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Einzigartig: Die Blumen des Meeres

Seenelken, Zylinderrosen, Zwerganemone, Wachsrosen, Seedahlie, Nelkenkorallen – die Rede ist nicht von Blumenarten sondern von Blumentieren (Anthozoa). Diese Tierklasse besiedelt weltweit alle Meere, so auch unsere Nord- und Ostsee.

Zylinderrose; Foto: boesch76 / CC0 / pixabay.com Zylinderrose auf dem Meeresboden

Gemeinsam mit den Quallen gehören die Blumentiere zu den Nesseltieren (Cnidaria). Die Tentakelkrone am Kopfende besteht aus hunderten Fangarmen, die dicht mit Nessel- und Klebezellen besetzt sind. Der blumenartigen Tentakelkrone und der oft bunten Färbung verdanken die Blumentiere ihren Namen.

Andere Arten heißen einfach wegen ihres strahlenförmigen Körperbaus Aktinien (Strahlentiere), so zum Beispiel die weit verbreitete Pferdeaktinie. Und auch eine "Tote Mannshand" gibt es. Diese zählt zu den Weichkorallen (Lederkorallen). Sie  besitzt kein Kalkskelett wie die bekannten tropischen Riffkorallen, die rote Edelkoralle (Mittelmeer) oder die Kaltwasserkorallen, die an den Schelfrändern im Nordatlantik große Riffe bilden.

Die Tote Mannshand lebt auf Steinriffen in der Deutschen Bucht und auf den Felsen von Helgoland. Ihre Form erinnert oft an einen aufgedunsenen Handschuh. Sie fängt sich winzige Nahrungsteilchen aus dem Wasser. Kleine Planktontiere können von ihr mit Hilfe von Nesselfäden betäubt und festgehalten werden.

Blumentiere leben am Meeresgrund. Mit ihrer Fußplatte saugen sie sich auf Steinen, Felsen, Muschelschalen oder anderen harten Gegenständen fest. Viele Arten sitzen nur auf freiliegenden Gegenständen, manche nutzen auch vergrabene Objekte. Wenn sie sich bei Gefahr zusammenziehen, verschwinden sie dann ganz im Boden.

Die Seenelke ist das Charaktertier des nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu schützenden Lebensraums der Steinriffe. Seenelken werden über 20 cm groß, haben fein aufgefiederte Tentakeln und erfreuen uns im Aquarium durch ihre schnelle Vermehrung, noch mehr aber durch rötliche, gelbliche, weiße und graue Farben. Da die Gletscher der Eiszeit auch in Nord- und Ostsee Moränenreste mit Steinfeldern, Findlingen und wallartig aufgetürmten Felsblöcken hinterlassen haben, sind Seenelken und Manneshände dort immer noch zu finden.

Zum Glück meiden die Fischer mit ihren oft zerstörerischen Bodengeschirren solche Riffe, so dass sich eine artenreiche Lebensgemeinschaft ausbilden kann. Dazu gehören neben den Blumentieren auch Moostierchen, große essbare Seeigel, Seesterne und Schlangensterne, Taschenkrebse, gelegentlich sogar Hummer sowie Garnelen, Kleinkrebse, Muscheln, Schnecken, Schwämme, Ringelwürmer und Seescheiden.

Das BUND-Projektbüro Meeresschutz setzt sich für den Erhalt von Steinriffen, als Lebensstätte unserer Nordseekorallen und Blumentiere, ein, und trägt so zum Erhalt der Artenvielfalt in den Meeren vor unserer Haustür bei.

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