Öffentlichen Verkehr ausbauen!

Der öffentliche Verkehr ist ein wichtiger Bestandteil für ein Verkehrssystem, das nachhaltige und bezahlbare Mobilität für alle sowie hohe Lebensqualität, Wohlstand und Arbeitsplätze sichert und zugleich den Umweltbelangen Rechnung trägt.

Städtische Mobilität. Foto: M. Schlegel / BUND Neben dem Rad- und Fußverkehr solllte insbesondere der öffentlichen Nahverkehr zukünftig stärker gefördert werden.  (M. Schlegel / BUND)

Städte müssen ihren ökologischen Fußabdruck in den nächsten Jahren deutlich reduzieren, sei es aufgrund europäischer Gesetzgebung zur Luftreinhaltung oder durch unsere interna­tionalen Verpflichtungen zur CO2-Reduk­tion.

Der städtische Verkehr spielt bei den Emissio­nen in der Stadt eine große Rolle. Daher müssen die Städte ihr Verkehrs­sys­tem für die Herausforderungen der Zukunft rüsten und dabei neben dem Rad- und Fußverkehr insbesondere den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) fördern.

Aber auch für die Stadtbewohner*innen ist der öffentliche Verkehr in Zukunft immer wichtiger, denn durch steigende Weltmarktpreise für Öl öffnet sich die Preisschere zwischen Pkw-Nutzung und ÖPNV immer weiter. Gleichzeitig nehmen die Menschen gute Angebote im öffentlichen Nahverkehr auch sehr gerne an.

Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket?

Das 9-Euro-Ticket: Ein Vorzeigeprojekt? Das 9-Euro-Ticket: Ein Vorzeigeprojekt?  (BUND)

Das 9-Euro-Ticket wurde in den ersten beiden Monaten bereits gut angenommen. Es ist Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung und ermöglicht es, im ganzen Land über alle ÖPNV-Verbundgrenzen hinweg mit dem Nahverkehr günstig mobil zu sein. Trotz einem bisher vermutlich eher geringen „Umsteige-Effekt“ vom Auto in die Bahn, ist das 9-Euro-Ticket aus Sicht BUND grundsätzlich positiv zu bewerten. Es zeigt, dass die Menschen bereit sind, ihr Mobilitätsverhalten zu ändern, wenn die Parameter stimmen. 

Nachfolgeangebot muss direkt anschließen und Verbesserung bei Linien und Takten ist dringend nötig

Der ÖPNV ist in vielen Fällen vor allem Alltagsverkehr. Es muss den Menschen ermöglicht werden, ihre täglichen Wege mit einem konkurrenzfähigen öffentlichen (Nah-)Verkehr zu erledigen. Reaktivierungen von Schienenstrecken sind dabei ebenso wichtig, wie leistungsstark vertaktete regionale Buslinien.

Für eine erfolgreiche Mobilitätswende und das Erreichen der Klimaziele im Verkehr muss sich das Mobilitätsverhalten grundlegend und nachhaltig ändern. Hierfür reicht ein dreimonatiges 9-Euro-Ticket nicht aus.

Daher fordert der BUND ein dauerhaftes 365-Euro-Jahresticket, das auch monatsweise erworben werden kann, direkt im Anschluss an das 9-Euro-Ticket und eine Fortführung des 9-Euro-Tickets für Menschen mit niedrigem Einkommen. Es muss vermieden werden, dass Menschen, die jetzt den ÖPNV nutzen, im September auf das Auto umsteigen.

Nachhaltige Finanzierung des ÖPNV

Um ein Nachfolgeangebot und eine Verbesserung des ÖPNV zu gewährleisten, muss es eine umfangreiche und langfristige Finanzierung aus den Haushalten des Bundes und der Länder sowie passende Rahmenbedingungen geben. Kurzfristige und schwankende Fördermittel reichen nicht, da die dauerhaften Kosten für Betrieb und Personal gedeckt und langfristige Planungen finanziert werden müssen.

Zur weiteren Finanzierung des ÖPNV sollten aus Sicht des BUND die Einnahmen aus der CO2-Abgabe, der Lkw-Maut und dem Abbau klimaschädlicher Subventionen genutzt werden. Das Umweltbundesamt errechnete, dass durch den Abbau der klimaschädlichen Subventionen, wie beispielsweise das Dienstwagenprivileg, die Entfernungspauschale, Steuererleichterung für Diesel und Kerosin, insgesamt ca. 30,8 Mrd. umverteilt werden können. Damit könnte dann auch das 365-Euro-Ticket und die Fortführung des 9-Euro-Tickets für Menschen mit geringem Einkommen finanziert werden.

Der BUND fordert:

  • Ein bundesweit gültiges 365-Euro-Jahresticket, das auch monatsweise erworben werden kann, direkt im Anschluss an das 9-Euro-Ticket und eine Fortführung des 9-Euro-Tickets für Menschen mit niedrigem Einkommen. 
  • Regionalisierungs- und GVFG-Mittel weiter aufstocken, insbesondere zur Verbesserung des Schienenpersonenverkehrs.
  • Zusätzliche Investitionen durch Einnahmen aus der CO2 –Abgabe, der Lkw-Maut, einer neuen, fahrleistungsabhängigen Pkw-Maut und dem Abbau klimaschädlicher Subventionen insbesondere zur Finanzierung der Schieneninfrastruktur. 
  • Verbesserung der Fahrplanangebote, Modernisierung von Fahrzeugflotten, Personalaufbau sowie angemessene Bezahlung der Beschäftigten im ÖPNV.

Weitere Information und notwendige Maßnahmen finden Sie in unserem Papier „Nachfolgeangebot zum 9-Euro-Ticket und deutliche Verbesserungen im ÖPNV“.

Ihre Spende für die Mobilitätswende

In einer Zeit, in der nur noch jeder fünfte Baum gesund ist und die Klimakrise unsere Existenz bedroht, müssen wir dringendst CO2 einsparen, statt noch mehr (Stadt-)Verkehr zu produzieren. Darum arbeitet der BUND seit Jahren intensiv an einer Mobilitätswende.

  • Ein bundesweites Finanzierungsprogramm für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sowie für den Fuß- und Radverkehr muss her. Der Zugang zum ÖPNV muss für alle bezahlbar sein: Durch ein flächendeckendes 365-Euro-Ticket für den ÖPNV. Dies darf zu keiner Kostensteigerung von Sozialtickets führen.

Und dafür brauchen wir Sie. Wir sind unabhängig, lassen uns nicht sponsern, unser Logo gibt es nicht gegen Geld. Darum sind private Spenden die Voraussetzung für unserer verkehrspolitisches Engagement. Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Petition: Keine neuen Autobahnen

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