Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

OK

Flammen-Adonisröschen auf der Roten Liste

Sein Anblick ist heute selten geworden. Sehr selten. Denn das Flammen-Adonisröschen ist bundesweit vom Aussterben bedroht. Nur in einigen Bundesländern wie Thüringen kommt es vereinzelt noch vor – zum Beispiel im Umkreis des Kyffhäuser Bergrückens.

Teufelsauge scharlachrot

Adonisröschen. Foto: Dr. Thomas Schöpke Herbizide und Düngemittel erschweren dem Flammen-Adonisröschen die Fortpflanzung.  (Dr. Thomas Schöpke)

Scharlach- oder blutrot flammt es dem Betrachter zwischen goldenem Weizen entgegen, wenn er am Rand eines Ackers spazieren geht. Seine intensive Farbe gab dem Flammen-Adonisröschen auch den Namen Brennendes Teufelsauge. Doch dafür sieht es eigentlich viel zu hübsch aus.

Die seltene Blume blüht nur einen Sommer lang, dafür umso verschwenderischer: Die sattroten Blüten thronen von Mai bis August auf 15 bis 30 Zentimeter langen Stängeln. Denn wie viele andere Ackerwildkräuter lebt das Adonisröschen nur ein Jahr lang. Grund: Die Äcker werden jedes Jahr umgebrochen. Die Samen finden in der frisch gepflügten Krume dann optimale Lebensbedingungen.

Das Brennende Teufelsauge mag es warm, trocken und kalkhaltig. Übrigens ist es, wie auch die übrigen Adonisröschen, giftig. Es enthält Glykoside, die in Medikamenten zur Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt werden. Während der Blütezeit ist der Glykosidgehalt am höchsten.

Intensiv-Landwirtschaft erschwert das Überleben

Für das Verschwinden des Flammenden Adonisröschens sind immer intensivere landwirtschaftliche Anbaumethoden mit einem üppigen Einsatz von Herbiziden und Düngemitteln verantwortlich. Auch wird der Boden heute mithilfe von hoch motorisiertem Gerät so tief gepflügt, dass die Samen der Ackerwildkräuter zu tief im Erdreich "begraben" werden.

Auch ein Grund für das Verschwinden des Adonisröschens: In der modernen Saatgutreinigung werden alle Wildkrautsamen entfernt – schlechte Zeiten für Ackerwildkräuter. Wo extensiv genutzte Äcker brach fallen, fällt der Samen der seltenen Pflanze nicht mehr auf frisch gepflügten Boden und tut sich schwer. "Wollen wir uns auch in Zukunft an Adonisröschen, Kornblumen und anderen Ackerwildblumen erfreuen, muss der Einsatz von Herbiziden und Düngemitteln reduziert werden", so Elke Blanke vom BUND in Nordhausen. Ackerrandstreifen-Programme hätten sich als Kompromiss zwischen dem Wunsch der Landwirte nach hohen Erträgen einerseits und der Erhaltung unserer Artenvielfalt andererseits bewährt. Der Landwirt verzichtet auf den letzten Metern seines Feldes auf Düngung und Herbizideinsatz und sät hier sein Saatgut auch dünner ein. Dadurch gibt es wieder mehr Platz für Flammenröschen & Co. "Solche Ackerrandstreifen-Programme werden in verschiedenen Bundesländern gefördert, auch hier in Thüringen", berichtet Elke Blanke.

Auf keinen Fall möchte man die schöne Blume missen, sondern Aug´ in Aug´  mit den flammenden Punkten, mit den Brennenden Teufelsaugen am Rande von Äckern spazieren gehen.

Artenporträt

BUND-Newsletter abonnieren!

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen.

Ansprechpartnerin:

Elke Blanke

BUND-Kreisverband Nordhausen
Rasenweg 109 99765 Urbach E-Mail schreiben Tel.: 0 36 31 / 91 13 24

BUND-Bestellkorb