Zerstörung der Moore – Schutz der Moore

Da die Moore nur schwer zu begehen waren, ließen wir sie lange Zeit in Ruhe. Doch im 18. und 19. Jahrhundert begannen die Menschen damit, die Moore großflächig zu entwässern und land- und forstwirtschaftlich nutzbar zu machen. Und sie fingen an, Torf abzubauen: Früher diente dieser als Brennmaterial, heute wird er massenweise als Hauptbestandteil von Blumenerde verwendet.

Weidende Rinder Auf vielen ehemaligen Mooren weiden heute Rinder.  (Clara Bastian /AdobeStock)

Einst erstreckten sich auf rund 1,5 Millionen Hektar Moore in Deutschland, eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein. Um die Moore zu nutzen, legten die Menschen in den letzten zwei Jahrhunderten im großen Stil Gräben, Drainagen und Vorflutgräben an und leiteten das Wasser ab. Sie entwässerten die Moore. Auf den trockengefallenen Flächen wurde Land- und Forstwirtschaft betrieben. Auch Flussregulierungen und die Entnahme von Trinkwasser in der umgebenden Landschaft führen zur Absenkung des Grundwasserspiegels in Mooren. Hinzu kam der Torfabbau, zunächst im kleineren Maßstab als Brennmaterial und später großflächig für Garten- und Blumenerde. Auf diese Weise wurden rund 95 Prozent der Moore Deutschlands zerstört. 

Heute weiden auf ehemaligen Mooren Rinder, wachsen Feldfrüchte oder Forstbäume. Rund 37 Prozent aller Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft werden durch Bewirtschaftung von entwässerten Moorböden verursacht, obwohl diese nur sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen.

Hinzu kommt: Laut dem Industrieverband Garten e. V. werden hierzulande immer noch 3,7 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut, vor allem in Niedersachsen. Auch andernorts in Europa wird nach wie vor im großen Stil Torf für Gartenerde abgebaut – auch für den Export: Jährlich importiert allein Deutschland rund 4,1 Millionen Kubikmeter Torf, hauptsächlich aus dem Baltikum.

Die Moorzerstörung beschränkt sich dabei nicht auf Europa, sondern ist ein globales Problem. Indonesien beispielsweise beherbergt mit 24 Millionen Hektar Moorlandschaften rund ein Drittel aller tropischen Moore der Erde. Auch hier wurden in den letzten Jahrzehnten riesige Moorflächen entwässert, um darauf Palmölplantagen oder andere Kulturen anzulegen oder Torf zu gewinnen. Dann kam es 2015 zu entfesselten Moorbränden auf rund 2,6 Millionen Hektar Fläche, die enorme Verwüstungen anrichteten und mehr Kohlendioxid verursachten als Deutschland in einem Jahr. Um gegenzusteuern, versucht Indonesien nun in einem großanlegten Programm riesige Flächen an trockengelegten Mooren wiederzuvernässen.

Schutz der Moore

Paludikultur auf ehemaligem Moor Paludikultur kann für die Wiedervernässung sinnvoll sein.  (Tobias Dahms)

Die spärlichen Reste unserer naturnahen Moore stehen heute meist unter Naturschutz. Doch ihr ökologischer Wert ist oftmals nicht mehr, was es einst war. Deshalb sind auch in den noch bestehenden Moorgebieten Maßnahmen zur Verbesserung ihres Zustands notwendig.

Damit Moore wieder Kohlenstoff binden und Torf bilden, müssen sie wiedervernässt werden. Dafür braucht es oberflächennahe Wasserstände und einen langzeitigen Wasserüberschuss im Moor. Um den Wasserstand in gestörten Mooren anzuheben, ist meist ein Rückbau der Entwässerungsgräben und ein Anstau des Wassers im Gebiet notwendig. Weitere Pflegemaßnahmen sind beispielweise die Entfernung von Baumbewuchs auf wiedervernässten oder ehemaligen Moorstandorten. Voraussetzung für den vollwertigen Erhalt der Artenvielfalt im Moor ist der Schutz noch intakter Moore und die Renaturierung von Mooren als Wildnisgebiete. 

Neben der Renaturierung von Mooren ist auch die extensive Nutzung durch sogenannte Paludikulturen sinnvoll. Dabei werden bestimmte Kulturen auf degradierten, wiedervernässten Moorböden angebaut, bodenschonend geerntet und auf vielfältige Art und Weise verarbeitet und genutzt. Auch eine extensive Beweidung durch Wasserbüffel ist möglich. Paludikulturen können Landwirt*innen eine Perspektive bieten und leisten einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz. Sie sollten aber nur auf solchen Moorflächen genutzt werden, wo keine vollwertige Renaturierung mehr möglich ist.

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Nicola Uhde

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