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Eine treue Heimkehrerin: die Trottellumme

Die Trottellumme (Uria aalga) ist die größte der Alkarten und bevorzugt die kalten Regionen. Ihre Erscheinung mag an Land etwas unbeholfen wirken – eine Erklärung für ihren Namen ist ihr "trottelmäßiger" Gang –, aber als Seevogel des offenen Meeres ist Tauchen ihre Spezialität. Auf der Suche nach kleinen Fischen steckt sie ihren Kopf unter Wasser, um dann geschwind abzutauchen. Mit ihren Flügeln schlagend ist die Trottellumme ein schneller und geschickter Taucher und erbeutet Sprotten, Heringe oder Sandaale.

Trottellummen auf dem Lummenfelsen auf Helgoland; Foto: Rainer Borcherding Trottellummen auf dem Lummenfelsen auf Helgoland  (Rainer Borcherding)

Trottellummen sind echte Seevögel: Nur zum Brüten werden die Vögel an Steilküsten sesshaft. Ihre Brutgebiete ziehen sich bis hinauf an die Küsten des Eismeeres. In Deutschland trifft man sie zum Brüten nur auf Helgoland, dies allerdings schon seit mindestens 200 Jahren durchgehend. Bis zu über 2.000 Brutpaare finden sich dort jedes Jahr ein.

Die meisten Trottellummenpaare brüten auf dem sogenannten Lummenfelsen auf Helgoland, dessen Namenspate sie sind. Der Lummenfelsen ist Deutschlands kleinstes Naturschutzgebiet. Zur Brutsaison sammeln sich dort dicht gedrängt die nistenden Vögel. Neben der Trottellumme ist der Felsen auch für Basstölpel, Dreizehenmöwe, Eissturmvogel und Tordalk ein beliebtes Brutgebiet. Auf dem zerklüfteten Felsen aus rotem Sandstein, weiß gesprenkelt vom Guano unzähliger Besucher, bieten kleine Vorsprünge begehrte, vor Räubern sichere Nistplätze.

Das Kreiselprinzip: Die Eier der Trottellumme sind spitze!

Die Weibchen legen nur ein einziges Ei, direkt auf den blanken Fels. Um es rundum warm zu halten, legt die Trottellumme dieses zum Brüten auf ihre Füße. Und damit die Eier nicht von den schmalen Felsvorsprüngen rollen, haben sie eine besondere Form: Sie sind an einer Seite zugespitzt und funktionieren wie ein Kreisel. Wird das Ei versehentlich angestoßen – etwa wenn der andere Elternteil das Brüten übernimmt –, dann dreht es sich um sich selbst statt vom Felsen zu rollen. Die Eier der Trottellumme sind unterschiedlich bunt gesprenkelt.

Bildergalerie Trottellumme

(zum Vergrößern Bild anklicken)

Berühmt ist der sogenannten Lummensprung. Ermutigt durch die lauten Zurufen ihrer Eltern stürzen sich die Jungvögel von ihrem Felsvorsprung ins Meer. Gerade drei Wochen alt, können die jungen Trottellummen noch nicht fliegen. Beim Lummensprung spreizen sie ihre kurzen Flügel weit ab und versuchen, so gut es geht zu segeln. Selbst eine unsanfte Landung im Sand aus vielen Metern Höhe überleben die meisten – eine dickes Fettpolster schützt sie.

Danach folgen die Jungtiere ihren Eltern ins Meer; schwimmen können sie bereits hervorragend. Auf dem Meer ist es die Aufgabe des Vaters, sich noch einige Wochen um das Junge zu kümmern.

Plastikmüll im Meer ist für Seevögel lebensgefährlich

Früher wurde die Trottellumme gejagt, ihre Eier wurden gesammelt. In einigen Regionen geschieht dies noch heute. Doch größere Gefahr droht den Tieren aus anderer Richtung: Oft werden die Seevögel Opfer von Stellnetzen und Geisternetzen oder verfangen sich im an der Meeresoberfläche treibenden Plastikmüll.

Schwindende Fischbestände sorgen für Nahrungsengpässe. Und auch für die Trottellumme – wie für viele Seevögel – ist fälschlicherweise für Nahrung gehaltenes Plastik eine gefährliche Beikost. Nicht selten kostet sie den Vögeln das Leben.

Gegen diese Müllflut in den Meeren kämpft der BUND. Durch Aufklärungsarbeit, durch seinen Mikroplastik-Einkaufsratgeber und auch durch Strandsäuberungsaktionen ist der BUND gegen Plastikmüll aktiv. Seien auch Sie dabei!

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