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Die Speer-Azurjungfer ist Libelle des Jahres 2020

Der BUND und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) haben die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) zur "Libelle des Jahres 2020" gekürt.

Männchen der Speer-Azurjungfer; Foto: Michael Post / GdO Männchen der Speer-Azurjungfer  (Michael Post / GdO)

Zu erkennen ist die Speer-Azurjungfer an den grünen Augenunterseiten. Die Männchen tragen am Hinterleib zudem ein speerförmiges Abzeichen. Das blau-schwarz gemusterte Männchen ist nicht einfach zu bestimmen und vor allem das grün-schwarz gefärbte Weibchen kann mit verwandten Kleinlibellenarten verwechselt werden.

Die Speer-Azurjungfer ist eine in ganz Deutschland seltene Kleinlibelle, deren Bestände in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind und die in vielen Landesteilen auszusterben droht. 

Ihr Lebensraum sind Moore und nährstoffarme Gewässer mit flachem Ufer und Verlandungszonen, lückig bewachsen von Seggen, Binsen oder Wollgräsern. 

Der Lebenszyklus der Speer-Azurjungfer, die wie alle einheimischen Libellenarten einen beachtlichen Teil ihres Lebens als Larve im Wasser verbringt, beträgt ein Jahr. Im Flachland lassen sich die erwachsenen Tiere von Mai bis Juli, im Bergland von Juni bis August beobachten.

In Deutschland liegen Verbreitungsschwerpunkte dieser Kleinlibelle im norddeutschen Tiefland, dem Östlichen Mittelgebirge, dem Südwestdeutschen Stufenland und dem Alpenvorland. Besonders wohl fühlt sich die Art in Hoch- und Übergangsmooren, aber auch in Flachmooren oder flachen, nährstoffarmen Gewässern.

Darum ist die Speer-Azurjungfer bedroht

Weibchen der Speer-Azurjungfer; Foto: Michael Post / GdO Weibchen der Speer-Azurjungfer  (Michael Post / GdO)

Für den Rückgang der Speer-Azurjungfer sind verschiedene Faktoren verantwortlich.

Zum einen der Verlust ihrer natürlichen Lebensräume: Nährstoffarme und saure Gewässer, vor allem im Moor, wo die Libelle sich am wohlsten fühlt, werden immer seltener. Etwa durch die Zerstörung der Moore durch den Torfabbau.

Zum anderen ist die Überdüngung aus der Landwirtschaft einer der Hauptfaktoren des Artenverlustes in Deutschland.

Dazu kommen die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel, die auch die Speer-Azurjungfer massiv bedrohen.

 

Warum die Kür der "Libelle des Jahres"?

Seit 2011 wählen die Gesellschaft für deutschsprachige Odonatologen (GdO), der Verband der Libellenkundler*innen, und der BUND die "Libelle des Jahres" aus, um auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Von den rund 80 heimischen Libellenarten stehen 48 auf der Roten Liste gefährdeter Insekten.

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Ihr Ansprechpartner

Magnus Wessel

Magnus J.K. Wessel

Leiter Naturschutzpolitik und -koordination
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