Blasentang – eine vielseitige Alge mit Schönheitseffekt

Die Braunalge ist der größte Biomassenproduzent in der Ostsee und somit sehr wichtig für das gesamte Ökosystem.

Blasentang: Unentbehrlich für das Ökosystem  (Nikolas Linke)

Blasentang (Fucus vesiculosus) ist eine der bekanntesten Braunalgen in der Nord- und Ostsee sowie dem Nordatlantik. Man erkennt ihn an den Blasen oder auch Bläschen (lat. vesicula) an den Tallusenden. Diese mit Gas gefüllten Hohlräume im Gewebe bieten Auftrieb, wodurch die Alge aufrecht im Wasser stehen kann und mehr Licht abbekommt.

Blasentang: vielseitige Nutzungsmöglichkeiten

Blasentang kann vielseitig genutzt werden. Die Schleimschicht auf der Oberfläche enthält spezielle Zucker, sogenannte Alginate, die in der Kosmetik zum Einsatz kommen. Er wird als Tiernahrung, Düngemittel und Lebensmittel genutzt. Und es wurde nachgewiesen, dass Blasentang Fucoidane enthält, die in der Krebstherapie helfen könnten.

Blasentang setzt sich auf Steinen und Muschelbänken, aber auch auf anderen Oberflächen fest, wie beispielsweise an Holzpfählen oder Seilen. Er vermehrt sich zwei Mal im Jahr. Die getrenntgeschlechtlichen Algen geben dabei ihre Geschlechtszellen frei ins Wasser ab. Nach der Befruchtung im Wasser setzten sich die befruchteten Eizellen am Untergrund fest. So entsteht ein neuer Blasentang.

Wie Blasentang das Ökosystem intakt hält

Auf Helgoland nutzen Basstölpel Algen wie Tang für den Nestbau.  (Stefan Menzel)

Im Meer ist der Blasentang ein echter Alleskönner: Die Braunalge ist der größte Biomassenproduzent in der Ostsee und somit sehr wichtig für das gesamte Ökosystem. Außerdem kann sie einen vitalen Lebensraum, ähnlich dem von Seegras bieten und dadurch vielen Tieren wie Jungfischen Unterschlupf geben.

Doch damit nicht genug, Blasentang hat noch weiteren Nutzen für das Ökosystem. Er bindet Stickstoff und Schwermetalle aus dem Wasser und reinigt somit das Meer.

Gefahren für den Bestand

Die Überdüngung (Eutrophierung) setzt dem Blasentang zu. Denn dadurch entsteht Algenblüte und somit Wassertrübung. Diese verhindert die Lichtdurchdringung im Lebensraum der Alge. Zum einen verschattet das durch die Nährstoffe vermehrt entstandene pflanzliche Plankton das Meer, wodurch das Licht zum Wachsen fehlt. Zum anderen wird der Blasentang stärker von Aufsitzerpflanzen besiedelt, was ebenfalls das Wachstum beeinträchtigt. Entsprechend hat auch das Vorkommen des Blasentangs in der Ostsee deutlich abgenommen.

  • Der BUND setzt sich für den verbesserten Schutz der Meere ein. Die wertvollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen müssen erhalten bleiben, weniger Verschmutzung und Überdüngung sollen die Meere belasten.

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