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Fischotter auf der Roten Liste

Ursprünglich war der eurasische Fischotter in ganz Europa zuhause. Heute ist er in Deutschland vom Aussterben bedroht, man findet ihn nur noch in Nordostdeutschland. Wegen seines wertvollen Pelzes wurde er schon in der Vergangenheit stark bejagt.

Ein kluger Einzelgänger

Fischotter. Foto: pixel2013 / pixelio.com Meist geht der Fischotter in der Dämmerung auf Streifzug.  (pixel2013 / pixelio.com)

Schwimmen und Tauchen? Für den Fischotter kein Problem. Fast wie ein Fisch tummelt er sich mit Schwimmhäuten und stromlinienförmiger Gestalt im Wasser. Er kann bis zu fünf Minuten lang unter Wasser bleiben und dabei einige hundert Meter zurücklegen. Seine Haare sind wie ein Reißverschluss mit mikroskopisch kleinen, ineinander greifenden Keilen und Rillen miteinander verzahnt. So wirken sie wie eine wasserabweisende und wärmende Decke. Deshalb lässt der Fischotter seinem fast einheitlich braunen Fell mit dem weißen Kehl- und Brustfleck auch sorgfältige Pflege zukommen: er investiert hierfür etwa zehn Prozent der Zeit, in der er wach ist.

Zuhause ist das Ottertier an flachen Flüssen mit zugewachsenen Ufern, Seen, schmalen Bächen und Gräben. Dort gräbt es sich auch seinen Bau. Der Ausgang liegt unter Wasser. Das "Wohnzimmer" platziert der Otter klugerweise über der Hochwassergrenze. In der Dämmerung zieht es ihn aus seinem Bau, dann lockt die Nacht und er wandert oft weit am Ufer entlang oder geht auf Schwimmstreifzug – am liebsten alleine, denn der Fischotter ist ein echter Einzelgänger.

Kein Platz?

Doch wo Gewässer verbaut, Feuchtgebiete trocken gelegt und Ufervegetation großräumig abgeholzt werden, ist für ihn kein Platz mehr. Auch mit Schwermetallen und Pestiziden verunreinigte Gewässer gefährden den Otter, weil die schleichende Vergiftung seine Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt. Mehr als die Hälfte aller Otterverluste geht auf den Straßenverkehr zurück. Wenn der Otter nachts am Flussufer auf eine Brücke stößt, unterquert er sie meist nicht, sondern wählt die oben liegende Straße. Das ist oft sein sicherer Tod.

Brücken für den Fischotter 

Abhilfe schafft da nur die ottertaugliche Umrüstung der Brücken. Nur, wenn ein Uferstreifen oder ein horizontal angebrachter Holzsteg ihm die Unterquerung der Brücke erleichtern, meidet er die Straße. Hier tritt Volker Dienemann in Aktion.

Der hauptberufliche Heizungsbauer gründete 1993 in Mecklenburg-Vorpommern den BUND-Arbeitskreis Fischotterschutz, dem heute über 540 ehrenamtliche Mitarbeiter angehören. Ganze vier bis fünf Stunden widmet er sich allabendlich seiner Passion. In einer Plattenbauwohnung am Stadtrand von Neubrandenburg hat er ein kleines Büro eingerichtet. Hier gehen die Meldungen seiner Mitstreiter ein. Wo wurden Otter überfahren? Wo stehen Baumaßnahmen an "otterfeindlichen" Brücken an? Lässt sich die Gefahrenstelle beseitigen? Volker Dienemann hat für jeden Brückentyp geeignete Konzepte. Die Behörden kooperieren meist und übernehmen die Vorschläge der Otterschützer.

Wo der Fischotter solche Freunde findet, dort gibt es Hoffnung, dass er überlebt. Volker Dienemann jedenfalls handelt. Abend für Abend. Als Retter des Fischotters in Mecklenburg-Vorpommern.

Wir haben es satt!

Auf zur Demo!

Ansprechpartner

Volker Dienemann

BUND-Arbeitskreis Fischotterschutz
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