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Der Wolf ist zurück in Deutschland

Der Wolf galt in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts als ausgerottet. Seit einigen Jahren erobern sich die Tiere ihre ursprüngliche Heimat zurück. Der BUND begrüßt die Rückkehr des Wolfes.

Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald; Foto: Meli1670 / CC0 / pixabay.com Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald  (Meli1670 / pixabay.com)

Die ersten Beobachtungen von neuen Wölfen in Deutschland gab es bereits 1996. Im Jahr 2000 wurde schließlich der erste wildlebende Wolfsnachwuchs in der Muskauer Heide in Sachsen geboren. Aktuell leben in ganz Deutschland mindestens 60 Rudel, 13 Paare und drei sesshafte Einzeltiere, wobei die meisten Wölfe in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zu finden sind. Aber auch in fast allen anderen Bundesländern siedeln sich mittlerweile wieder einzelne Wölfe an.

Mit nur rund 160 erwachsenen Tieren ist der günstige Erhaltungszustand des Wolfes hierzulande noch lange nicht erreicht. Der günstige Erhaltungszustand ist maßgeblich für die Einschätzung des Schutzstatus nach EU-Recht. Forderungen nach einer Herabstufung des strengen Schutzstatus des Wolfes lehnt der BUND ab. Dasselbe gilt für eine Übernahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz. Mehrfach auffällig gewordene Wölfe können nach geltendem Recht auch jetzt schon erlegt werden, so bereits geschehen in Niedersachsen und Sachsen.

Hat der Wolf eine Zukunft in Deutschland?

Wolfsjunges; Foto: iStock.com / Iurii Wenn ein Wolfsjunges alt genug ist, verlässt es das Revier der Eltern, um sich sein eigenes Territorium zu suchen.  (Iurii / iStock.com)

Wölfe sind äußerst anpassungsfähig und nicht auf unberührte Wildnis angewiesen, sie kommen in unserer Kulturlandschaft gut zurecht. Als typische Langstreckenwanderer können sie in kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen. So ist davon auszugehen, dass sich auch in den kommenden Jahren weitere Rudel in geeigneten Lebensräumen in Deutschland ansiedeln – wenn man sie lässt.

Wichtig für die erfolgreiche Wiederbesiedlung Deutschlands durch den streng geschützten Wolf ist dessen Akzeptanz und Toleranz durch die Bevölkerung, Nutztierhalter*innen und Jäger*innen. Der Schutz von Nutztieren vor Wolfsübergriffen ist dabei von zentraler Bedeutung. Der BUND fordert daher die vollständige Förderung von Herdenschutzmaßnahmen durch die Behörden, unbürokratische Entschädigungszahlungen bei Rissen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Schäfer*innen, z. B. durch die Einführung einer Weidetierprämie.

Fragen und Antworten zu Wölfen in Deutschland

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Sind Wölfe für Menschen gefährlich?

Nein, Angst vor Wölfen braucht niemand zu haben. Das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf kennt zwar jedeR, doch in Wahrheit geht der Wolf dem Menschen lieber aus dem Weg.

Was ist ein Wolfsrudel?

Das Wolfsrudel könnte man fast als Familie bezeichnen, denn es besteht aus dem Elternpaar und dessen Nachwuchs des aktuellen und des letzten Jahres. Ein Wolfspaar bleibt oft sein ganzes Leben zusammen. Wenn die Jungtiere alt genug sind, verlassen sie das Revier der Eltern, um sich ihr eigenes Territorium zu suchen. Dabei müssen sie oft weite Strecken zurücklegen. Die Größe des vom Rudel besetzten Gebietes hängt stark mit dem Nahrungsangebot zusammen.

Was fressen Wölfe?

Das Beutespektrum der heimischen Wölfe reicht von Reh-, Rot- und Schwarzwild über Hasen bis hin zu Mäusen und Vögeln. Gelegentlich kann es auch zu Übergriffen auf Schafe oder Ziegen kommen, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind.

Sind Nutztiere den Wölfen schutzlos ausgeliefert?

Nein, durch die Verwendung von wolfssicheren Zäunen nahm die Zahl der Risse von Nutztieren in den Wolfsgebieten in den letzten Jahren ab. Hier muss die Politik den Tierhalter*innen aber auch finanzielle Unterstützung anbieten, z.B. zur Anschaffung von Herdenschutzhunden. Die Bundesländer sollten schleunigst Managementpläne für den Wolf aufstellen, in denen Hilfen und Entschädigungen für Tierhalter geregelt werden. 

Können Wölfe und Jäger*innen miteinander auskommen?

Eine Bejagung des Wolfes ist in Deutschland gesetzlich verboten. Auch wenn der Wolf dieselben Tiere wie die Jäger*innen bevorzugt, gibt es Möglichkeiten für ein gutes Miteinander von Wölfen und Jäger*innen. Jäger*innen sollen einen "den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestand" (§ 1 Bundesjagdgesetz) erhalten, dazu zählen auch Beutegreifer wie der Wolf. Vereinzeltes Fehlverhalten bei Wolfabschüssen sollte Anlass für verstärkte Aufklärungskampagnen sein. 

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