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Wichtige Wildbienen: Ohne Bestäubung keine Früchte

Viele Kulturpflanzen müssen von Insekten bestäubt werden, um hohe Erträge zu bringen. Dabei spielen Wildbienen eine weitaus größere Rolle als bislang angenommen.

Erdhummel auf Blüte; Foto: S. Mösch / naturimdetail.de Erdhummel auf Blüte  (S. Mösch / naturimdetail.de)

In Europa sind etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und rund 80 Prozent der Wildpflanzen abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Wildbienen benötigen Nektar und Pollen für ihre eigene Versorgung und sind ungemein eifrige Blütenbesucher. Dabei tragen sie Blütenpollen von einer Blüte zur anderen und befruchten die Pflanzen – quasi nebenher. Wildlebende Insekten erreichen dabei mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie Honigbienen.

Es wurde sogar beobachtet, daß Hummeln im Gegensatz zu Honigbienen in derselben Zeit die drei- bis fünffache Anzahl von Blüten besuchen. Bei einer Zählung wurden für den 100minütigen Sammelflug einer Ackerhummel 2.634 besuchte Blüten ermittelt.

Wildbienenvielfalt führt zu größeren Äpfeln

Der monetäre Wert der Insekten-Bestäuberleistung in Europa beträgt etwa 14,2 Milliarden Euro pro Jahr. Wildbienen leisten einen beträchtlichen Teil dieser Arbeit. Und sie sind richtig gut darin! Gärtner*innen und Landwirt*innen setzen heute Hummeln in Tomaten-Gewächshäusern und Wildbienen im Obst- und Mandelanbau und zur Bestäubung von Luzernenfeldern ein.

Forscher*innen haben zudem herausgefunden: Je mehr Wildbienenarten es gibt, desto häufiger wird jede einzelne Blüte besucht. Bis zu einem Drittel der Ernten ist unmittelbar von der Häufigkeit der Wildbienenbesuche an der Blüte abhängig. Ein weiterer guter Grund, die unterschiedlichen Wildbienen-Lebensräume zu erhalten und in unseren ausgeräumten Agrarwüsten neu zu schaffen! Und: Um so industrialisierter und größer die Ackerflächen werden, desto stärker hängt der Ertrag der Landwirtschaft von den Wildbienen ab.

Wildbienen sichern das Überleben von Pflanzen

Wildbienen sichern aber nicht nur die Ernteerträge, sondern auch die Vielfalt und das Überleben unzähliger Wildpflanzen! Viele Wildbienenarten bestäuben im Laufe des Jahres in den verschiedensten Ökosystemen viele unterschiedliche Blütenpflanzen, wie beispielsweise der Rotklee. Diese Pflanze ist für die Viehwirtschaft als Futterpflanze von großer Bedeutung.

Rotklee hat Blüten mit langen, engen Blütenröhren, die von Bienen nicht bestäubt werden können, da ihr Rüssel zu kurz ist. Ausschließlich langrüsselige Hummeln sind in der Lage, diese Pflanze zu bestäuben und dadurch deren Fortbestand zu sichern. In Frankreich und Dänemark macht man sich diese Tatsache zunutze, indem neben Rotkleefeldern Hummelnester aufgestellt werden. So leisten die kleinen Brummer auch einen Beitrag zur Viehwirtschaft. 

Mit der Gefährdung vieler Wildbienenarten durch die anhaltende Zerstörung der Lebensräume in unseren Landschaften bedrohen wir also nicht nur eine faszinierende Insektengruppe. Wir setzen die vielleicht wichtigsten Arten unserer Ökosysteme aufs Spiel.

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Magnus J.K. Wessel

Leiter Naturschutzpolitik und -koordination
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