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Mopsfledermaus auf der Roten Liste

In Nordrhein-Westfalen sah man die Waldfledermaus in den 1960er Jahren in den frühen Abendstunden noch häufig durch die Luft segeln. Heute gehört sie zu den seltensten Fledermausarten und ist im gesamten Bundesgebiet vom Aussterben bedroht. Nur noch zwei größere Mopsfledermaus-Bestände konnten in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen werden.

Pelziger Jäger mit Vampirzähnen

Mopsfledermaus. Foto: Bernd Ohlendorf Kuscheliger als vermuten lässt: die Mopsfledermaus.  (Bernd Ohlendorf)

Es wird langsam dunkel. Klein und pelzig jagt etwas dicht über die Baumwipfel hinweg, auf der Suche – nicht nach menschlichem Blut, wie die Legende behauptet. Die Mopsfeldermaus schnappt nach Nachtfaltern und Mücken. Ihre langen Vorderzähne allerdings lassen den Mythos des Vampirs, der in Fledermausgestalt durch die Nacht gleitet, Gestalt annehmen.

Auch ihre winterlichen Aufenthaltsorte erscheinen wenig anheimelnd: Wie der Vampir hält auch sie sich in unterirdischen Höhlen, Stollen, Brunnen und Kellern auf, wenn sie von November bis März Winterschlaf hält. Andererseits möchte man gerne über das dichte Fell des winzigen Geschöpfs streichen. Und auch die dunklen Knopfaugen und die mopsartige Schnauze räumen letzte Vorbehalte aus.

Giftige Nahrung

Schuld an dem starken Rückgang der Mopsfledermaus ist vor allem der Einsatz von Pflanzenschutz­mitteln in Land- und Forstwirtschaft. Sie kosten zum einen Beutetiere wie Kleinschmetterlinge das Leben, zum anderen stirbt die kleine Fledermaus einen langsamen Tod, indem sich mehr und mehr Gift in ihrem Körper anreichert. Heute fehlt es den wenigen überlebenden Mopsfledermäusen außerdem an Sommerquartieren hinter abstehender Rinde oder in Baumhöhlen. Denn viele alte Bäume werden als "Gefahrenbäume" gefällt.

Mit den Winterquartieren sieht es nicht viel besser aus: Immer mehr Höhlen, Stollen und Bunker werden mit Beton verschlossen oder zugesprengt. Letztlich gefährdet auch der Straßenverkehr die Mopsfledermaus. Ihr niedriger Flug macht sie zu einem häufigen Verkehrsopfer.

Zurück zur naturnahen Forstwirtschaft

"Helfen können der Mopsfledermaus vor allem die Förster: Wenn sie mehr tote Bäume in ihren Wäldern stehen lassen, findet die Fledermaus genügend Quartiere. Sie braucht fünf bis zehn Quartierbäume pro Hektar", erklärt Bernd Meier-Lammering, Fledermausexperte und stellvertretender Landesvorsitzender des BUND in Nordrhein-Westfalen. Eine naturnahe Forstwirtschaft mit artenreichen, unterschiedlich alten Mischwäldern biete auch für Falter wieder eine Lebensgrundlage. So finde die Mopsfledermaus genügend Nahrung. Pestizide sollten auch in der Landwirtschaft nicht mehr oder nur noch reduziert eingesetzt werden.

Dann jagt das kleine Geschöpf auch künftig über die Bäume – und macht uns den Sommer ein bisschen mückenfreier.

Artenporträt

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Anprechpartner

Bernd Meier-Lammering

BUND-Landesverband Nordrhein-Westfalen
Merowingerstraße 88 40225 Düsseldorf E-Mail schreiben Tel.: 05 21 / 5 57 39 03

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