Sonnentau: Fleischfresser-Pflanze im Dünental

Die fleischfressende Pflanze bildet klebrige Tropfen in den Drüsenhaaren der Blätter. Damit hält der Sonnentau Insekten fest. Doch der Lebensraum des Sonnentaus, feuchte Dünentäler, sind leider sehr selten geworden.

Dünen auf Inseln sind wandernde Sandberge, die wir auf dem Weg zum Strand auf den zugewiesenen Dünenwegen durchwandern können. Die hellen Weißdünen werden von Strandhafer besiedelt. Die dunkleren Dünentypen, wie beispielsweise die Braundüne, werden von Sanddorn oder Krähenbeere bewachsen. Innerhalb dieser trockenen Dünenlandschaft zaubern kleine Feuchtgebiete eine botanische Besonderheit hervor: Die feuchten Dünentäler.

Feuchte Dünentäler: Lebensraum des Sonnentaus

Sonnentau Der rundblättrige Sonnentau.  (Rainer Borcherding)

In diesen feuchten Dünentälern wächst der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) und der seltene Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia). Die beiden Arten kann man an den unterschiedlichen Blattform und Blütenständen erkennen. Der Rundblättrige Sonnentau hat, wie der Name schon sagt, runde Blätter. Der Mittlere Sonnentau hat schmale löffelartige Blätter. Der Rundblättrige Sonnentau hat eine hohe Ähre, die sich beim Aufblühen aufrichtet mit einer offenen Blüte jeweils an der Spitze. Der Mittlere Sonnentau hat nur ein paar Blüten in lockerer Traube.

Insekten liefern Nährstoffe

Die feuchten Dünentäler sind ein besonderer nährstoffarmer Standort, der konkurrenzschwachen Pflanzen ein Zuhause gibt. Der Sonnentau bezieht seine Nährstoffe aus Insekten. Klebrige Tropfen, die in den Drüsenhaaren der Blätter gebildet werden, halten die Insekten fest. Verdauungsenzyme zersetzen nun langsam die Beute und lösen die darin enthaltenen Nährstoffe.

So entstehen Dünentäler

Sonnentau bei Nacht. Sonnentau in der Nacht.  (Rainer Borcherding)

Die Dünentäler entstehen dadurch, dass ein Sandwall eine Strandfläche vom Meer abtrennt oder dass ältere Dünen im Inneren der Dünenlandschaften ausgeblasen werden. Wenn die Dünenlandschaften ausgeblasen werden, geschieht das meist bis auf die Grundwasserhöhe. So entsteht ein feuchter Lebensraum. Leider sind die feuchten Dünentäler selten geworden. Gründe dafür sind die Festlegung von Dünen aus Küstenschutzgründen, Trinkwasserentnahme oder unnatürlich lange Trockenphasen. 

Die Dünentäler gehen auch für viele andere Lebewesen, wie beispielsweise die Kreuzkröte, verloren. Auch die Nährstoffarmut geht durch den Nährstoffeintrag verschiedener menschlicher Quellen wie beispielsweise Abfälle immer mehr verloren. Dabei ist die Nährstoffarmut ein Standortvorteil für den Sonnentau.

Natürlich Dynamik von Dünen ist wichtig

Der BUND setzt sich für die natürliche Dynamik der Strände und Dünen an der Küste ein, wie sie in den Nationalparken an Nord- und Ostsee angestrebt wird. Um die Nährstoffarmut in den Dünentälern zu gewährleisten, engagiert sich der BUND durch europaweite Lobbyarbeit für eine verringerte Nährstoffanreicherungen in den Meeren und an den Küsten.

Mehr Informationen:

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