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Tide-Wasserfenchel

Die fortschreitende Zerstörung der Auen durch Hafenausbau, Eindeichungen und die Flussregulierungen sind die Gründe warum es von dem Tide-Wasserfenchel heute nur noch knapp 1.000 Stück an den Ufern der Elbe gibt.

Hamburger Rarität

Tide-Wasserfenchel. Foto: Jacqueline Neubecker Hat eine Vorliebe für tägliche Überflutungen – der Tide-Wasserfenchel.  (Jacqueline Neubecker)

Eine echte Hamburger Rarität: Der Schierlings-Wasserfenchel ist nur am Gezeiten-Süßwasserufer der Elbe zu finden. Bis die übermannsgroße Pflanze mit ihren wolkigweißen Blüten aus einem von tausenden Samen im Elbeschlick entsteht, können viele Jahre vergehen. Denn die Samen können dort lange Zeit überdauern, bis der Fluss sie an eine geeignete Stelle trägt.

Statt des Meersalzwassers ist in diesem besonderen Lebensraum Süßwasser dem Einfluss von Ebbe und Flut unterworfen. Zweimal täglich sinkt das Wasser und entzieht sich dem Ufer, bis es zurückkehrt und es wieder überspült. Nur auf den letzten 30 Kilometern, bevor die Elbe ins Meer mündet, mischt sich Salzwasser in das Süßwasser des Flusses.

Nur noch ein schwaches Leuchten

In den letzten Jahrzehnten werden die Auen allerdings zunehmend zerstört. Heute schmücken nur noch etwa 1.000 Tide-Wasserfenchel die Ufer mit weißen Lichtkugeln, wenn die Sonne sich in den vielen kleinen Blüten verfängt. Mit seinen tausenden langlebigen Samen und seiner Vorliebe für tägliche Überflutungen ist die Pflanze außergewöhnlich angepasst an die extremen Verhältnisse in den Prielen und Flussmündungen. Das macht ihr so schnell keiner nach, so dass sie nicht mit anderen Pflanzen um ihren Standort konkurrieren muss.

Übrigens ist der Schierlings-Wasserfenchel weder giftig wie der Schierling, noch eine Nutz- und Heilpflanze wie der Fenchel. Oft wird er außerdem mit dem gewöhnlichen Wasserfenchel verwechselt. An den Blättern lassen sich die beiden nahen Verwandten unterscheiden: Während der Tide-Wasserfenchel gefiederte und gezähnte Blätter hat, sind die des Wasserfenchels fadenartig zerschlitzt.

Neue Schutzgebiete

"Der Hafenausbau, Eindeichungen und die Flussregulierungen sind die Ursache dafür, dass der Tide-Wasserfenchel so selten geworden ist", berichtet der Biologe Wolfram Hammer vom BUND-Hamburg. Das Bundesamt für Naturschutz habe damals 124.000 Mark investiert, um die Pflanze im Deichvorland von Overhaken wieder verstärkt anzusiedeln. "Im Elbvorland wurde ein neuer 250 Meter langer Priel gegraben. Dann wurde Schlamm mit Samen ausgebracht", so Wolfram Hammer.

Wissenschaftler des Botanischen Vereins Hamburg und mehrerer Universitäten betreuten das Projekt, das im Jahr 2004 abgeschlossen wurde, und dokumentierten das Gedeihen der Pflanzen. So stieg die Zahl der Tide-Wasserfenchel im Untersuchungsgebiet um mehr als die Hälfte an. In Hamburg und dem angrenzenden Schleswig-Holstein werden außerdem 1.618 Hektar Süßwasser-Tideauen unter Schutz gestellt und ergänzen damit das NATURA 2000 Gebiet "Schleswig-Holsteinisches Elb-Ästuar" mit der Pinneberger Elbmarsch, der Haseldorfer und der Wedeler Marsch.

Nun kann sich der Bestand des Tide-Wasserfenchels erholen und das Elbwasser wird weiterhin die abertausend Samen der seltenen Pflanze ans Ufer spülen, damit aus einigen eines Tages die große Pflanze mit ihren wolkengleichen Blütendolden entsteht.

Artenporträt

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Ansprechpartner

Wolfram Hammer

BUND-Landesverband Hamburg
Lange Reihe 29 20099 Hamburg E-Mail schreiben Tel.: 0 40 / 41 36 69 - 55 Fax: 0 40 / 60 03 87 - 20

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