Wie Moore das Klima schützen

Kein Lebensraum speichert mehr Kohlenstoff als nasse Moore. Umgekehrt setzen entwässerte Moore enorme Mengen an Kohlendioxid frei. Klimaschutz funktioniert also nicht ohne Moorschutz.

Entwässerungsgraben: Entwässerte Moore bedecken in Deutschland rund 1,4 Millionen Hektar Landfläche  (Fran/AdobeStock)

In Mooren wurde über tausende Jahre organisches Material abgelagert und der Kohlenstoff darin im Torf festgesetzt. Der Sauerstoffmangel in den nassen und überfluteten Moorböden sorgte dafür, dass abgestorbene Pflanzen oder Tiere nur langsam und unvollständig zersetzt wurden. Werden Moore entwässert, sinkt der Wasserspiegel im Moor, der Torfkörper trocknet aus und zersetzt sich unter Luftzufuhr. Die Folge: Riesige Mengen an Kohlendioxid werden freigesetzt. 

Treibhausgase steigen aus entwässerten Mooren auf

Entwässerte Moore bedecken in Deutschland rund 1,4 Millionen Hektar Landfläche – und setzen jährlich bis zu 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid frei. Das entspricht rund 6,7 Prozent der deutschen Treibhausemissionen insgesamt – soviel wie der innerdeutsche Flugverkehr verursacht. Über ein Drittel der Treibhausemissionen der gesamten deutschen Landwirtschaft stammen aus der Bewirtschaftung entwässerter Moorböden.

Bis zu 40 Prozent des weltweit noch zur Verfügung stehenden Treibhausgas-Budgets für das Erreichen der Pariser Klimaschutzziele könnte allein durch die Emissionen entwässerter Moore verbraucht werden – bei fortschreitender globaler Moorzerstörung und wenn nicht sofort und konsequent in die Renaturierung von Mooren investiert wird.

Die gute Nachricht: Werden Moore wiedervernässt, vermindert sich auch schnell die Freisetzung von Kohlendioxid. Dann können die Moore auch wieder Kohlenstoff binden und unser Klima schützen. 

Dabei heißt die Devise: Nasse Natur oder Paludikultur. Also Renaturierung von Moorflächen als geschützter Lebensraum oder schnelle Wiedervernässung und Nutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Flächen auf Moorböden durch Anbau von speziellen Kulturen. Dabei sollten nur bereits nachhaltig degenerierte Moorflächen für Paludikulturen genutzt werden – wo immer möglich, sollten Moore renaturiert und als Wildnisgebiete geschützt werden. Denn intakte Moorlebensräume wirken ganzheitlich für die Artenvielfalt und den Klimaschutz gleichzeitig. 

Was ist Paludikultur?

Paludikultur auf ehemaligem Moor Paludikultur kann für die Wiedervernässung sinnvoll sein.  (Tobias Dahms)

Bei der Paludikultur können ehemalige landwirtschaftliche Flächen auf wiedervernässten Moorstandorten von Landwirt*innen weiter genutzt werden. Es werden Pflanzen wie Schilf, Seggen oder Rohrglanzgras auf nassen Niedermoorböden kultiviert und bodenschonend geerntet. Der so gewonnene Aufwuchs kann vielfältig genutzt werden, so z. B. als Baustoff und Dämmmaterial, Ausgangsstoff für Bioplastik, als Rohstoff für Biogasanlagen oder klassisch als Ried für Hausdächer. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ist die extensive Beweidung wiedervernässter Flächen durch Wasserbüffel oder Moorschnucken. Auf gestörten Hochmooren können Torfmoose kultiviert und als Torfersatzstoff in Gartenerde genutzt werden.

Besonders in ehemaligen Niedermoorgebieten können so große Flächen relativ schnell wiedervernässt werden. Diese Flächen speichern dann wieder den Kohlenstoff im Torf, statt ihn als Kohlendioxid freizusetzen. Paludikulturen spielen daher eine große Rolle beim Klimaschutz. Sie werden in Zukunft ein zentrales Werkzeug sein, um die Emission von Treibhausgasen aus gestörten Moorböden zu verringern. Eine Herausforderung stellt momentan noch die Schaffung von lokalen und überregionalen Wertschöpfungsketten dar. Obwohl die in der Paludikultur gewonnenen Rohstoffe vielfältig genutzt werden können, fehlen oft noch verarbeitende Betriebe und zugehörige Vertriebsnetze.

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Nicola Uhde

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