Der Gartenschläfer – "Zorro" braucht Hilfe!

Der Gartenschläfer ist der kleine Verwandte des Siebenschläfers. Ursprünglich war er in weiten Teilen Europas beheimatet. Doch seine Bestände gehen drastisch zurück – und niemand weiß, warum! Der BUND, die Uni Gießen und die Senckenberg Gesellschaft sind deshalb auf Spurensuche nach der Schlafmaus mit der "Zorro-Maske".

Dass die heimischen Gartenschläfer in so kurzer Zeit aus vielen Regionen verschwinden, lässt Naturschutz und Wissenschaft aufhorchen: Was sind die Ursachen? Wie kann man die Bestände erhalten? Und was bedeutet das für den Zustand der Artenvielfalt in Deutschland?

Um diese Fragen zu beantworten, hat der BUND sich mit der Uni Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung auf „Spurensuche Gartenschläfer“ begeben. Das Ziel: Wir wollen wissen, was dem Gartenschläfer so sehr zusetzt und wie wir ihm helfen können. Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf www.gartenschlaefer.de.

Der Gartenschläfer – "Zorro" braucht Hilfe! Der Gartenschläfer ist der "Zorro" unter den Schlafmäusen.  (Jiří Bohdal)

Steckbrief des Gartenschläfers

Alle Beiträge auf- oder zuklappen
Aussehen

Auffällige schwarze Kopfzeichnung ("Zorro-Maske"), rotbraun-grau gefärbtes Fell, Flanken und Unterseite weiß

Größe

Körperlänge: 12 bis 17 Zentimeter; Schwanzlänge 10 bis 14 Zentimeter

Gewicht

60 bis 90 Gramm, im Winter bis über 130 Gramm

Nachwuchs

Bereits im Mai, nach einer Tragzeit von 21 bis 23 Tagen bringen die ersten Weibchen vier bis sechs Junge zur Welt. Die Jungen kommen in Baumhöhlen, Nistkästen oder selbst gebauten Nestern in Büschen zur Welt. Mit etwa 40 Tagen sind die Jungen selbstständig.

Nahrung

Gartenschläfer sind Allesfresser; auf dem Speiseplan stehen v.a. Insekten, Würmer, Schnecken und Eier, aber auch Früchte, Samen und Knospen.

Vor dem Winterschlaf frisst der kleine Nager besonders viel. Er baut damit eine Fettschicht als Vorrat und Isolation an.

Lebensweise

Der kleine „Zorro“ ist fast ausschließlich nachtaktiv. Nachts begibt er sich auf Nahrungssuche und den Tag verschläft er in einem seiner Versteck.

Gartenschläfer halten ausgedehnt Winterschlaf von Oktober bis April. Sie überwintern in Baumhöhlen und Felsspalten, aber auch in Mauern, Gebäuden und Höhlen.

Einmal aufgewacht, beginnt bereits die Paarungszeit. Dann sind die Gartenschläfer am auffälligsten. Die Weibchen signalisieren durch lautes Pfeifen ihre Paarungsbereitschaft, während Männchen sich streiten und lautstark um die Weibchen werben.

Stimme

Während der Paarungszeit im Frühling können die Gartenschläfer-Männchen auch schon mal recht laut werden. Ihr Quieken, Pfeifen und Murmeln ist dann die ganze Nacht hindurch zu hören.

Bildergalerie: Der Gartenschläfer in Aktion

(zum Vergrößern Bilder anklicken)

Projekt "Spurensuche Gartenschläfer"

In Deutschland kommt der Gartenschläfer in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vor: Im Südwesten ist er in Gärten, Obstplantagen und Weinbergen zu finden. Gleichzeitig besiedelt er aber auch die kühlen Hochlagen der Mittelgebirge. Doch trotz dieser Anpassungsfähigkeit ist der Gartenschläfer vielerorts bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Warum das so ist und wie man dem Gartenschläfer helfen kann – das will das Team der „Spurensuche Gartenschläfer“ herausfinden.

Seit 2018 untersuchen der BUND zusammen mit der Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ die Gartenschläfer-Bestände und alle denkbaren Ursachen für das Verschwinden der Art. Dieser Wissensschatz wird nun intensiv ausgewertet, um herauszufinden, was dem Gartenschläfer hilft und was ihn bedroht. Damit kann ein Konzept zum Schutz des Gartenschläfers entstehen, das ab 2022 umgesetzt werden soll.

Auch Sie können den Gartenschläfer schützen!

Möglich wird ein solches Projekt nur durch die die Unterstützung von vielen "Gartenschläfer-Freund*innen". Sie waren als Citizen Scientists bei der Erforschung des Gartenschläfers an unserer Seite – für die Schutzaktionen brauchen wir wieder Unterstützung. Mehr Infos und Kontakte unter www.gartenschlaefer.de.

Parallel kann jetzt schon jede*r etwas für den Gartenschläfer tun:

  • Erhalten oder schaffen Sie Versteckmöglichkeiten mit Höhlenbäumen, Wildsträuchern und Steinhaufen.
  • Helfen Sie uns, Lebensräume wie Streuobstwiesen zu erhalten.
  • Decken Sie Regentonnen ab, um Gartenschläfer vor dem Ertrinken zu schützen.
  • Verzichten Sie auf Rattengift in Gärten.
Logoleiste Bundesprogramm Biodiversität, BMU, BFN Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Ob Gartenschläfer, Fischotter oder Wildbienen – viele Arten kämpfen in Deutschland ums Überleben. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns beim Einsatz für den Erhalt unserer Natur- und Artenvielfalt. Danke!    

Jetzt spenden

Ihre Ansprech­part­nerinnen

Mechthild Klocke

Mechthild Klocke

Projektleiterin "Spurensuche Gartenschläfer"
E-Mail schreiben

Andre Andersen

Andrea Andersen

Freiwilligenmanagment Naturschutz-Großprojekte
E-Mail schreiben

Jenny Therese Kupfer

Jenny Therese Kupfer

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutz-Großprojekte
E-Mail schreiben

"Zorro" gesichtet?

Gartenschläfer grüßt aus Baumhöhle Helfen Sie uns bei der Spurensuche!  (Torsten Pröhl / www.fokus-natur.de)

BUND-Bestellkorb