Der Fischotter – brauner Blitz im Wasser

An Land und im Wasser gleichermaßen flink und behände, ist der Fischotter dennoch ein Tier, das man nicht unbedingt im Meer erwartet. Aber eigentlich gehörten die Küsten immer schon zu seinem Lebensraum.

Fischotter im dichten Uferbewuchs Fischotter im dichten Uferbewuchs  (Heinz Klöser)

Fischotter gehören in Flüsse und Seen, wo sie an üppig bewachsenen und reich strukturierten Ufern leben. Am Meer rechnet man eher nicht mit ihnen, weil offene Watten, kurzgeweidete Salzwiesen, Badestrände und Hafenanlagen kaum zu den wilden Auenlandschaften zu passen scheinen, die sie im Binnenland bewohnen.

Gleichwohl kamen Fischotter früher auch im Wattenmeer vor, als die Küste vor dem Deichbau noch durch allmähliche Übergänge von Auwäldern über Brackwasserröhrichte zu Salzwiesen geprägt war.

Wo derartige Verzahnungen von Auen- und Küstenlebensräumen auch heute noch vorkommen, scheut der Fischotter auch das Salzwasser nicht, wie in den buchtenreichen Bodden und Föhrden der Ostsee und den Inselgewirren der skandinavischen und schottischen Küsten. 

Fischotter schießen wie Pfeile durchs Wasser. Und mit ihrer stromlinienförmigen Gestalt sehen diese Marder schon beinahe wie Robben aus, wären da nicht die kurzen Beine, die ihnen auch an Land eine rasche Fortbewegung ermöglichen.

Dies ist aber nicht der einzige Unterschied: Während sich Robben und Wale durch eine dicke Fettschicht unter der Haut vor Kälte schützen, besitzt der Fischotter ein wasserabweisendes und sehr dichtes Fell, dessen Haare durch besondere Riffeln miteinander verbunden sind, so dass eine Luftschicht festgehalten wird und der Fischotter auch im Wasser immer trocken bleibt und so nicht auskühlt.

Bildergalerie des Fischotters

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Fischotter sind scheu und flink – und deshalb schwer zu beobachten

Wie der Name schon sagt, lebt der Fischotter überwiegend von verschiedenen Fischarten – aber wirklich wählerisch ist er nicht. Je nach Angebot nimmt er auch Krebse, Vögel, Nagetiere und selbst Insekten. Große Beute nimmt er mit an Land und verspeist sie dort, wobei mit der Zeit immer weder aufgesuchte Fressplätze entstehen.

Muscheln frisst er nicht so häufig. Allerdings verwesen die Muschelschalen nicht wie andere Beutereste, so dass gerade an Muschelhaufen ein Fressplatz des Fischotters zu erkennen ist (aber aufgepasst: Auch Bisamratten und Nutrias nehmen gerne mal Muscheln zu sich).

Fischotter sind scheu und flink – und deshalb nur schwer zu beobachten. Ihre Spuren sind jedoch leicht wegen ihrer Größe und der Schwimmhäute zwischen den Zehen zu erkennen.

Ein fauler Baumeister

Fischotter am Ufer Fischotter am Ufer  (Heinz Klöser)

Ihre Baue graben Fischotter gerne in Uferböschungen, bevorzugt mit einem Unterwasser-Eingang. Aber eigentlich sind die Tiere recht faul: Lieber übernimmt der Fischotter die Baue von Bibern oder Nutrias, manchmal auch Fuchs- oder Dachsbaue in einiger Entfernung vom Wasser. Dann können sich mitunter regelrechte Otterstraßen ausprägen.

Aber auch hier kann man sich irren: Denn auch Nutrias und Biber legen solche Wechsel an. Um sicher zu sein, muss man sich die Ausscheidungen anschauen: Nur beim Fischotter finden sich Fischgräten und Schuppen im Kot.

Weil der Mensch ihm den Fisch nicht gönnte – und weil der Pelz so angenehm wärmte – wurde der Fischotter in weiten Teilen Europas ausgerottet. Inzwischen breitet er sich als nun streng geschützte Art aber wieder aus – und wer weiß? Vielleicht kehrt er sogar ins Wattenmeer der Nordsee zurück. In den Bodden der Ostsee, für dessen Schutz sich der BUND einsetzt, wird er schon heute sporadisch nachgewiesen.

Zum Artenporträt des Fischotters

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