Grüne Korridore aus Büschen und Bäumen – die BUND-Pilotprojekte

Auf Grundlage des Wildkatzenwegeplans entstanden und entstehen durch den BUND Waldverbindungen aus Büschen und Bäumen – sie zeigen, dass Biotopvernetzung funktioniert!

Grüner Korridor aus der Luft; Foto: Thomas Stephan / BUND Grüner Korridor in Thüringen aus der Luft betrachtet  (Thomas Stephan / BUND)

Die grünen Korridore sind Verbindungen von Waldgebieten, so dass die Wildkatze und andere Waldbewohner neue Lebensräume erreichen und sich wieder ausbreiten können.

Der BUND zeigt: Auch in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft sind solche Vernetzungen von natürlichen Rückzugsräumen möglich.

Grüne Korridore in den Bundesländern

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Baden-Württemberg

Der BUND und seine Unterstützer*innen starteten mit der Pflanzung eines Wildkatzenkorridors bei Herrenberg südwestlich von Stuttgart, indem sie 120 Bäume und Büsche in die Erde setzten. Dieser Erfolg wirkte wie eine Initialzündung. Mittlerweile konnten 20 Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 32.500 Quadratmetern für den Korridor gewonnen und über 8.000 Gehölze gepflanzt werden. So sollen die Wildkatze und andere Wildtiere den Weg vom Schwarzwald in den weiter östlich gelegenen Naturpark Schönbuch finden können. Die Verbindung durchquert ein landwirtschaftlich intensiv genutztes und dicht besiedeltes Gebiet.

Aktuell arbeitet der BUND an einem zweiten Korridor in Baden-Württemberg, der nördlich von Stuttgart im Kreis Ludwigsburg liegt. Er soll den Naturpark Stromberg-Heuchelberg mit dem Schwäbisch-Fränkischen Wald im Nordosten von Stuttgart verbinden. Hier verläuft eine für die Wildkatzen wichtige Ost-West-Verbindung, weshalb die Pflanzung dieses Korridors von strategischer Bedeutung ist.

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Hessen

In Hessen sollen die Wildkatzenkorridore helfen, die Lebensräume des Rothaargebirges mit dem Mittelgebirge Knüll zu verbinden. Zwei Waldverbindungen wachsen bereits südwestlich von Kassel im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der erste Korridor bei Viermünden erstreckt sich auf einer Fläche von mindestens 51.000 Quadratmetern und verbindet das Mittelgebirge Rothaargebirge mit dem östlich davon gelegenen Gebirge Kellerwald. Der zweite grüne Korridor befindet sich im selben Landkreis etwas weiter südlich bei Frohnhausen. Er beginnt ebenfalls am Rothaargebirge, verläuft aber bis zum Mittelgebirge Burgwald.

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Niedersachsen

In Niedersachsen wurden bereits sieben Waldverbindungen gepflanzt. Sie helfen, die Lebensräume westlich und nördlich des Harzes miteinander zu verbinden. Im Landkreis Holzminden nordwestlich von Göttingen pflanzte der BUND einen grünen Korridor zwischen den Wäldern Hirschzunge und Weinberg. Zuvor waren diese durch landwirtschaftliche Flächen voneinander isoliert. Ebenfalls im Landkreis Holzminden wurde ein Korridor zwischen dem Mittelgebirge Vogler und der Weser angelegt, der einen Teil eines größeren Nord-Süd-Korridors bildet.

Drei weitere Wildkatzenkorridore wurden in den Landkreisen Hildesheim und Holzminden gepflanzt: Einer davon ist ein 270 Meter langer und 50 Meter breiter Korridor bei Alfeld, der die Wälder des Mittelgebirgszuges Hils und des Höhenzuges Reuberg miteinander verbindet. Ein weiterer grüner Korridor verläuft zwischen Ausläufern des Hildesheimer Waldes und der Bergkette Hainberg. Am Hildesheimer Wald beginnt eine weitere Verbindung, die 900 Meter lang ist und sich bis zur Leine und dem Naturschutzgebiet "Leineaue unter dem Rammelsberg" erstreckt.

2017 wurde ein weiterer Korridor vom Fischbecker Wald bei Hameln zum Höhenzug Süntel angelegt. Der neuste grüne Korridor Niedersachsens wurde 2020 am westlichen Rand des Mittelgebirgszuges Elm bei Braunschweig gepflanzt. Er führt vom Elm in Richtung des Höhenzuges Asse und soll die beiden Gebiete zukünftig miteinander verbinden. 

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Rheinland-Pfalz

Zwischen zwei Kernlebensräumen der Wildkatze, dem südlichen Pfälzerwald und dem Bienwald, im Süden des Bundeslandes entsteht seit mehreren Jahren ein neun Kilometer langer grüner Korridor. Durch BUND-Aktive in der Region konnten dort bereits 45.000 Quadratmeter Fläche gesichert und mit Büschen und Bäumen bepflanzt werden.

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Thüringen

Der erste Wildkatzenkorridor des BUND wurde bereits 2007 in Thüringen gepflanzt. Er zeigte erfolgreich, wie es gelingen kann, Wälder für die Wildkatze und viele andere Arten wieder miteinander zu verbinden. Dieser Korridor verbindet den Nationalpark Hainich mit dem Höhenzug Hörselberge. Die Hörselberge dienen als "Trittstein" für die Wiederbesiedlung des Thüringer Waldes. 2012 gelang es BUND-Mitarbeiter*innen erstmals, Wildkatzen auf dem Korridor nachzuweisen. Die Verbindung wurde später weiter ausgebaut, so dass der Hainich und der Thüringer Wald jetzt miteinander verbunden sind.

Zusätzlich konnten weitere Trittsteine und Korridorabschnitte im Landkreis Greiz im Südosten sowie zwischen Südharz und Hainich und ein Korridor im Kyffhäuserkreis im Norden Thüringens realisiert und mit knapp 10.000 Feldgehölzen und Büschen bestückt werden. 

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Wälder für die Natur aufwerten

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zeigte der BUND in Pilotprojekten, wie man die Lebensräume der Wildkatze durch Strukturanreicherungen von Wirtschaftswäldern mit Totholz, Nutzungsverzicht des Altbaumbestandes oder durch angepasste Bewirtschaftungsformen verbessern kann. 

In Nordrhein-Westfalen lag der Fokus auf einer Aufwertung im Umfeld des Nationalparks Eifel. Die Waldkomplexe dieser Region haben große Bedeutung für die Vernetzung zum südlichen Bereich nach Rheinland-Pfalz und westlich nach Belgien. 

In Rheinland-Pfalz lag der Schwerpunkt auf Waldaufwertungen zwischen Westerwald/Taunus und dem Rothaargebirge nordwestlich der Stadt Montabaur. Die Verbindung von der Montabaur Höhe in Richtung Rothaargebirge ist von besonderem nationalen und internationalen Interesse, denn hier verläuft eine der Hauptverbindungsrouten für die Wildkatze zwischen zwei großen und bislang weitgehend isolierten Verbreitungsgebieten in Mittel- bzw. Westdeutschland.

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