Wie kann Jagd nachhaltig sein?

Sowohl das Jagdrecht als auch dessen praktische Umsetzung hinken in Deutschland der Zeit mächtig hinterher. Die völlig veralteten Regelungen werden einer nachhaltigen Nutzung wildlebender Tierarten nicht gerecht. Der BUND sagt, wie es besser gehen könnte.

Wildtiermanagement und Jagd waldfreundlich gestalten

Rothirsch; Foto: Gic / CC0 / pixabay.de Wie sieht ein Jagdgesetz aus, das der nachhaltigen Nutzung wildlebender Tierarten gerecht wird?  (Gic / CC0 / pixabay.de)

Durch die Praxis der vergangenen Jahrzehnte haben die Schalenwildbestände Rekordhöhen erreicht. Besonders der Verbiss durch Rehe macht es jungen Laubbäumen schwer, überhaupt aufzuwachsen. Dadurch bleibt die natürliche Verjüngung der Wälder auf der Strecke, auch gepflanzte Bäumchen werden abgebissen.

Der dringend notwendige Umbau des Waldes weg von naturfernen Nadelforsten hin zu naturnahen Laubmischwäldern unterbleibt dadurch. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Durch die Klimakrise sind wir mehr denn je auf naturnahe Laubmischwälder angewiesen, die der Trockenheit besser standhalten können und erheblich zur Trinkwasserneubildung beitragen. 

Doch nur, wenn das Wildtiermanagement stimmt und die natürliche Verjüngung von Laubbäumen eine Chance hat, kann uns der Waldumbau noch gelingen. Deshalb fordert der BUND ein waldfreundliches Wildtiermanagement. Dazu gehören verbindliche Vegetationsgutachten, an denen sich Abschusspläne orientieren, ebenso wie ein grundsätzliches Verbot von Wildtierfütterungen.

Jagd auf wenige Tierarten reduzieren

100 Tierarten, von denen 40 bejagt werden dürfen, fallen unter das Jagdrecht. Der BUND fordert, dass diese Zahl hauptsächlich auf die sechs Schalenwildarten reduziert wird und vor allem die Jagd auf Rote-Liste-Arten völlig zu unterbleiben hat. Großtrappe, Greifvögel, Wildkatze, Wolf, Fischotter und andere haben nichts im Jagdgesetz zu suchen!

Außerdem müssen die Jagdzeiten den ökologischen Gegebenheiten angepasst werden. Schonzeiten müssen für viele Arten deutlich verlängert werden und allgemein sollten die Jagdzeiten einander angeglichen und auf den Herbst bzw. Winter verlegt werden, um Störungen zu minimieren. Die Jagd auf  Zugvögel muss komplett verboten werden.

Jagd in Schutzgebieten beschränken

Ein weiteres Problem ist die Vorgehensweise in geschützten Gebieten. In Nationalparks sollte die Jagd grundsätzlich untersagt werden. In anderen Schutzgebieten – wie Biosphärenreservaten, Naturschutz- und Natura-2000-Gebieten – sollten Eingriffe in den Wildbestand den Schutzzwecken untergeordnet werden. Gegenwärtig wird in den meisten Schutzgebieten und sogar Nationalparks die Jagd uneingeschränkt ausgeübt.

Bleimunition verbieten

Zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt sollte es grundsätzlich verboten werden, mit bleihaltiger Munition zu jagen. Das giftige Schwermetall verbleibt zu großen Teilen in der Natur, gelangt in Gewässer, Moore und Feuchtwiesen und belastet das Grundwasser.

Pflanzen und Tiere nehmen Blei auf und geben es innerhalb der Nahrungskette immer weiter. Das aufgenommene Blei führt zu schweren Schäden und mitunter zum Tod. Alternativen wie Weicheisenschrote sind vorhanden und werden in anderen Ländern zum Teil schon gesetzlich vorgeschrieben.

Mehr Informationen

Bienen, Bauern und Bäuerinnen retten

Jetzt mitmachen!

Ihr Ansprechpartner

Magnus Wessel

Magnus J.K. Wessel

Leiter Naturschutzpolitik und -koordination
E-Mail schreiben

Ihre Ansprechpartnerin

Nicola Uhde

Nicola Uhde

BUND-Waldexpertin
E-Mail schreiben

BUND-Bestellkorb