Die Strandaster: Zwischen Eindeichung und steigendem Meeresspiegel

Durch Beweidung und Mahd der Salzwiesen ist die Strandaster stark gefährdet. Mit der Pflanze geht auch ein Lebensraum für Insekten verloren. Was kann der BUND dagegen tun?

Die Strandaster Die Strandaster ist Pflanze und Lebensraum zugleich  (Stefan Menzel)

Wenn spät im Jahr noch etwas im Garten blüht, sind es oft die Astern. Auch die einzige wildlebende Art in Norddeutschland zeigt sich dann in ihrer Blütenpracht.

In den Salzwiesen leuchtet das violette Farbenspiel der Strandaster (Aster tipolium oder Tripolium pannonicum) und läutet den Spätsommer ein.

Zahlreiche Insekten umschwärmen die Aster, die so kaum zu übersehen ist. Trotz des Winds und des salzhaltigen Meerwassers hat die kleine Pflanze den Lebensraum Salzwiese erobert.

Um zu überleben, hat sie eine spezielle Strategie entwickelt: Mit ihren sukkulenten, also dickfleischigen Blättern kann sie Wasser lange speichern. Deshalb muss sie nicht ständig das salzhaltige Wasser aufnehmen, das sporadisch um ihre Stängel gespült wird.

Aufgenommenes Salz wird in alte Blätter transportiert und abgeworfen. Äußerlich ist dies durch eine rötliche Färbung der alten Blätter erkennbar.

Exklusiver Lebensraum für Insekten

Insekten können von der Wurzel bis zur Blüte alle Teile der Strandaster nutzen. Bis zu 23 Insektenarten leben an dieser Pflanze – und zwar exklusiv. Durch Beweidung und Mahd der Salzwiesen ist die Strandaster allerdings stark gefährdet. Und weil die Pflanze verdrängt wird, geht auch der exklusive Lebensraum der Insekten verloren.

Eindeichung, eine Methode zur Landgewinnung, bedroht die Artenvielfalt des Lebensraums Salzwiese. Umgekehrt sorgt der Meeresspiegelanstieg für unnatürlich lange Überflutungen und verdrängt somit Arten in höhere Salzwiesenbereiche. So verschieben sich die Zonen verschiedener Pflanzengesellschaften. Diese Verschiebung ist allerdings durch beispielsweise den Deichbau endlich ("Gipfeleffekt").

Wie der BUND hilft

Der BUND setzt sich mit seinen ehrenamtlichen Gruppen vor Ort aktiv für den Schutz von Salzwiesen und natürlichen Überflutungsräumen ein. Und damit für einen dynamischen Naturschutz in Zeiten steigender Meeresspiegel.

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