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Die Ringelgans – zu Zehntausenden auf den Halligen

Die Ringelgans ist eine ziemlich kleine Meeresgans. Sie verbringt ihre Winterzeit auf den Halligen und an der Nordseeküste, wo sie in großen Trupps zu beobachten ist. Ihr hübscher namensgebender heller Ringel am Hals fällt dabei auf dem dunklen Federkleid besonders auf – und macht die Ringelgans unverwechselbar.

Ringelgans im Flug; Foto: Stefan Menzel Ringelgans im Flug  (Stefan Menzel)

Das "Rott – rott – rott", der charakteristische und häufige Ruf der Ringelgans gibt ihr auch den Namen Rottgans. Sie ernährt sich je nach Angebot im Winterhalbjahr in den Flachwasserbereichen von Seegras, Grünalgen und Queller, dem jungen Grün der Salzwiesen und sitzt auf den Fennen der Halligen. Ist der Winter vorbei, ziehen die Ringelgänse wieder in die Brutgebiete in den Norden. Doch nicht jede Ringelgans fliegt die gleiche Route: Es gibt es drei Unterarten der Ringelgans, die in verschiedene Gebiete ziehen.

Drei traditionelle Routen – drei Unterarten

Vor unseren Küsten überwintert die dunkelbäuchige Ringelgans (Branta bernicla bernicla). Sie  brütet im Sommer in Nordsibirien und ist die sogenannte Nominatform, da sie von Carl von Linné erstmals wissenschaftlich beschrieben worden ist. Das Gefieder der dunkelbäuchigen Ringelgans ist düster schiefergrau mit kleinen weißen Bändern auf den Halsseiten.

Weiterhin gibt es noch die schwarzbäuchige Ringelgans (Branta bernicla nigricans), die in Ostsibirien und Nordwestkanada brütet und die Grönländische Ringelgans (Branta bernicla hrota), die in Westkanada, Nordgrönland, Spitzbergen und Franz-Joseph-Land brütet.

Die Flugroute ist bei Ringelgänsen nicht wie bei vielen anderen Vögeln genetisch festgelegt – die jungen Gänse bekommen den Weg im Frühjahr von ihren Eltern gezeigt und bleiben dann den traditionellen Routen, Rast- und Brutplätzen ihr Leben lang treu. Und das können bis zu zwanzig Jahre sein. Ringelgänse leben, wie alle Gänse, in Einehe. Sie sind sehr gesellig: Außerhalb der Paarungs- und Brutzeit leben sie in großen Verbänden.

Brüten auf dem Land – aber nur kurz

Ringelgänse auf der Hallig; Foto: Stefan Menzel Ringelgänse auf der Hallig  (Stefan Menzel)

Kommen die Ringelgänse im Frühjahr in ihre traditionellen Brutgebieten an, beginnen sie sofort mit ihrem Brutgeschäft: In kleinen Kolonien werden Nester in der Tundra errichtet. Lange halten sie es dort aber nicht aus. Nachdem nach etwa 25 Tagen aus den drei bis vier Eiern die kleinen Gänse geschlüpft sind, wird nur noch das Trocknen der frisch geschlüpften Küken abgewartet. Dann geht es zurück auf das sichere Wasser der Seen und Flüsse im Brutgebiet.

Während der Aufzucht der Kleinen, die nur 40 Tage dauert, sind die Ganter anderweitig beschäftigt. Sie bilden selbständige Mausertrupps, die fern der Familie ihr Federkleid erneuern. Mitte Juli, wenn auch die Jungvögel flügge werden, wechseln alle Altvögel ihre Schwingen, bevor sie den Rückflug in die Überwinterungsgebiete beginnen. Dort können wir etwa 250.000 bis 300.000 der dunkelbäuchigen Ringelgänse zählen.

Leerer Bauch oder ruhiges Mittagsmahl?

Ringelgänse; Foto: Stefan Menzel  (Stefan Menzel)

Nachdem am Anfang des 20. Jahrhunderts große Seegrasbestände als Hauptwinternahrung der Gänse in Europa durch Befall eines Schleimpilzes verschwanden, hatte dies einen direkten Einfluss auf die Population.

Intensive Bejagung und Störung der Rastgebiete führten zusätzlich dazu, dass nur etwa 10 bis 25 Prozent der Gänse überlebten. Eine weitere Folge war, dass die Tiere sich auf Pflanzen der Salzhaffwiesen umstellten. Mittlerweile sind die Rastplätze der Ringelgänse in Westeuropa geschützt und auch ein Jagdverbot trug zur Erholung der Gänseart bei.

Um auf die Bedeutung und den Schutz der hübschen Gans hinzuweisen, werden jährlich im Frühjahr die "Ringelgans-Tage" auf den nordfriesischen Halligen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer veranstaltet. Auch das BUND-Projektbüro Meeresschutz setzt sich für den Erhalt und Schutz der Rast- und Überwinterungsgebiete der Ringelgänse an unseren Küsten ein – und trägt so zum Erhalt der Artenvielfalt an den Meeren vor unserer Haustür bei. 

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