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Folgen des Pestizideinsatzes für Insekten und andere Bodenorganismen

Sie sind klein und ihr Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt ist vielen Menschen nicht bewusst: Insekten und andere Bodenorganismen sind wichtige ökologische Funktionsträger und bilden mit ihrer großen Vielfalt den größten genetischen Schatz unserer Erde. Bodenorganismen wirken sich besonders positiv auf die Bodenstruktur und den Stoffumsatz dieses Ökosystems aus, ohne sie bleibt der Boden unfruchtbar – ihr Aussterben ist verheerend für die Landwirtschaft.

Schlupfwespe; Foto: André Karwath / CC BY-SA 2.5 / wikicommons Schlupfwespen sind natürliche "Schädlings"-Bekämpfer  (André Karwath / Schlupfwespe (Hoplocryptus bellosus) )

Ein großes Problem ist die Nutzung von Pestiziden, die gegen "Unkräuter" eingesetzt werden aber gleichzeitig Insekten und andere Kleinstorganismen schädigen: Der herbizide Wirkstoff Pendimethalin, der in Deutschland in sieben Pestizidprodukten zugelassen ist, bedroht beispielsweise Asseln und Springschwänze, die als Zersetzer und Humusbildner unverzichtbare Arbeit vollbringen.

Tödliche "Nebenwirkungen"

Die Insektizide Pirimicarb und Phosalon schädigen direkt und indirekt Laufkäfer. Diese sind eigentlich Nützlinge, die sich von kleineren Insekten ernähren und dabei kein bestimmtes Beuteschema aufweisen. Die beiden Insektizide töten aber statt "Schädlinge" zu bekämpfen entweder direkt diese nützlichen Tiere des Agrarlandes oder dezimieren ihr Vorkommen durch den Entzug ihrer Nahrung.

Der Einsatz von Insektiziden führt häufig nicht zum gewünschten Effekt, wie auch folgendes Beispiel verdeutlicht: Untersuchungen von Rapsfeldern haben ergeben, dass zum Beispiel die Insektizide Lambda-Cyhalothrin und Thiacioprid tatsächlich die Zahl der Schädlinge stark reduzieren. Gleichzeitig töten und vertreiben sie aber Schlupfwespen, die natürliche Schädlingsbekämpfer sind. Ihr Verschwinden auf den betroffenen Flächen erzwingt daher eine höhere Dosierung der Pestizide.

Lösungsansätze

Um die Vielfalt der Insekten und Bodentiere auf Agrarflächen zu erhöhen, muss der Einsatz von Pestiziden stark reduziert werden. Anstatt mit der Chemiekeule "Schädlinge", Nützlinge und andere "Nicht-Zielorganismen" zu schädigen, muss das natürliche Gleichgewicht der Agrarlandschaften mit Hilfe extensiver Landwirtschaft gewahrt und wieder hergestellt werden.

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