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Der Knotentang: Von Schwimmblasen getragen

Vor allem in den Wintermonaten landen an der Nordseeküste viele Großalgen im Spülsaum. Am häufigsten ist dann der Knotentang an unseren Stränden zu finden.

Knotentang Anhand der Anzahl der Schwimmblasen kann man das Alter von Knotentang bestimmen.  (Rainer Borcherding)

Sein wissenschaftlicher Name Ascophyllum nodosum bedeutet so viel wie "knotiges Schlauchblatt" und deutet auf die knotenartigen Blasen dieser Braunalge hin. Die Schwimmblasen kommen beim Knotentang – anders als beim Blasentang – nicht paarig, sondern einzeln vor.

Der Knotentang ist dunkel olivgrün bis schwarz gefärbt und kann bis zu zwei Meter lang werden. Er wächst an geschützten Standorten im mittleren Gezeitenbereich von Felsküsten.

Das Alter von Knotentang zu bestimmen, ist sehr leicht: Im dritten Jahr wächst ihm die erste Blase, danach kommt (gemessen in der gesamten Länge von der Haftscheibe bis zur längsten Spitze) jedes Jahr eine weitere Blase hinzu. Während viele andere große Algen der Gezeitenzone meist nicht länger als fünf Jahre leben, kann der Knotentang bis zu 20 Jahre alt werden.

Knotentang ist mittlerweile weit verbreitet

Durch die großen und stabilen Schwimmblasen können im Sturm abgerissene Pflanzen weit und lange treiben. Wie die meisten anderen Großalgen, die festes Substrat benötigen, um wachsen zu können, wuchs der Knotentang an der deutschen Nordseeküste ursprünglich nur an wenigen Stellen auf Helgoland. Die an unseren Stränden angespülten Pflanzen stammen meist von den Felsküsten Großbritanniens oder Frankreichs. Inzwischen werden jedoch auch Hafenmauern im Wattenmeer vom Knotentang besiedelt.

Knotentang Zu Algenmehl verarbeitet dient Knotentag als Tierfutter.  (Rainer Borcherding)

Neben diesem "natürlichen" Transport sorgt auch der Mensch für eine weitere Verbreitung: Vor allem an der Ostküste Nordamerikas wird der Knotentang nämlich häufig als Verpackungsmaterial für das Verschicken von Köderwürmern sowie Hummern und anderer Schalentiere benutzt. Allerdings enthält diese "Naturverpackung" dann nicht nur die Algen, sondern allzu oft auch andere Lebewesen, die auf, in und zwischen den Algen wachsen. Es wird vermutet, dass zum Beispiel die Strandkrabbe und die raue Strandschnecke auf diesem Wege von der Ost- zur Westküste Nordamerikas gelangt sind. 

Orange Männchen, grüne Weibchen

Der Knotentang ist getrenntgeschlechtlich, das heißt es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Die Keimzellen befinden sich auf den warzigen Seitenblasen oder Fruchtkörpern (auch "Rezeptakel" genannt). Die Geschlechtsbestimmung ist im Frühling bei hochreifen Pflanzen sogar mit dem bloßen Auge möglich: Männliche Keimzellen sind orange, weibliche grünlich!

Der Knotentang wird, z.B. in Norwegen und Irland, geerntet und – zu Algenmehl verarbeitet – als Zusatz zu Tierfutter verwendet. Der norwegische Name "Grisetang" heißt übersetzt "Schweinetang" und verweist auf diese traditionelle Nutzung. Aber auch für die Herstellung von Alginaten (Verdickungsmittel in Nahrungsmitteln und Kosmetikprodukten) oder als Düngemittel wird der Knotentang in einigen Ländern verwendet.

Knotentang dient Vögeln zum Nestbau

Knotentang Natürlich verworrener Knotentang ist ungefährlich für Seevögel – anders als Plastikmüll, der tödliche Folgen haben kann.  (Rainer Borcherding)

Auf Helgoland nutzen Basstölpel auf dem Wasser schwimmende Algen wie den Knotentang für den Nestbau.

Leider schwimmen nicht nur Algen auf dem Wasser sondern auch Meeresmüll wie z.B. Netzteile, Plastikgeschirr und Plastiktüten. Anders als das natürliche Algen-Nestmaterial zerreißen Plastik- oder Netzteile nicht, weshalb sich viele Basstölpel in ihren eigenen Nestern strangulieren.

Auch im Spülsaum findet man den Knotentang häufig mit Überresten aus der Fischerei vermischt. Der BUND weist auch in diesem Zusammenhang auf die Problematik des hohen Anteils von Plastikmüll in den Meeren und an unseren Küsten hin.

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