER FORSTLICHE FORSCHUNG, Heft 48. www.fva-bw.de/publikationen/fff_bericht/fff_h_48.pdf
  • ROGER et al. (2011): Road impacts a tipping point for wildlife populations in threatened landscapes. Population Ecology 53(1): 215-227.
  • SIMON, O. (2007): Wildkatzen-Wegeplan Hessen – Biotopverbundkonzept für die Wildkatze (Felis silvestris silvestris) in Hessen im Rahmen des BUND-Projektes "Ein Rettungsnetz für die Wildkatze". BUND Hessen, Frankfurt.
  • THIEL, C. (2004): Streifgebiete und Schwerpunkte der Raumnutzung von Felis silvestris silvestris (Schreber 1777) in der Nordeifel. Eine Telemetriestudie. Dipl.-Arb., Univ. Bonn. www.carnivoreconservation.org/files/thesis/thiel_2004_msc.pdf
Wildkatzenwegeplan

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt das Thema der Landschaftsfragmentierung die Wissenschaft. Dieses gravierende Umweltproblem konnte bis heute jedoch nicht zufriedenstellend gelöst werden (VOGEL et al. 2009). Insbesondere durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und die Zunahme von Siedlungsflächen erfolgt in zunehmendem Maße eine Zerschneidung von Landschaften. Als Antwort auf den Bundesverkehrswegeplan der Regierung von 2003 beschrieb das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 2004 das Konzept der "Lebensraumkorridore für Mensch und Natur". Dieser länderübergreifende Entwurf umfasst vier Typen von Lebensraumkorridoren, welche an das Gesamteuropäische Ökologische Netzwerk anknüpfen.  In seinem "Bundeswildwegeplan" hat der NABU 125 Konfliktpunkte identifiziert, an denen Hauptwanderwege von Wildtieren durch Verkehrswege des Bundes zerschnitten werden (HERRMANN et al. 2007). Infolge dieser Erarbeitungen von Korridormodellen und Konfliktpunktanalysen hat die Bundesregierung eine Broschüre zur Entschneidung von Verkehrstrassen herausgegeben (GEORGII & WOTSCHIKOWSKY 2008). Einzelne Bundesländer haben ähnliche Analysen durchgeführt, darunter Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Würtemberg und Nordrhein-Westfalen. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise wurde 2012 die "Konzeption zur Entschneidung der Landschaft" durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz beschrieben. Zugunsten der "Grünen Infrastruktur", einem über die Bundesgrenzen hinausgehenden ökologischen Netzwerk von Wildtierkorridoren als Gegenmaßnahme zur Landschaftsfragmentierung, wurden ebenfalls verschiedene Konzepte entwickelt: Der "Generalwildwegeplan (GWP)" ist eine in erster Linie waldbezogene Fachplanung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahr 2010. Bereits 2004 entstand das Verbändevorhaben des Bundesamts für Naturschutz und des Deutschen Jagdverbands mit dem Titel "Lebensraumkorridore für Mensch und Natur". Dieses Vorhaben besteht als Grobskizze und soll der Entwicklung eines Netzes bundesweit bedeutsamer Lebensraumkorridore dienen.

Der BUND forderte von den Umweltministerien auf Bund- und Länderebene schon früh die Einrichtung eines Wegenetzes für wandernde Tierarten und damit die Realisierung einer "Grünen Infrastruktur". Solche Verbindungen von Lebensräumen wandernder Tiere sind bereits in europäischen und deutschen Gesetzen festgeschrieben. Exemplarisch genannt sei die Schaffung eines nationalen Verbundes mittels Korridoren als Teil der Umsetzung des Auftrages aus den §§ 2, 3 und 14 des BNatSchG. Auch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die NATURA 2000-Gebiete sollen die Errichtung eines europäischen Netzwerks von Schutzgebieten fördern, welches über Korridore die biologische Vielfalt und die Funktionalität der Landschaft als Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen sichert.

Seit 2004 engagierte sich der BUND mit seinem Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" für die Vernetzung der Lebensräume von Felis silvestris silvestris. Nachdem die Landesverbände des BUND Thüringen, Hessen und der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) das Projekt erfolgreich gestartet hatten, folgte 2007 die Erstellung des Wildkatzenwegeplans (KLAR et al. 2008). Ergebnis dessen ist eine Karte vernetzter Wildkatzenlebensräume in Deutschland. Dieses Korridormodell ist auf einer interaktiven Plattform online unter www.wildkatzenwegeplan.de verfügbar.

Bei der Modellierung des Wildkatzenwegeplans ging es um die bundesweite Vernetzung von bestehenden Wildkatzenvorkommen und den mehr als 500 km² großen, potenziell geeigneten Lebensräumen. Für die Modellierung der Wildkatzenwege wurden detaillierte Landnutzungskarten (CORINE) und ein Habitatmodell zusammengeführt. Dieses Habitatmodell wurde auf Grundlage von Ergebnissen einer Wildkatzen-Telemetrie-Studie in der Eifel – bestehend aus mehr als 10.000 Einzelortungen – entwickelt. Errechnet wurden die Wildkatzenwege durch sogenannte Cost-Distance-Analysen. Mit Hilfe dieses Analyseinstruments kann die günstigste Verbindung zwischen einem Start- und einem Zielpunkt ermittelt werden. Im Vorfeld werden auf Basis eines Raster-Datensatzes der Landschaft Widerstandswerte zugewiesen. Der Vorteil eines solchen Modells besteht darin, dass eine Beurteilung der Lebensraumeignung auch in Gegenden erfolgen kann, aus denen keine detaillierten Beobachtungsdaten vorliegen (TRINZEN 2010). Die vom Computer ermittelten Widerstandswerte beschreiben die "Kosten" (etwa in Form von Energieaufwand) die bei der Querung eines Landnutzungstyps (hier einer Rasterzelle) entstehen (VOGEL et al.2009). Bevorzugte Habitate sind leichter zu querende Rasterzellen als gemiedene Lebensräume, wie zum Beispiel geräumte Agrarflächen (KLAR et al. 2008). Aus den kumulierten Kosten ergibt sich dann der "günstigste Weg" von einem Start- zu einem Zielpunkt. Die einzelnen Aufenthaltspunkte der Katzen wurden unter Verwendung logistischer Regression mit Zufallspunkten in Bezug auf ihre Lage in der Landschaft verglichen. Als Landschaftsvariablen dienten die Entfernungen zum Wald, zum Waldrand, zu Siedlungen, zu Einzelhäusern, zu Straßen, zu Wiesen und zu linearen Gewässern. Durch eine logistische Gleichung kann das Modell für jeden Punkt in der Landschaft mit diesen sechs Landschaftsvariablen einen Präferenzwert berechnen. Daraus entsteht eine Karte, die jeder Rasterzelle einen Wert (p) zwischen 0 (von Wildkatzen gemieden) und 1 (von Wildkatzen bevorzugt) zuschreibt. Anschließend können auch großflächige Aussagen innerhalb Deutschlands getroffen werden. Dafür wurde auf der Größe eines durchschnittlichen Streifgebiets von 700 ha der Flächenanteil an geeignetem (p>0.45) und optimalem (p>0.65) Habitat berechnet. Wenn auf dieser Fläche mindestens 26% geeignetes Habitat und 13% optimales Habitat vorhanden waren und keine Siedlungsflächen, wurde die Fläche als geeignet für ein Wildkatzenstreifgebiet angesehen (KLAR et al. 2008).

Im Vorfeld der Erstellung des Wildkatzenwegeplans wurden Experten zur Verbreitung der Wildkatze in Deutschland befragt. Es wurde festgestellt, dass die Hauptverbreitungsgebiete der Wildkatze in Deutschland in folgenden Regionen liegen: in Westdeutschland in der Eifel, im Westerwald, im Hunsrück, im Taunus und im Pfälzer Wald; in der Mitte Deutschlands im Hessischen Bergland sowie weiter östlich im Harz und in den bewaldeten Randplatten des Thüringer Beckens (VOGEL et al. 2009). Zwischen den Wildkatzenvorkommen in Westdeutschland und in der Mitte Deutschlands scheint es eine deutliche räumliche Trennung zu geben (KLAR et al. 2008). Der Wildkatzenwegeplan zeigt Korridore auf, die alle Wildkatzenvorkommen untereinander sowie die potenziell vorhandenen Verbreitungsgebiete miteinander verbinden können. Die deutschlandweit wichtigsten Korridore zwischen den noch vorhandenen Wildkatzenpopulationen, die es zu erhalten gilt, bilden:

a) zwei Nord-Süd-Achsen
1) Nord-Südost-Achse: Lüneburger Heide – Harz – Hainich – Thüringer Wald – Oberpfälzer Wald – Bayerischer Wald
2)Westliche Nord-Süd-Achse: Eifel – Hunsrück – Pfälzerwald Schwarzwald

b) drei Südwest-Nordost-Achsen:
3) Eifel – Westerwald – Rothaargebirge – Solling – Harz
4) Hunsrück – Taunus – Vogelsberg – Kellerwald – Hainich
5) Pfälzerwald – Odenwald – Spessart – Rhön – Thüringer Wald

Zusammengenommen haben alle berechneten Korridore eine Gesamtlänge von 20.000 km.

Eine Aussage darüber, ob solch ein Korridor tatsächlich genutzt wird, erlaubt die Modellierung nicht. Das Modell wurde aber zusätzlich mit unabhängigen Daten von Telemetrie-Studien aus dem Bienwald und der Nordeifel überprüft. In beiden Testgebieten sagte das Modell Wildkatzenaufenthaltspunkte zuverlässig voraus und kann somit als anwendbar gelten. Die Relevanz einzelner vorgeschlagener Korridore für die Ausbreitung von Felis silvestris silvestris wurde anschließend durch die statistische Häufung von Totfunden entlang potenzieller Korridorachsen (VOGEL et al. 2009) sowie durch Lockstockuntersuchungen erhärtet.

Inzwischen wurde der Wildkatzenwegeplan für einige Bundesländer noch detaillierter ausgearbeitet. Hierzu wurden feiner skalierte und demnach genauere Landnutzungskarten (ATKIS) genutzt, so dass auch kleine Heckenstrukturen, Feldgehölze und ähnliches als Leitstrukturen berücksichtigt werden können. Zudem wurden ortsansässige Experten zu ihren jeweiligen Erkenntnissen über die Wildkatze befragt; diese Informationen flossen in die Modellberechnung mit ein. So entstanden Wegepläne für Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Bayern, Thüringen, Hessen, und Niedersachen (KLAR 2008, KUNZE et al. 2015, MÜLLER 2006, MÜLLER et al. 2003, KLAR 2009a & 2009b).

Aktuell dient der Wegeplan als Grundlage, um Vernetzungsprojekte in Abstimmung mit Behörden, Landnutzern und Verbänden sinnvoll umzusetzen Auf der Ebene von Raumordnung und Flächennutzungsplanung wurde der Wildkatzenwegeplan in Thüringen bereits in das Landesentwicklungsprogramm aufgenommen. Gleiches gilt für den Landesentwicklungsplan in Hessen und die Entwürfe in Nordrhein Westfalen und Niedersachsen. Da die Wildkatze eine anspruchsvolle Tierart ist – sie kann als Indikator für die Qualität ihres Lebensraumes betrachtet werden – dient sie als Leitart: Ihr Schutz und die Vernetzung ihrer Waldlebensräume kommt gleichzeitig vielen heimischen Tier- und Pflanzenarten zugute.

Referenzen

Genmonitoring

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist eine bedrohte Säugetierart, für deren Schutz eine tiefgehende Kenntnis über deren Bedürfnisse, Lebensweisen, Bestandsschwierigkeiten und genetische Struktur unabdingbar ist. Wissen über diese Tierart lässt sich durch Studien des Verhaltens, der Raumnutzung und der genetischen Beschaffenheit von Populationen erlangen. Verhaltensstudien werden bereits seit den 1960er Jahren durchgeführt. Daten zur Raumnutzung gibt es seit den 1990er Jahren. Die relativ neue Methode der Genanalyse bietet ein hohes Potenzial zur Beantwortung populationsrelevanter Fragen. Genetische Daten können Erkenntnisse über die verschiedenen Subpopulationen der Europäischen Wildkatze liefern. Mit ihrer Hilfe lassen sich Fragestellungen zu unterschiedlichen Aspekten bearbeiten: Wie weit sind die einzelnen Wildkatzen-Bestände schon voneinander getrennt/isoliert? Welche Auswirkungen haben Landschaftsbarrieren, bspw. Straßen? Wie gestaltet sich das Wanderverhalten der Wildkatze? Wo können neue Korridore am effektivsten den Verbund von Lebensräumen stärken? Gibt es genetische Unterschiede zwischen den Beständen in verschiedenen Regionen? Lässt sich daraus schließen, was die Wildkatzen an ihrer Ausbreitung hindert? Dieses Wissen trägt dazu bei, Wälder und andere für die Wildkatzen geeignete Lebensräume besser miteinander zu vernetzen. Es lassen sich auch kürzlich wiederbesiedelte Wildkatzenhabitate dokumentieren und direkte Nachweise für Reproduktionen erkennen. Darüber hinaus kann man durch genetische Studien Rückschlüsse auf die minimale Anzahl an in Deutschland lebenden Individuen von Felis silvestris silvestris ziehen.

Wildkatzen an sich sind sehr scheu und zudem vornehmlich in der Dämmerung und während der Nacht aktiv. Um die Tiere untersuchen zu können – ohne auf ihre Lebensweise Einfluss zu nehmen und ohne sie Gefahren auszusetzen – wurde die Baldrian-Lockstockmethode entwickelt (HUPE et al. 2004, SIMON et al. 2005, HUPE & SIMON 2007). Dazu werden Holzpflöcke (meist unbehandelte Dachlatten) mit einer Länge von ca. 60 cm in den Boden gerammt. Anschließend werden sie mit einer Baldriantinktur besprüht. Vor allem in der Ranzzeit lockt der Geruch Katzen an. Wahrscheinlich ähnelt der Baldriangeruch einem Sexuallockstoff, der eine hohe Anziehungskraft auf die Katzen ausübt (PIECHOCKI 1990). Schließlich werden die Hölzer noch angeraut. An den Stöcken angekommen, reiben sich die Wildkatzen daran, um den Baldriangeruch aufzunehmen. Dabei hinterlassen sie einige Haare an der rauen Oberfläche des Holzes. Diese Haare können anschließend mit Pinzetten aufgenommen und eingetütet werden. So eingesammelte und trocken gelagerte Haarproben werden daraufhin im Labor zur Genanalyse verwendet.

Seit 2004 setzt auch der BUND im "Rettungsnetz für die Wildkatze" diese Methode ein, um Wildkatzen nachzuweisen. Zwischen 2011 und 2015 fand die Lockstockmethode auch Verwendung im Projekt "Wildkatzensprung". In den zehn beteiligten Bundesländern mussten dabei sogenannte Pflichtflächen abgedeckt werden, die durch den Projektantrag vorgegeben waren und in Karte 1  dargestellt sind. Ferner gab es Kürflächen, welche durch die landeseigenen Bearbeiter selbst ausgewählt werden konnten, etwa in einem konkreten Verdachtsfall. Beide Flächentypen wurden nach genau festgelegten Vorgaben des Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen mit Lockstöcken bestückt:

  • Pflichtflächen haben ein quadratisches Rasterbeprobungsfeld (RPF) von 15  x 15 km Ausdehnung. Das RPF wird wiederum in 25 Rasterzellen von einer Fläche von 3 x 3 km unterteilt. Jeweils zwei Lockstöcke werden in jeder Rasterzelle ausgebracht. Das Aufstellen der Lockstöcke soll dabei anhand der lokalen Gegebenheiten erfolgen und die Grundanforderungen eines Wildkatzenhabitats erfüllen. Rasterflächen, die in Siedlungsbereiche fallen oder hohe Siedlungsanteile aufweisen, werden aus dem Raster „herausgelöst“ und an geeigneter Stelle angelagert. Die Lockstöcke sollen in aller Regel im Wald aufgestellt werden und nicht unmittelbar benachbart sein. Die Stöcke sollten mit einem Abstand von mindestens 200 m zu Siedlungsbereichen gesetzt werden, um der Abneigung der Wildkatze gegenüber diesen Strukturen Rechnung zu tragen. Gleichzeitig wird dadurch die Anwesenheit von Hauskatzen verringert, die durch den Lockstoff gleichfalls angelockt werden. Die Lockstöcke sollen mindestens 200 m entfernt von jeder befahrenen Straße aufgestellt werden, um auszuschließen, dass die Katzen aufgrund der manchmal anregenden Wirkung des Lockstoffes durch Unaufmerksamkeit in Gefahr geraten. Weiterhin ist zu beachten, dass die Lockstöcke mindestens 20 m von Waldwegen und Parkplätzen entfernt aufgestellt werden. Wünschenswert wäre eine vor Witterung möglichst geschützte Lage, z.B. unter ausladenden Ästen oder in windgeschützten Bereichen.
  • Kürflächen haben ebenfalls ein RPF, welches aber eine Fläche von 1 x 1 km pro Rasterfeld besitzt. Es sollten mindestens zehn und maximal 25 Rasterfelder mit jeweils zwei Lockstöcken ausgestattet werden. Die Vorgaben der Standortwahl für die Stöcke sind dieselben wie für die Pflichtflächen.

Bei den regelmäßigen Kontrollen werden die hängen gebliebenen Haare mittels einer Pinzette abgesammelt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Haare weder Feuchtigkeit, Temperaturwechsel noch Sonnenlicht ausgesetzt sind, da diese Faktoren zu einem Abbau von DNA führen können. Ebenfalls zu verhindern ist eine Verunreinigung oder Verfälschung der Proben. So sollten beim Aufbau und bei der Kontrolle keine Haustiere mitgeführt werden sowie die Kleidung der Kontrolleure frei von fremdem Genmaterial sein. Ebenso sollten Handschuhe getragen und die Pinzette nach jedem Lockstock gereinigt werden. Alle vorhandenen Haare eines Lockstocks werden abgesammelt und in einen Probenbeutel gefüllt. In diesem befindet sich ein Umschlag aus Filterpapier für die Haare und zusätzlich ein SilicaGel-Kissen, das die überschüssige Feuchtigkeit während der anschließenden Lagerung aus der Probe zieht. Jeder Probenbeutel besitzt ein Etikett, welches nach genauen Regeln ausgefüllt wird. So ist jede Probe einem Datum, einem Gebiet, einem Lockstock und ihrem Kontrolleur zuzuordnen.

Anschließend werden die Lockstöcke erneut präpariert, um wieder für sieben bis zehn Tage "fängisch" zu sein. Dafür wird der Stock mit Hilfe eines kleinen Brenners abgeflammt, um auch die letzten Haare zu entfernen. Danach wird der Stock wieder angeraut und mit Baldrian besprüht.

Diese Arbeit leisteten in den Jahren 2011 bis 2015 rund 700 Lockstockbetreuer/innen. Zu diesem Personenkreis gehörten, neben hauptamtlichen MitarbeiterIinnen des BUND, größtenteils Freiwillige, wie etwa Mitglieder aus den BUND-Gruppen sowie FörsterInnen, JägerInnen, RangerInnen und SchülerInnen. Auf über 60 Untersuchungsflächen wurden 16.000 Kontrollen an über800 aufgestellten Lockstöcken durchgeführt. Auf diese Weise gesammelte Wildkatzenhaare wurden zur Prüfung an das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen weitergeleitet.

Diese Analysen wurden auch schon im Rahmen des BUND-Projekts "Rettungsnetz für die Wildkatze" verwendet. Sie bildeten ein Meilenstein für die Kombination von freibiologischen und genetischen Methoden und sind seither weiter verbessert worden (NOWAK & STEYER 2009, STEYER et al. 2013). Im Labor erfolgt zunächst eine Extrahierung der gesamten DNA. Im Anschluss wird die mitochondriale DNA (mt-DNA) und die Kern-DNA und durch die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vervielfältigt. Definierte Basensequenzen der mt-DNA werden untersucht, um festzustellen, ob es sich um eine Wildkatze, eine Hauskatze oder einen Hybrid handelt. Aufgrund der hohen Evolutionsrate der Kontrollregion des mitochondrialen Genoms eignet sich dieser Abschnitt gut für Untersuchungen von Arten oder Populationen, welche noch nicht sehr lange evolutionsbiologisch auseinander liegen (BROWN et al. 1979). Die Europäische Wildkatze und die Afrikanische Wildkatze (Felis silvestris libyca) sind erst vor etwa 1,4 Millionen Jahre aus einem gemeinsamen Vorfahren entstanden (JOHNSON et al. 2006). Es gibt Referenzdaten von reinen Wildkatzen und Hauskatzen, die Aufschluss darüber geben, welche genetische Struktur zu erwarten ist und wie die Proben zuzuordnen sind.

Zur Abschätzung der genetischen Variation der Kern-DNA werden Mikrosatelliten analysiert. Mikrosatelliten (SSLP – Simple sequence length polymorphism) sind kurze, nichtcodierende DNA-Sequenzen, die im Genom eines Organismus häufig wiederholt werden. Die wiederholte Sequenz in einem Mikrosatelliten ist sehr simpel: Sie besteht aus zwei bis vier Nukleotiden und kann zehn- bis hundertmal wiederholt auftreten. Die Anzahl der Wiederholungen unterscheidet sich bei jedem Individuum, so dass diese Sequenzen sich aufgrund ihrer individuellen Länge gut für eine Genanalyse eignen. Der so entstehende "genetischen Fingerabdruck" kann zu einer genauen Aussage darüber führen, ob es sich um ein Individuum oder um mehrere Individuen handelt, und wie die Verwandtschaftsverhältnisse gelagert sind. Untersuchungen von Mikrosatelliten können allerdings nur mit einer ausreichenden Menge vollständiger DNA-Stränge erfolgreich durchgeführt werden. Ebenfalls über die Kern-DNA, genauer über das X- bzw. Y-Geschlechtschromosom, wird die Bestimmung des Geschlechts mit Hilfe eines sogenannten Zink-Finger-Markers vorgenommen.

Unter den bislang 3567 genetisch bearbeiteten Proben fanden sich 2046 Wildkatzenhaarproben. Mit Hilfe einer genetischen Analyse zur Unterscheidung von Unterarten ließen sich  2.046 dieser Proben Wildkatzen zuordnen. Darüber gelang der Nachweis von 615 einzelnen Individuen. Knapp die Hälfte von ihnen wurde mehrfach erfasst, was eine wichtige Grundlage für Populationsgrößenabschätzungen darstellt. Aus diesen zahlreichen Proben und genetischen Analyseresultaten konnten die oben aufgeführten Fragen teilweise beantwortet werden: Es gibt Belege, dass eine deutliche genetische Trennung zwischen den Verbreitungsgebieten in Mittel- und Westdeutschland existiert (Karte 2).  Die Ergebnisse zeigen auch genetische Unterschiede zwischen den Beständen einzelner Regionen, was Hinweise auf Ausbreitungsbarrieren gibt. Ferner konnte das Fundament für eine realistische Populationsgrößenabschätzungen gelegt werden. Daraus entstand beispielsweise  die nachfolgend abgebildete Karte (Karte 2). Besonders hohe Bestandsdichten konnten in den großen Waldgebieten im Westen (Eifel, Hunsrück) und Mitteldeutschland (Leine-Weser, Harz, Hainich) nachgewiesen werden. Dies zeigt, dass sich die Bestände in den Kernarealen sehr gut erholt haben. Trotzdem gibt es im Süden und Osten des Untersuchungsgebiets (Greiz-Werdauer Wald, Odenwald, Schwarzwald und Schwäbische Alb) noch Probenflächen mit wenigen bzw. fehlenden Wildkatzennachweisen. In einzelnen Gebieten konnten auch Reproduktionen festgestellt werden, so dass diese Areale nun eindeutig als Kerngebiet der Wildkatze zu definieren sind.

Die im BUND-Projekt gesammelten genetischen Daten sind Anfang 2015 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Auf der Online-Plattform www.wildkatzendatenbank.de lassen sich die Ergebnisse interaktiv betrachten. In den kommenden Jahren werden dort weitere Daten eingespielt. Schon heute lassen sich die Gebiete der Lockstockkontrollen und deren Untersuchungsergebnisse deutlich erkennen. Auch die Menge der Lockstöcke, der Kontrollgänge und der gesammelten Proben ist auf einen Blick ersichtlich. Abgebildet wird ebenfalls die Anzahl der Wild- und Hauskatzenproben, die Fängigkeit sowie die Allelvielfalt (die genetische Vielfalt). Die LockstockbetreuerInnen können ihre eigenen Forschungsergebnisse einsehen und MitarbeiterInnen des BUND sowie ForscherInnen des Senckenberg-Instituts haben darüber hinaus die Möglichkeit, spezifizierte Suchanfragen durchzuführen.

Entlang politischer Stimmen kann die Veröffentlichung einer solch umfangreichen Datensammlung mit Analyseergebnissen Impulse für die Aufnahme und Durchführung ähnlicher Projekte geben. Konkret geht es um die Bereitstellung und Archivierung bundesweiter Informationen zu bedrohten Säugetierarten. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist nicht zuletzt die bessere Planbarkeit, jenseits befristeter Finanzierungen und daraus resultierender Projektgrenzen. Durch die Sammlung wissenschaftlicher Informationen in Datenbanken wird ein Monitoring von Beständen und Populationen über größere Zeiträume möglich. Bislang konnte beispielsweise über Barrieren, welche die Ausbreitung von Tierarten verhindern, nur spekuliert werden. Mit einer Datenbank wie wildkatzendatenbank.de  erhalten die Akteure im Naturschutz, in der Forschung und in der Politik Gelegenheit, den Artenschutz auf gemeinsamer Grundlage zu koordinieren.

Referenzen

  • BROWN, W.M., GEORGE, M.Jr. & A.C. WILSON (1979): Rapid evolution of animal mitochondrial DNA. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 76: 1967-1971.
  • HUPE, K., B. POTT-DÖRFER & M. SEMRAU (2004): Nutzung autobahnnaher Habitate im Bereich der BAB 7 nördlich von Seesen durch die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) unter dem Aspekt der Lebensraumzerschneidung. Information des Naturschutz Niedersachens 24, Nr.6 (6/04): 266-278, 283.
  • HUPE K. & O. SIMON (2007): Die Lockstockmethode - eine nicht invasive Methode zum Nachweis der Europäischen Wildkatze (Felis s. silvestris). Information des Naturschutz Niedersachens 27: 66-69.
  • JOHNSON, W.E., EIZIRIK, E., PECON-SLATTERY, J., MURPHY, W.J., ANTUNES, A., TEELING, E. & S.J. O'BRIEN (2006): The Late Miocene Radiation of Modern Felidae: A Genetic Assessment. Science 311: 73-77.
  • NOWAK C. & K. STEYER (2009): Abschlußbericht Genetisches Monitoring der Wildkatze im Rahmen des Projektes „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“- Teilbereich Kontrolle. Conservation Genetics Group, Senckenberg Gelnhausen.
  • PIECHOCKI, R. (1990): Die Wildkatze (Felis silvestris). Die Neue Brehm-Bücherei 189. Ziemsen Verlag, Wittenberg.
  • SIMON, O., HUPE, K. & M. TRINZEN (2005): Raubsäuger (Carnivora) – Wildkatze Felis silvestris Schreber, 1777. In: Doerpinghaus, A.; Eichen, C.; Gunnemann, H.; Leopold, P.; Neukirchen, M.; Petermann, J. & Schröder, E. (Bearb.): Methoden zur Erfassung von Arten der Anhänge IV und V der Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie.- Naturschutz und Biologische Vielfalt 20: 395-402.
  • STEYER, K., SIMON, O., KRAUS, R.H.S., HAASE, P. & C. NOWAK (2013): Hair trapping with valerian-treated lure sticks as a tool for genetic wildcat monitoring in low-density habitats. European Journal of Wildlife Research, 59: 39-46. 
Hybridisierung

Hauskatze und Wildkatze leben oft syntop, weshalb eine Vermischung beider Arten nicht auszuschließen ist. Dabei entstehen sogenannte Hybride, auch als "Blendlinge" bezeichnet. Diesen Tieren werden intermediäre Merkmale zwischen Wild- und Hauskatze zugeschrieben. Deshalb ist es äußerst schwierig, durch rein äußerliche Merkmale einen Hybriden sicher von einer Hauskatze bzw. einer Wildkatze zu unterscheiden (GERMAIN 2007, KRÜGER et al. 2009). Für eine eindeutige Bestimmung ist zusätzlich eine genetische Typisierung vonnöten.

Ökologische Barrieren zwischen Haus- und Wildkatzen, die eine Verpaarung schon im Vorfeld unterbinden könnten, sind zahlreich. So leben die beiden Katzen meist in unterschiedlichen Gebieten: die Wildkatze im Wald, die Hauskatze außerhalb in den Siedlungen. Dennoch gibt es streunende Hauskatzen, welche auch einige Kilometer in den Wald hinein laufen könnten (SPITTLER 1978, LÜPS 1972), dies aber eher selten tun (NAIDENKE & HUPE 2002). Verletzungen und Tötungen von Hauskatzen durch Wildkatzen kommen ebenfalls vor, da es sich um direkte Konkurrenten handelt (HUBBARD et al. 1992). Zudem liegt die Paarungszeit der Wildkatze im tiefsten Winter, in dem die Hauskatzen in warmen Häusern und Scheunen Schutz suchen.

Hybride treten in Deutschland äußerst selten auf. PIECHOCKI (1990) entdeckte nur fünf Blendlinge unter 101 untersuchten Katzenbälgen. HILLE et al. (2000) vermuteten eine geringe Hybridisierungsrate, und auch ECKERT fand 2003 keinen Hinweis anhand von mtDNA-Untersuchungen. Condé und Schauenberg zeigten an einer Population in Lothringen, dass Blendlinge in freier Wildbahn im Wettbewerb mit reinen Wildkatzen unterlegen sind und deshalb keine Mischbevölkerung entstehen kann (LEYHAUSEN 1988). Im Gegensatz zu diesen Studien haben HERTWIG et al. (2009) eine hohe Hybridisierungsrate von über 18% nachgewiesen. Dennoch: Neueste Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstituts und des Naturmuseums Frankfurt Gelnhausen mit über 3.000 Haarproben von Wild- und Hauskatzen, gesammelt im gesamten Bundesgebiet im Rahmen des BUND-Projekts "Wildkatzensprung", belegen, dass in Deutschland nur etwa 3% der Wildkatzen Hybride sind (NOWAK et al. 2014).

In anderen europäischen Ländern ist die Situation der Blendlinge unterschiedlich. Während in Italien und Spanien eine geringe Hybridisierung vorliegt (RAGNI & RANDI 1991, RANDI et al. 2001, PIERPAOLI et al. 2003, OLIVEIRA et al. 2008), wird in Portugal eine Hybridisierung von 14% angenommen (OLIVEIRA et al. 2008b). In Frankreich und Ungarn wird eine weitaus höhere Rate vermutet (GERMAIN 2007, PIERPAOLI et al. 2003). Schottland hingegen bietet ein ganz anderes Bild: Dort gibt es möglicherweise keine reinen Wildkatzen mehr (BEAUMONT et al. 2001). In Schottland standen die heimischen Wildkatzen kurz vor der Ausrottung. Während dieser Zeit gab es kaum noch Paarungspartner, weshalb es wahrscheinlich zu der starken Hybridisierung gekommen ist. Derzeit wird ein aufwändiges Zuchtprogramm zur Erhaltung der Unterart durchgeführt. Ob es sich bei den gezüchteten Tieren allerdings um reine schottische Wildkatzen handelt, ist leider unklar.

Unter Berücksichtigung vorgenannter Aspekte erhebt sich auch die Frage, ob die Hybridisierung überhaupt ein Problem für die Europäische Wildkatze darstellt. Schon NUSSBERGER (2012) stellte fest, dass bislang die wissenschaftliche Basis fehlt, um den Einfluss der Introgression auf die Wildkatzenpopulation zu bestimmen. Introgression – verstanden als Genfluss zwischen Taxa durch Hybridisierung – über die erste Generation der Hybriden hinaus könnte die Wildkatze fitter für ihre Umgebung und ihre Lebensumstände machen sowie zu evolutionären Anpassungen führen. Es könnte aber ebenso zu morphologischen, anatomischen oder konstitutionsbezogenen Veränderungen kommen, welche sich negativ auf das Leben einer Wildkatze auswirken– beispielsweise die Ausbildung eines dünneren, hauskatzenähnlichen Fells im Winter. 2012 gelang es NUSSBERGER et al. durch den Einsatz genetischer Marker, das Vorkommen von Introgression  erstmalig sicher zu belegen. Auf diese Weise und unter Zuhilfenahme weiterer Methoden könnten in Zukunft hinreichend viele Studien durchgeführt werden, um die Auswirkung der Hybridisierung zwischen Haus- und Wildkatze wissenschaftlich fundiert beschreiben zu können.

Referenzen

  • BEAUMONT, M., BARRATT, E. M., GOTTELLI, D., KITCHENER, A. C., DANIELS, M. J., PRITCHARD, J. K. & BRUFORD, M. W. (2001): Genetic diversity and introgression in the Scottish wildcat. Molecular Ecology, 10:319-336. doi: 10.1046/j.1365-294X.2001.01196.x
  • ECKERT, I. (2003): DNA-Analysen zum genetischen Status der Wildkatze in Deutschland. Dissertation. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
  • GERMAIN, E. (2007): Approche éco-éthologique de l’hybridation entre le Chat forestier d’Europe (Felis s. silvestris Schreber 1777) et le Chat domestique (Felis catus L.). Thèse Doct., Univ. Reims.
  • HERTWIG, ST., SCHWEIZER. M., STEPANOW, S., JUNGNICKEL, A., BÖHLE, U.-R., FISCHER, MS. (2009): Regionally high rates of hybridization and introgression in German wildcat populations (Felis silvestris, Carnivora, Felidae). J Zool Syst Evol Res 47:283-297.
  • HILLE, A., PELZ, O., TRINZEN, M., SCHLEGEL, M., & PETERS, G. (2000): Using microsatellite markers for genetic individualization of European wildcats (Felis silvestris) and domestic cats. Bonner zoologische Beiträge 49 (14):165-176.
  • HUBBARD, A.L., MCORIST, S., JONES, T.W., BOID, R., SCOTT, R. & N. EASTERBEE (1992): Is survival of European wildcats Felis silvestris in Britain threatened by interbreeding with domestic cats? Biol. Conserv. 61:203-208.
  • KRÜGER, M., HERTWIG, S.T., JETSCHKE, G. & M.S. FISCHER (2009): Evaluation of anatomical characters and the question of hybridization with domestic cats in the wildcat populations of Thuringia, Germany. J Zool Syst Evol Res 47:268-282.
  • LEYHAUSEN, P. (1988): Katzen. In B. GRZIMEK (Ed.), Grzimeks Enzyklopädie (Band 3, pp. 612 635). Zürich: Kindler.
  • LÜPS, P. (1972): Untersuchungen an streunenden Hauskatzen im Kanton Bern. Naturhist. Mus. Bern, Nr.4, 1-8.
  • NAIDENKO, SV. & K. HUPE (2002): Seasonal changes in home range use in feral tomcats in solling, central Germany. Zoologichesky Zhurnal 81(11):1371-1381.
  • NOWAK C, FROSCH C, HARMS V, REINERS TE, STEYER K, TIESMEYER A, & J.WERTHEIMER (2014): Genetische Erfassung ausgewählter Säugetiere in Deutschland – hochsensitive DNA-Analytik im Dienste des Artenschutzes. Säugetierkundliche Informationen, 48: 331.
  • NUSSBERGER, B. (2012): Detecting introgression is important for wildcat conservation. Säugetierkundliche Informationen 8, H. 45 – Symposiumsband: Europäische Wildkatze und Luchs: 319 - 328.
  • NUSSBERGER, B., M. P. GREMINGER, P. GROSSEN, L. F. KELLER & P. WANDELER (2013): Development of SNP markers identifying European wildcats, domestic cats, and their admixed progeny. Mol. Ecol. Resour. doi: 10.1111/1755-0998.12075
  • OLIVEIRA, R., GODINHO, R., RANDI, E., FERRAND, N. & PC. ALVES (2008): Hybridisation versus conservation: are domestic cats threatening the genetic integrity of wildcats (Felis silvestris silvestris) in Iberian Peninsula? Philos. Trans. R. Soc. Lond. B Biol. Sci. 363:2953-2961.
  • OLIVEIRA, R., GODINHO, R., RANDI, E., FERRAND, N. & PC. ALVES (2008b): Molecular analysis of hybridisation between wild and domestic cats (Felis silvestris) in Portugal: implications for conservation. Conserv. Genet.;9:1-11.
  • PIECHOCKI, R. (1990): Die Wildkatze (Felis silvestris). Die Neue Brehm- Bücherei 189. Ziemsen Verlag, Wittenberg.
  • PIERPAOLI, M., HERRMANN, M., HUPE, K., LOPES-FERNANDES, M., RAGNI, B., SZEMETHY, L., ZSOLT, B. & E. RANDI (2003): Genetic distinction of wildcat (Felis silvestris) populations in Europe, and hybridization with domestic cats in Hungary. Molecular Ecology 12:2585-2598.
  • RAGNI, B., & E. RANDI (1991): Genetic variability and biochemical systematics of domestic cat and wildcat populations. Journal of Mammalogy 72(1):79-88.
  • RANDI, E., PIERPAOLI, M., BEAUMONT, M., RAGNI, B. & SFORZI, A. (2001): Genetic identification of wild and domestic cats (Felis silvestris) and their hybrids using Bayesian clustering methods. Mol. Biol. Evol. 18: 1679-1693.
  • SPITTLER, H. (1978): Untersuchungen zur Nahrungsbiologie streunender Hauskatzen (Felis sylvestris f. catus L.). Z. Jagdwiss. 24:33-44. 
Taxonomie

Über die Systematik der Feliden besteht unter Experten auch heute noch keine Einigkeit. Moderne Feliden sind auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückzuführen, der vor 10 bis 15 Millionen Jahren lebte (JOHNSON & O’BRIAN 1996, O’BRIEN et al. 2008). Molekulare und fossile Daten weisen auf eine durch rapide Speziationen und Ausrottungsereignisse geprägte Evolutionsgeschichte hin (JOHNSON & O´BRIAN 1996). Die verschiedenen bestehenden Klassifikationen wurden auf der Grundlage von morphologischen, ethologischen und genetischen Daten vorgenommen. Dies erfolgte unter Berücksichtigung von Studien zur Vokalisation, von Analysen zur Pupillenform, zur Zahnanzahl, Zahngröße und Zahnform sowie zur Kranialgröße, von Morphologie-Studien zu Füßen und Nase, von Hybridisationsuntersuchungen, von Karyotyp-Studien sowie aktuell von DNA-Analysen  (HEMMER 1978, LEYHAUSEN 1979, WURSTER-HILL & CENTERWALL 1982, COLLIER & O’BRIAN 1985, SALLES 1992, PETERS & TONKIN-LEYHAUSEN 1999, O’BRIEN et al. 2008, STEFEN & HEIDECKE 2011). Die auf diese Weise gewonnenen Ergebnisse führten zur Einteilung in aktuell 37 Katzenarten und – gemäß JOHNSON et al. 2006 und O’BRIEN ET AL. 2008 – in acht phylogenetische Linien. Eine dieser Linien ist die sogenannte "Hauskatzenlinie". Sie umfasst die Wildkatze (darunter die Europäische, Afrikanische, Asiatische Wildkatze und Hauskatze), die Sandkatze, die Schwarzfußkatze und die Rohrkatze.

Die Eingruppierung der Wildkatze in die "Hauskatzenlinie" wirkt auf den ersten Blick etwas irritierend, da es die Hauskatze ist, die aus den in der Gruppe genannten Wildformen hervorging. Innerhalb dieser Gruppe ist die Europäische Wildkatze zusammen mit weiteren Katzen unter dem Begriff "Wildkatze" aufgeführt. Unter dem Namen Felis silvestris beschrieb 1777 der deutsche Naturforscher Schreber die Europäische Wildkatze. Heute steht der wissenschaftliche Name Felis silvestris für die gesamte Tierart Wildkatze. Schon 1951 fasste R.I. POCOCK die bis dahin beschriebene hohe Anzahl an Wildkatzenarten unter dem Namen Felis silvestris zu einer Art zusammen, welche 21 Unterarten in sich vereint. Eine weitere Vereinfachung der Systematik erhielt diese Tiergruppe durch HALTENORTH (1953). Dieser teilte die 21 Unterarten in drei Unterartengruppen ein: die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), die Asiatische Steppenkatze (Felis silvestris ornata) und die Afrikanische Falbkatze (Felis silvestris lybica). Ein weiterer Versuch der Gruppierung der Unterarten innerhalb der Art Felis silvestris erschien in dem Werk von SUNQUIST & SUNQUIST (2002). Hier bilden die domestizierte Katze (Felis silvestris catus) und die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) jeweils eine eigene Unterartengruppe; die Afrikanische Falbkatze und die Asiatische Steppenkatze werden in einer weiteren Gruppe subsumiert. So entstehen insgesamt wieder drei Unterartengruppen. Aktuell (O’BRIEN et al. 2008) wird die Art Wildkatze in fünf Unterarten eingeteilt: die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), die Südafrikanische Wildkatze (Felis silvestris cafra), die Nordafrikanische/Naher-Osten-Wildkatze (Felis silvestris lybica), die Zentralasiatische Wildkatze (Felis silvestris ornata) und die Gobikatze (Felis silvestris bieti). Die Hauskatze Felis silvestris catus ist aus der Unterart Felis silvestris lybica entstanden und somit Teil dieser Gruppe.

Mit den Waldformen der Erdneuzeit (Känozoikum) tritt die Wildkatze erstmalig in Erscheinung (PIECHOCKI 1990). Fossile Belege weisen darauf hin, dass die Wildkatze einer der ältesten Nachkommen der ausgestorbenen Martelli-Katze (Felis silvestris lunensis) ist, welche vor etwa zwei Millionen Jahren in Europa lebte. Die Entstehung der Art Wildkatze ereignete sich vor etwa 250.000 Jahren. Seitdem hat sie sich in verschiedene Unterarten aufgespalten, wobei sich die Europäische Wildkatze vermutlich vor etwa 190.000 Jahren herausgebildet hat. Die Kaltzeiten der Eiszeit prägten die Entwicklung der aus Asien stammenden Wildkatzen (THENIUS 1972) und beförderten, dass sie sich zu ihrem heutigen Erscheinungsbild hin veränderten. Die Wildkatzen wichen in die schützenden Wälder zurück und ihr Körperbau passte sich – ausgehend vom hochbeinigen, schlanken Typus ihrer Vorfahren, den Steppenkatzen – den Temperaturen an: gedrungene kleinere Körper, kleinere Ohren, dickeres Fell und kürzerer Schwanz (PIECHOCKI 1990). Nachweise aus der letzten Eiszeit gelangen PETERS et al. (1972) in einem fossilen Dachsbautensystem. Nacheiszeitliche Knochenfunde belegen die Ausbreitung der Wildkatze in nahezu ganz Europa.

Felis silvestris silvestris und Felis silvestris catus

Die Hauskatze stammt von der Afrikanischen Falbkatze ab; belegt ist dies durch diverse genetische Untersuchungen, z.B. von O’BRIEN et al. 2008. Die ersten Nachweise einer Domestikation sind etwa 9.500 Jahre alt und stammen aus Zypern (VIGNE et al. 2004). Zu dieser Zeit fand auch im Nahen Osten eine Domestizierung statt. Bekannt und schriftlich verbürgt ist die Zähmung der Falbkatze vor etwa 5.000 Jahren in Ägypten. Von dort aus gelangte sie später als domestizierte Katze über Handelswege nach Asien und Europa. Untersuchungen von an 87 Stätten gefundenen Katzenknochen aus dem Altertum ergaben, dass die Nachkommen der Falbkatze schon im ersten Jahrhundert v.Chr., zum Ende der Eisenzeit, in Gallien und Großbritannien zu finden waren. Fuß fasste die Hauskatze in Europa mithilfe der Römer und breitete sich auch nach dem Zerfall des römischen Reiches weiter in Mitteleuropa aus. Seitdem ist sie mit einigen Höhen (während der Karolinger-Zeit) und Tiefen (übermäßige Verfolgung im Mittelalter) im Großteil Europas sesshaft (BOBIS 2001).

Hauskatze und Wildkatze leben oft syntop, weshalb  eine Vermischung beider Arten nicht auszuschließen ist. Dabei entstehen sogenannte "Blendlinge", auch als "Hybride" bezeichnet.

Die Unterscheidung der beiden Katzenformen ist schwierig und unterliegt auch weiterhin – trotz zahlreicher wissenschaftlicher Ansätze dies über Fellmuster, Körpergröße, Cranial-Indizes oder genetische Analysen zu bewerkstelligen – vielen Ergänzungen und Überarbeitungen. Morphologische Merkmale dienen der Unterscheidung der beiden Unterarten am lebenden Tier. Die Merkmale sind allerdings aufgrund der möglichen Vermischung beider Formen nicht immer eindeutig. Generell lässt sich feststellen, dass Hauskatzen ein geringeres Gewicht aufweisen. Die männlichen Hauskatzen liegen mit dem Mittelwert von 4,5 kg 0,5 kg unter dem Mittelwert der männlichen Wildkatzen, wobei die Hauskatzenweibchen sich nur um 0,1 kg im Mittelwert (nach PIECHOCKI 1990) von den 3,5 kg der weiblichen Wildkatzen unterscheiden. Felis silvestris silvestris hat durchschnittlich eine größere Körperlänge mit 912 bzw. 828 mm, im Gegensatz zu den normalen Hauskatzen mit einer Körperlänge von lediglich 826 bzw. 749 mm (RAIMER & SCHNEIDER 1983; PIECHOCKI 1986).

Die auffälligsten Merkmale an einer Wildkatze, neben dem ocker-grauen Fell und dem gedrungenen Körper, sind ihr stumpf-endender, schwarz geringelter Schwanz, die fleischfarbene Nase, die Sohlflecke an den Hinterbeinen und der in der Regel vorhandene helle Kehlfleck (PIECHOCKI 1990).

Referenzen

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Querungshilfen

Zerschneidung und Isolation von Lebensräumen stellen für viele Arten eine der größten Gefährdungsursachen dar (JACKSON & FAHRIG 2011). Dies kann zur Reduktion der Individuenanzahl, zu genetischer Verarmung und schließlich auch zum Aussterben lokaler Populationen oder ganzer Arten führen (HOLDEREGGER & DI GIULIO 2010). Die Zerschneidung unserer Landschaft wird vor allem durch den hohen Flächenverbrauch, die zunehmende Dichte des Straßennetzes und das steigende Verkehrsaufkommen verursacht. Verkehrswege stellen je nach Verkehrsdichte und Bauart große Barrieren dar. Besonders breite Straßen und Verkehrswege mit mehr als 2.500 Kraftfahrzeugen pro Tag bilden für Wildkatzen Hindernisse, die nur selten überwunden werden (KLAR et al. 2009).

Für eine kleine Population mit geringer Reproduktionsrate bedeuten schon wenige auf den Verkehrswegen verunglückte Tiere eine hohe Gefährdung (TRINZEN 2013). Insbesondere Tierarten wie Wolf, Luchs oder Wildkatze, die das Queren von Straßen nicht vermeiden, unterliegen der erhöhten Gefahr direkter Verkehrsmortalität (TRINZEN 2013). Zudem werden ihre Streifgebiete aufgrund der Größe häufig von Straßen, Kanälen oder Schienenwegen durchschnitten. In einer Studie an der eher gering befahrenen Autobahn A60 konnte festgestellt werden, dass ohne geeignete Schutzmaßnahmen jedes Jahr bis zu 40% der im unmittelbaren Umfeld lebenden Wildkatzen auf der Straße getötet wurde (KLAR 2008). SIMON et al. (2005) berichten, dass vor allem männliche Wildkatzen überfahren werden. Dies weist darauf hin, dass es insbesondere während der Migration zu erhöhter Verunfallung kommt, was wiederum den genetischen Austausch beeinflussen könnte (SIMON et al. 2005). Bereits eine jährliche Verkehrsmortalität von 20% der adulten weiblichen Wildkatzen kann mittelfristig das Aussterben lokaler Populationen bedeuten (PIR et al. 2011).

Querungshilfen und Leitstrukturen können diesem Problem entgegenwirken. Es gibt unterschiedliche Typen von Querungsbauwerken, darunter Grünbrücken, Talbrücken, großräumig dimensionierte Durchlässe sowie unter der Straße verlegte Rohre. Wildschutzzäune und Wildkatzenschutzzäune können ebenso wie Habitatstrukturen als zu Querungshilfen hinführende Leitlinien dienen. Die Anforderungen an Querungsbauwerke sind hoch und unterliegen regelmäßigen Kontrollen. MAQ (2008) fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Damit eine Grünbrücke ihrem Zweck entsprechend vom Wild benutzt wird, muss sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So haben Wildbrücken in der Regel eine Mindestbreite von 50 Metern (bis hin zu 150 Metern), damit sie von größeren Tieren wie dem Rotwild angenommen werden. Der Brücke ist zudem mit dem Habitat bepflanzt, welches sie verbinden soll – Wald, Offenland, Trockengebiete etc. Grünbrücken werden meist an bekannten Wildwechseln erbaut, um die Tiere auf möglichst unkomplizierte Weise über die Brücke zu führen. Um den Lärm zu minimieren und die Sicht auf die zu querenden Verkehrswege zu unterbinden, werden die Seitenränder der Brücke durch Irritationsschutzwände abgeschirmt. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 100 Grünbrücken über Autobahnen oder Bundesstraßen (mündliche Abfrage BMVI 2015, unvollständig). Weitere befinden sich im Bau oder in Planung. Der BUND sieht diesbezüglich einen erheblich höheren Bedarf. Er setzt sich besonders für den Bau von Querungshilfen an bereits bestehenden Verkehrswegen ein, damit nicht nur neue Verkehrswege – deren Bau die Zerschneidung noch weiter vorantreibt – mit solchen ausgestattet werden.

Ebenfalls zur Querung von Verkehrswegen eignen sich Talbrücken oder größere Straßenunterführungen. Diese sollten eine Höhe von 10 Metern nicht unterschreiten, da sie sonst von größeren Arten schlecht angenommen werden. Darüber hinaus gibt es Kleintiertunnel. Diese Röhren können von Amphibien, aber auch von kleinen Säugetieren wie Dachsen oder Ottern benutzt werden.

Sinnvoll platzierte und gut ausgestattete Grünbrücken werden von Wildkatzen in kürzester Zeit angenommen (TRINZEN 2013, HUCHT-CIORGA mündl., BUNDESANSTALT FÜR STRASSENWESEN 2014), so etwa die Grünbrücken "Heinzenberg" auf der A1, "Egge" über die B64 und "Roringer Berg" über die B27. Ein spezieller Wildkatzenzaun an der A60 reduzierte die Mortalitätsrate um 83% (KLAR 2008). Seit der Durchführung dieser Studie werden Wildkatzenschutzzäune bei neu erbauten Grünbrücken direkt als Leitstruktur mit aufgestellt.

Bislang konnte nicht wissenschaftlich eruiert werden, welche Anzahl an Querungshilfen notwendig ist, um einen wirkungsvollen Schutz zu gewährleisten. Zweckmäßig scheint es allerdings, wenn diese Bauwerke mit Wildtierkorridoren verknüpft sind (TRINZEN 2013). Eine kluge Platzierung erhöht die Überlebenschancen von Wildkatzenpopulationen in signifikantem Maße (KLAR 2008). Die Bauten sollten für ansässige und wandernde Tiere nutzbar und erreichbar sein. Wildkatzen beispielsweise nehmen Umwege von etwa einem Kilometer in Kauf, um eine mit Wildkatzenschutzzaun umgebene Autobahn zu queren (HERMANN & KLAR 2007). Daher empfehlen KLAR et al. (2009) neben einer wildkatzensicheren Zäunung der Autobahn alle 1,5 bis 2,5 km geeignete und sichere Unterführungen. GÖTZ & JEROSCH (2010) schlugen sogar für Unfallschwerpunktbereiche an Bundesstraßen eine wildkatzensichere Zäunung und zugleich den nachträglichen Einbau von Durchlässen in Intervallen von 250 m vor.

Referenzen

Internationale Studien und Projekte

Die Europäische Wildkatze ist in fast allen europäischen Ländern zu finden – von Portugal bis zum Kaukasus, von Schottland bis nach Griechenland. Auch auf den Inseln Korsika, Sardinien, Kreta und Sizilien ist sie heimisch.

Die Bundesrepublik liegt inmitten dieses Verbreitungsgebiets. Daher kommt Deutschland eine hohe Bedeutung beim Schutz der Gesamtheit der Europäischen Wildkatze zu. Zwar haben auch die Nachbarländer bereits Maßnamen zum Schutz der Wildkatze etabliert, dennoch ist und bleibt es überaus wichtig, dass ein genetischer Austausch zwischen den "nationalen" Populationen dieser Tierart im großen Maßstab stattfinden kann. Deutschland fungiert dabei als Verbindungszone von Süd nach Nord und besonders von West nach Ost.

Um diese Herausforderung zu stemmen, muss – nicht nur für die Wildkatze – eine sogenannte "Grüne Infrastruktur" geschaffen werden. Dies betrifft sowohl die beteiligten Einzelländer innerhalb Europas als auch deren transnationale Zusammenarbeit. "Grüne Infrastruktur" beschreibt ein strategisch geplantes Netzwerk natürlicher und naturnaher Flächen, bestehend aus verschiedenartigen Biotopen (Wald, Offenland, Wasser etc.). Es soll bestehende Naturgebiete (wieder) miteinander verbinden und die ökologische Qualität der Landschaft insgesamt verbessern. Für die Wildkatze ist insbesondere eine Waldinfrastruktur vonnöten. Das BUND-Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" etwa ist um die Realisierung dessen in Deutschland bemüht.

Zum Erhalt der Tierart "Europäische Wildkatze" wären europaweite Studien zur Erforschung ihrer Bedürfnisse sowie Studien zu potenziellen Gefahrenquellen für selbige zentral. Aber nicht in allen Ländern wird heutzutage zu diesem Tier geforscht. Aktuelle Projekte findet man in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Portugal, Schottland, Schweiz, Sizilien, Spanien und Ungarn. Vor allem Universitäten und Zoologische Museen sind an der Untersuchung dieser Tierart interessiert.

In Belgien wird derzeit lediglich in der grenznahen Region zu den Niederlanden und zu Deutschland geforscht. Dort ist ein niederländisches Forschungsteam der ARK Natuurontwikkeling aktiv. Nebem der Erforschung des belgischen Vorkommens befasst sich ARK ebenfalls mit dem neu entdeckten Wildkatzenvorkommen in Süd-Limburg, gelegen in der Region des Dreiländerecks. Der Fokus dieser Studie liegt auf der Bestandsaufnahme von Gefahrenstellen für die Wildkatze durch Straßen, die ihre Streifgebiete und Wanderrouten kreuzen.

In Frankreich arbeiten Mitarbeiter der Université Claude Bernard Lyon an genetischen und verhaltensbiologischen Fragestellungen (DEVILLARD et al. 2014). Auch das CROC (Centre de Recherche et d'Observation sur les Carnivores) bearbeitet offene Fragen zum Thema Wildkatze, speziell zu Verhaltensunterschieden von Haus- und Wildkatzen sowie zu deren Hybriden (GERMAIN et al. 2009).

Die Schweiz hat durch MitarbeiterInnen des Naturhistorischen Museums Bern und ebenso über freischaffende Biologen der Hintermann & Weber AG bereits viel über die Europäische Wildkatze im eigenen Land in Erfahrung bringen können (WEBER et al. 2010).

Mit Ausnahme von Schottland gibt es in Großbritannien keine Wildkatzen mehr. Auf schottischem Gebiet lebt eine besondere und kleine Wildkatzenpopulation. Lange wurde darüber spekuliert, ob die Wildkatze in Schottland überhaupt noch der Gruppe der Wildkatze zuzurechnen ist, oder ob die Kreuzung mit Hauskatzen die genetischen Besonderheiten der Wildkatze nivelliert hat. Eine Rettung der schottischen Population erschien problematisch (MACDONALD et al. 2004, KITCHENER et al. 2005). Aktuell gibt es ein groß angelegtes Projekt zum Erhalt und zur Vermehrung der letzten Exemplare.

In Italien beschäftigen sich das ISPRA (Institute for Environmental Protection and Research) und das INFS (Istituto Nazionale per la Fauna Selvatica) sowie die Genetikabteilung der Università degli Studi di Perugia mit der Erforschung von Wildkatzen (GENOVESI & BOITANI 1993, OLIVEIRA et al. 2015). Zudem ist durch die Università di Catania das Vorkommen der Wildkatze auf Sizilien untersucht worden (ANILE et al. 2012).

Während in Portugal die Universidade do Porto Studien zu diesem Thema (OLIVEIRA et al. 2008) betreibt, ist es in Spanien die Universidad Rey Juan Carlos in Madrid (LOZANO 2010, LOZANO J. & AF. MALO 2012).

In Ungarn sind es Mitarbeiter der Universität St. Stephen in Gödölló und der Universität von Kaposvár, die die Wildkatze (PIERPAOLI ET AL. 2003, BIRO ET AL. 2005).

Neben nationalen Tagungen werden in unregelmäßigen Abständen internationale Symposien zur Präsentation von Forschungsergebnissen durchgeführt. Die letzten Treffen fanden 2004 (BIOLOGY AND CONSERVATION OF THE EUROPEAN WILDCAT) in Fischbach, 2008 in Wiesenfelden (FREMUTH et al. 2008) und 2012 (INTERNATIONAL SYMPOSIUM ON EUROPEAN WILDCAT AND LYNX) in Jena statt. Noch dieses Jahr, am 27. November 2015, findet eine Tagung in Aachen mit dem Schwerpunkt Europäische Wildkatze in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Ländern Deutschland/Belgien/Niederlande/Luxemburg statt. Im Jahr 2013 haben sich Forschende aus verschiedenen europäischen Ländern getroffen, um einen wissenschaftlichen Verbund zum Thema Europäische Wildkatze ins Leben zu rufen. Die zurzeit noch im Aufbau befindliche Gruppe nennt sich EUROWILDCAT und lehnt sich an das Konzept von EURODEER.

Referenzen

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Studien und Publikationen

Thema Taxonomie

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Thema Internationale Projekte

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  • SEMINAR ON THE BIOLOGY AND CONSERVATION OF THE WILDCAT (Felis silvestris). Nancy, France, 23-25 September 1992. Council of Europe, Strasbourg.
  • INTERNATIONAL SYMPOSIUM ON EUROPEAN WILDCAT AND LYNX, 27.-28.7.2012 in Jena. Säugetierkundliche Informationen Band 8, Heft 45.
  • MACDONALD, DW., DANIELS, MJ., DRISCOLL, C., KITCHENER, A. & N.  YAMAGUCHI (2004): The Scottish Wildcat analyses for conservation and an action plan. Oxford: Wildlife Conservation Research Unit.

Thema Hybrisisierung

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  • NOWAK C, FROSCH C, HARMS V, REINERS TE, STEYER K, TIESMEYER A, WERTHEIMER J (2014): Genetische Erfassung ausgewählter Säugetiere in Deutschland – hochsensitive DNA-Analytik im Dienste des Artenschutzes. Säugetierkundliche Informationen, 48: 331.
  • NUSSBERGER, B., M. P. GREMINGER, P. GROSSEN, L. F. KELLER & P. WANDELER (2013): Development of SNP markers identifying European wildcats, domestic cats, and their admixed progeny. Mol. Ecol. Resour. doi: 10.1111/1755-0998.12075
  • RANDI, E., PIERPAOLI, M., BEAUMONT, M., RAGNI, B. & SFORZI, A. (2001): Genetic identification of wild and domestic cats (Felis silvestris) and their hybrids using Bayesian clustering methods. Mol. Biol. Evol. 18: 1679-1693.

Thema Schutzstatus

Thema Raumnutzung

  • BÜTTNER, I., KUCKELKORN, K.-H. & M. TRINZEN (2003): Der kleine "Eifeltiger" hat überlebt. Die Pirsch 3: 8 - 11.
  • GÄRTNER,S. & T. NORGALL (2008): Ein Rettungsnetz für die Wildkatze – Die Artenschutz- und Biotopverbund-Kampagne des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Jahrbuch Naturschutz in Hessen 12: 13 - 18.
  • GÖTZ, M. & ROTH, M. (2007): Verbreitung der Wildkatze (Felis s. silvestris) in Sachsen-Anhalt und ihre Aktionsräume im Südharz. Beiträge zur Jagd- und Wildforschung, Band 32: 437 - 448.
  • HERRMANN, M. & J. KNAPP (2007): Artenschutzprogramm Wildkatze im Saarland. Öko-Log Institut im Auftrag des Ministeriums für Umwelt.
  • HÖTZEL, M.,  KLAR, N., SCHRÖDER, S., STEFFEN, C. & C. THIEL (2007): Die Wildkatze in der Eifel. Habitate, Ressourcen, Streifgebiete. Ökologie der Säugetiere Bd. 5.
  • HUPE, K., POTT-DÖRFER, B. & M. GÖTZ (2004): Nutzung autobahnnaher Habitate im Bereich der BAB 7 nördlich von Seesen durch die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) unter dem Aspekt der Lebensraumzerschneidung. Inform. d. Naturschutz Niedersachs. 24, Nr. 6: 267 - 277.
  • DIETZ, M., SIMON O. & K.BÖGELSACK (2012): Vorkommen und Raumnutzung der Wildkatze (Felis silvestris silvestris) im Zuge des Ausbaus der B 508 / B 62 mit Ortsumgehungen zwischen Kreuztal und Erndtebrück im Rothaargebirge (NRW).Institut für Tierökologie und Naturbildung.
  • KLAR, N. (2007): Der Wildkatze könnte geholfen werden – das Beispiel eines Wildkorridorsystems für Rheinland-Pfalz. In: Leitschuh-Fecht, H. & Holm, P. (Hrsg.): Lebensräume schaffen – Artenschutz im Verkehrsnetz, Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr, Ilsede. 115-128.
  • MENZEL, S. (2011): Raumnutzung eines Wildkatzenkuders (Felis silvestris silvestris) im Weinbergsgebiet zwischen Pfälzerwald und Rheinebene, Lehrstuhl für Umweltbiologie und Chemodynamik, Institut für Umweltforschung. RWTH Universität Aachen, Diplomarbeit.
  • MÖLICH, T. & S. KLAUS (2003): Die Wildkatze (Felis silvestris) in Thüringen. Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 40, Heft 4: 109 - 135.

Thema Querungshilfen

  • BUNDESANSTALT FÜR STRASSENWESEN (2014): Monitoring von Grünbrücken. Bund-Länder Arbeitskreis, Landschaftspflege und Naturschutz im Straßenwesen. BASt-Bericht V 237. bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2014/771/pdf/V237b.pdf
  • GÖTZ, M. & S. JEROSCH (2010): Wildkatzen und Straßen : Ermittlung von Unfallschwerpunkten im Ostharz. Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt, Jahrgang 47, Heft ½. publikationen.ub.uni-frankfurt.de/files/31544/goetz_jerosch_2010_unfallschwerpunkte.pdf
  • HOLDEREGGER, R. & M. DI GIULIO (2010): The genetic effects of roads: A review of empirical evidence. Basic and Applied Ecology 11: 522 - 531. www.naturumweltwissen.ch/webpdfs/holderegger_digiulio_2010.pdf
  • JACKSON, N.D. & L. FAHRIG (2011): Relative effects of road mortality and decreased connectivity on population genetic diversity. Biological Conservation 144: 3143 - 3148. www.glel.carleton.ca/PDF/webDump/11Jackson&FahrigBiolConserv.pdf
  • KLAR, N. (2008): Wildkatzenwege für Nordrhein-Westfalen. Abschlussbericht BUND NRW. www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Naturschutz/Projekte/Wildkatzenwege_Klar2009.pdf
  • KLAR, N., HERRMANN, M. & S. KRAMER-SCHADT (2009): Effects and Mitigation of Road Impacts on Individual Movement Behavior of Wildcats. The Journal of Wildlife Management, 73: 631-638.
  • MAQ (2008): Merkblatt zur Anlage von Querungshilfen für Tiere und zur Vernetzung von Lebensräumen an Straßen. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/vkw/ivs/gsa/dateien/maq.pdf
  • PIR, J.B., R. SCHAULS, M. DIETZ & O. SIMON (2011): Bedeutung von Wildbrücken zur Vernetzung von Wanderkorridoren für die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris Schreber, 1777) am Beispiel von Pettingen/Mersch (Luxemburg). Bulletin de la Société des natura listes luxembourgeois 112: 59 -71. www.snl.lu/publications/bulletin/SNL_2011_112_059_071.pdf
  • SIMON, O., K. HUPE & M. TRINZEN (2005): Wildkatze (Felis silvestris, Schreber 1777). In: Methoden zur Erfassung von Arten der Anhänge IV und V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Doerpinghaus et al., Bearb.). Naturschutz und Biologische Vielfalt 20: 395 - 402.

Thema Wildtierkorridore

  • HERRMANN, M. & N. KLAR (2007): Wirkungsuntersuchung  zum  Bau eines wildkatzensicheren Wildschutzzaunes im Zuge des Neubaus der BAB A 60, Bittburg - Wittlich, pp. 100. Koblenz: Landesbetrieb Mobilität  Rheinland-Pfalz.
  • HERRMANN  M.,  GRÄSER  P.,  FEHLING  S.,  KNAPP  J.  &  N. KLAR  (2008): Die  Wildkatze  im  Bienwald. Eine Studie  im  Auftrag  der  Landkreise  Germersheim  und  Südliche  Weinstrasse,  Öko-log,  IUS  Weibel  & Ness, nv-s.de.
  • KLAR, N., FERNÁNDEZ, N., KRAMER-SCHADT, S., HERRMANN, M., TRINZEN, M., BÜTTNER, I. & C. NIEMITZ (2008): Habitat selection models for European wildcat conservation. Biological Conservation 141: 308 - 319.
  • KLAR, N. (2010): Lebensraumzerschneidung und Wiedervernetzung - Ein Schutzkonzept für die Wildkatze in Deutschland. Freie Universität Berlin. Dissertation. www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000008292/Diss_Klar_2010.pdf
  • KUNZE, C., GAISBAUER, A., SCHOLZ, F. & T. MÖLICH (2015): Projekt Wildkatzensprung. Der Wildkatzenwegeplan in Sachsen: Methodische Grund-lagen, Ergebnisse und Handlungsempfehlungen. BUND Landesverband Sachsen e.V..
  • MÖLICH, T. & S. KLAUS (2003): Die Wildkatze (Felis silvestris) in Thüringen. Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 40, Heft 4: 109 - 135.
  • MÖLICH, T. & B. VOGEL (2007): Best Practices for Implementing Biotope Networks in Highly Fragment Landscapes: The Safety Net for the European Wildcat. Proceedings of the 2013 International Conference on Ecology and Transportation (ICOET 2013). wildkatze.info/fileadmin/bilder/weiterfuehrendes/ICOET2013_Paper105D_Vogel_Molich.pdf
  • MÖLICH, T. & B. VOGEL (2007): Wie ein Brückenschlag für die Wildkatze gelang. In: Leitschuh-Fecht, H., Holm, P. (Hrsg.): Lebensräume schaffen. Artenschutz im Verkehrsnetz. Umwelt und Verkehr 5 Haupt, Bern, S. 129 - 138.
  • MÜLLER, U., STREIN, M. & R. SUCHANT (2003): Wildtierkorridore  in Baden-Württemberg. Berichte Freiburger forstliche Forschung, Heft 48. www.fva-bw.de/publikationen/fff_bericht/fff_h_48.pdf
  • SIMON, O. (2007): Wildkatzen-Wegeplan  Hessen – Biotopverbundkonzept  für  die  Wildkatze  (Felis silvestris  silvestris) in  Hessen  im  Rahmen  des  BUND-Projektes  „Ein  Rettungsnetz  für  die Wildkatze“. BUND Hessen, Frankfurt. cms.bund-hessen.de/hessen/dokument/wildkatzenwegeplan_hessen.pdf 

Thema Wildtkatzenwegeplan

  • GEORGII, B., WOTSCHIKOWSKY, U. (2008): Straßen und Wildtiere. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Bonn.
  • HERRMAN, M ., ENSSLE, J., SÜSSER, M. & J.-A. KRÜGER (2007): Der NABU-Bundeswildwegeplan. HTTP://WWW.WILDKORRIDOR.DE/PDF/128_NABU_BUNDESWILDWEGEPLAN.PDF
  • KLAR, N., FERNÁNDEZ, N., KRAMER-SCHADT, S., HERRMANN, M., TRINZEN, M., BÜTTNER, I. & C. NIEMITZ (2008): Habitat selection models for European Wildcat conservation. Biological Conservation 141: 308 - 319.
  • KLAR, N. (2010): Lebensraumzerschneidung und Wiedervernetzung - Ein Schutzkonzept für die Wildkatze in Deutschland. Freie Universität Berlin. Dissertation. www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000008292/Diss_Klar_2010.pdf
  • MÜLLER, U. (2006): Konzept eines Lebensraumverbundes für waldgebundene Säugetierarten für Hessen und benachbarte Bundesländer. In : Naturschutz-Akademie Hessen, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Institut für Tierökologie und Naturbildung (Hrsg.): Kleine Katzen – große Räume. Tagungsband zur Wildkatzentagung in Fulda am 11.11.2005, NAH-Akademie-Berichte, Wetzlar, NZH-Verlag.
  • VOGEL, B., MÖLICH, T. & N. KLAR (2009): Der Wildkatzenwegeplan. Ein strategisches Instrument des Naturschutz. Naturschutz und Landschaftsplanung 41, (11): 333 - 340.

Thema Genmonitoring

  • HUPE, K., B. POTT-DÖRFER & M. SEMRAU (2004): Nutzung autobahnnaher Habitate im Bereich der BAB 7 nördlich von Seesen durch die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) unter dem Aspekt der Lebensraumzerschneidung. Information des Naturschutz Niedersachens 24, Nr.6 (6/04): 266-278, 283.
  • HUPE K. & O. SIMON (2007): Die Lockstockmethode - eine nicht invasive Methode zum Nachweis der Europäischen Wildkatze (Felis s. silvestris). Information des Naturschutz Niedersachens 27: 66-69.
  • NOWAK C. & K. STEYER (2009): Abschlußbericht Genetisches Monitoring der Wildkatze im Rahmen des Projektes “Ein Rettungsnetz für die Wildkatze”- Teilbereich Kontrolle. Conservation Genetics Group, Senckenberg Gelnhausen.
  • SIMON, O., HUPE, K. & M. TRINZEN (2005): Raubsäuger (Carnivora) - Wildkatze Felis silvestris Schreber, 1777.  In: Doerpinghaus, A.; Eichen, C.; Gunnemann, H.; Leopold, P.; Neukirchen, M.; Petermann, J. & Schröder, E. (Bearb.): Methoden zur Erfassung von Arten der Anhänge IV und V der Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie.- Naturschutz und Biologische Vielfalt 20: 395-402.
  • STEYER, K., SIMON, O., KRAUS, R.H.S., HAASE, P. & C. NOWAK (2013): Hair trapping with valerian-treated lure sticks as a tool for genetic wildcat monitoring in low-density habitats. European Journal of Wildlife Research, 59: 39-46. 

Bildmaterial zu den Texten

Hier finden Sie das zu den jeweiligen Texten passende Material an Grafiken und Tabellen.

Reihenfolge der Grafiken

  • Genmonitoring: Karte 1
  • Genmonitoring: Karte 2
  • Taxonomie: Äußere Unterscheidungsmerkmale der Europäischen Wildkatze gegenüber der getigerten Hauskatze (BORTENLÄNGER 1995)
  • Taxonomie: Unterscheidungskriterien der Europäischen Wildkatze von der Hauskatze, am toten Tier (BORTENLÄNGER 1995)
  • Raumnutzung: Vergleichswerte von Streifgebietsgrößen

Hintergrund zum Thema

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