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Kleine Tiger in Gefahr: Bedrohung der Wildkatze

Es ist nicht lange her, da lebten Wildkatzen fast überall in Europa. Heute sind sie von vielen Orten ihrer ursprünglichen Heimat verschwunden.

Zwei junge Wildkätzchen; Foto: Thomas Stephan / BUND Noch verstecken sie sich, doch bald erkunden die jungen Wildkatzen ihre Umgebung.  (Thomas Stephan / BUND)

Lange Zeit wurden die Wildkatzenbestände vor allem durch die Jagd dezimiert. Jäger*innen verwechselten sie mit verwilderten Hauskatzen und schossen sie ab. Aber auch Schlagfallen und freilaufende Jagdhunde bei der Nachsuche setzten ihnen zu. Heute sind die Verluste durch die Jagd vergleichsweise gering, außerdem steht die Wildkatze inzwischen unter ganzjähriger Schonzeit.

Nutzung der Landschaft gefährdet die Wildkatze

Der Straßentod ist die häufigste Todesursache bei Wildkatzen; Foto: Simon Olaf / BUND Der Straßentod ist die häufigste Todesursache bei Wildkatzen  (Simon Olaf / BUND)

Das größte Problem für die Wildkatze ist heute die immer intensivere Nutzung der Landschaft durch Verkehr, wachsende Siedlungen und intensive Landwirtschaft. Dadurch wurden die Tiere auf wenige Restlebensräume zurückgedrängt. Diese letzten Rückzugsgebiete liegen verstreut wie Inseln im Meer. Die dort lebenden, vereinzelten Wildkatzenpopu­lationen sind sehr klein und entsprechend anfällig für Inzucht und Krankheiten.

Zudem fällt eine hohe Anzahl an Wildkatzen dem Straßenverkehr zum Opfer. Häufig werden junge Wildkatzen auf der Suche nach eigenen Streifgebieten überfahren.

Wildkätzchen im Wald lassen!

Verschleppte Wildkätzchen müssen aufwendig wieder ausgewildert werden; Foto: A. Bernhard Verschleppte Wildkätzchen müssen aufwendig wieder ausgewildert werden.  (A. Bernhard)

Im Frühjahr, wenn die Wildkatzen ihren Nachwuchs zur Welt bringen, kommt es immer wieder vor, dass die Jungen von Wanderern mitgenommen werden. Die Tierfreund*innen halten sie für ausgesetzte Hauskätzchen. Zuhause oder beim Tierarzt ist die Überraschung dann groß: Die Kätzchen lassen sich nicht zähmen. Sie müssen aufwendig mit der Hand aufgezogen und wieder ausgewildert werden.

Wer also beim Waldspaziergang maunzende Katzenkinder sieht oder hört, hat vielleicht eine Wildkatzenfamilie entdeckt. Jetzt heißt es: Bitte nicht stören! Sollte ein junges Kätzchen jedoch verletzt oder alleine aufgefunden werden, informieren Sie bitte den BUND. Hier finden Sie den richtigen Ansprechpartner*innen in den BUND-Landesverbänden.

Holzpolter – Todesfallen für Wildkätzchen

Diese drei Wildkätzchen überlebten die Tortur und wurden zurück in den Wald gebracht; Foto: Dieter Schmidtke Diese drei Wildkätzchen überlebten die Tortur und wurden zurück in den Wald gebracht.  (Dieter Schmidtke)

Oft beziehen Wildkatzen auch Holzpolter, um dort zu werfen und ihre Jungen aufzuziehen. Holzpolter, das sind die Stapel der gefällten Stämme, die auf den Ab­transport warten. Von diesen Sammelplätzen geht jedoch echte Lebensgefahr für die Tiere aus. Immer wieder werden die Wildkätzchen beim Abtransport der Stämme zerquetscht oder mitverladen.

Wildkätzchen, die diese Tortur überleben, sollten dann sofort zurückgebracht werden, denn mit etwas Glück ist die Mutter noch in der Nähe und findet die Kätzchen wieder. Wenn dies nicht gelingt müssen die Wildkatzen zunächst mit der Hand aufgezogen und dann auf­wendig wiederausgewildert werden.

Der BUND fordert, von März bis August, also während der Haupt-Wurf- und Aufzuchtzeit der Wildkatzen, dass die Polter, wenn sie in Wildkatzenwäldern liegen, nicht weggeräumt werden dürfen! Auch die Lagerung an einem zentralen Lagerplatz oder der sofortige Abtransport wären der jetzigen Praxis vorzuziehen.

Wildkatze steht auf der Roten Liste

Die Wildkatze gehört zu den "besonders geschützten" Arten. Auf der Roten Liste der Wirbeltiere wird sie als "gefährdet" eingestuft. Zudem unterliegt sie europäischen Schutzbestimmungen. In der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitatrichtlinie) steht sie im Anhang IV, welche "streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaft­lichem Interesse" auflistet und verbietet, Individuen dieser Arten zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen.

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