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Ringelrobben – Nachwuchs auf dünnem Eis

Neben Seehund und Kegelrobbe gibt es noch eine weitere Robbenart in unseren Meeren: die Ringelrobbe. In der Arktis ist sie eine der häufigsten Robbenarten. Die Ostsee-Ringelrobbe ist deutlich seltener.

Ringelrobben in der Ostsee; Foto: Michaela Mayer Namensgebend für die Ringelrobben sind die ringelförmigen Flecken auf ihrem Fell.  (Michaela Mayer)

Nur etwa 7.000 bis 10.000 Ringelrobben tummeln sich an den Küsten von Finnland, Schweden, Estland und Russland. Ostsee-Ringelrobben bringen ihre Jungen im Februar und März auf die Welt. Und weil der Eisbär als Feind nur in der Arktis vorkommt, müssen die Ringelrobben in der Ostsee sich vor allem vor Füchsen, großen Möwen und Seeadlern in Acht nehmen.

Doch der wahre Feind der Ringelrobben ist der Mensch. Jagd und Umweltgifte haben ihre Population in der Ostsee im 20. Jahrhundert von ehemals 180.000 auf nur noch 5000 im Jahre 1980 sinken lassen. Auch wenn sich die Bestände dank Jagdverbot und Rückgang von Umweltbelastungen leicht erholt haben, droht ihnen jetzt eine neue Gefahr: der Klimawandel.

Zu warme Winter bedrohen die Ringelrobbe

Ringelrobben-Mutter mit Jungtier; Foto: © aussieanouk - Fotolia.com Ringelrobben-Mutter mit Jungtier  (aussieanouk / fotolia.com)

Ringelrobben sind während ihrer Reproduktion auf Eis und Schnee angewiesen und benötigen Ostseebereiche, die mindestens 90 Tage im Jahr mit einer stabilen Eisschicht bedeckt sind. Auf dieser Eisschicht sammelt sich Schnee, den die weiblichen Tiere zum Schutz der Jungtiere für den Bau von Schneehöhlen nutzen.

Da es mittlerweile in einigen Wintern nur kurze zusammenhängende Frostperioden gibt bzw. einige Aufzuchtsgebiete nahezu eisfrei sind, gelingt es den Muttertieren nicht mehr, ihre Jungtiere aufzuziehen. Die Robbenbabys haben zu wenig Zeit, um eine wärmeisolierende Fettschicht zu bilden, bevor sie ins eiskalte Wasser müssen. Als weitere Gefahren drohen ihnen das Ertrinken in Fischernetzen, Störungen durch Eisangeln und die illegale Jagd.

Der BUND fordert seit jeher, dass Störungen und Belastungen jeglicher Art von unseren heimischen Meeressäugern fernzuhalten sind. Dabei geht es um den Einsatz von Lärmminderungsmaßnahmen bei menschlichen Aktivitäten im Meer und die Verminderung des Schadstoffeintrages und des Mülles jeglicher Art. Die Überfischung wird als gesamtökosystematisches Problem und die Senkung von Emissionen durch beispielsweise Energieeinsparung angemahnt. 

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