Luftverkehr: Klimaschädlich und hoch subventioniert

Heute schon ist der Luftverkehr weltweit für fünf Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich und wächst jedes Jahr um vier bis fünf Prozent. Effizienzverbesserungen durch neue Flugzeuge betragen hingegen etwa 1,5 Prozent pro Jahr. Damit wird das Problem zukünftig große Ausmaße annehmen. Wir müssen daher umsteuern – und zwar jetzt!

Flugzeug über den Wolken. Foto: gustavmelin0 / CC0 1.0 / pixabay.com Fliegen ist die energieintensivste Art der Mobilität.  (gustavmelin0 / pixabay.com)

Keine andere Art der Fortbewegung verbrennt so viel Energie wie das Fliegen. Die Klimawirkung des Flugverkehrs setzen sich zum einen aus den direkten CO2-Emissionen sowie anderen Faktoren zusammen, wie insbesondere Stickoxide und Wasserdampf in hohen Luftschichten (Nicht-CO2-Effekte). Der Weltklimarat IPCC schätzt die Klimawirkungen dieser Faktoren zwei- bis fünfmal höher ein, als die durch CO2. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Klimawirkung des Flugverkehrs insgesamt bei 4,9 Prozent liegt. 

Und das, obwohl der Flugverkehr nur einem kleinen Teil der Erdbevölkerung zur Verfügung steht. Denn 90 Prozent der Weltbevölkerung haben noch nie ein Flugzeug von innen gesehen. Die Industrieländer sind die Hauptverursacher. Und die Menschen im globalen Süden und ärmere Menschen leiden stärker unter den Auswirkungen des Klimawandels

Das Wachstum des Luftverkehrs ist dabei subventionsgetrieben. Mit 11,8 Milliarden Euro wurde der Luftverkehrssektor in Deutschland alleine im Jahr 2016 subventioniert, indem Kerosin von der Energiesteuer und internationale Flüge von der Mehrwertsteuer befreit werden. Hinzu kommt, dass viele Flughäfen ohne Steuergelder der Länder und Kommunen längst pleite wären und die meisten Billigflieger nicht fliegen würden. Die Luftverkehrssteuer, die 2011 eingeführt und 2020 erhöht wurde, war ein erster Schritt zum Subventionsabbau.

Dennoch hat die Politik bisher größtenteils versagt. Drei Flughafenkonzepte blieben ohne Wirkung. Sie hatten die Ausbauwünsche des Sektors zusammengefasst, Umweltverbände wurden nicht beteiligt. Das soll jetzt anders werden beim Luftverkehrskonzept: Der BUND hat seine Vorschläge eingereicht, um den Luftverkehr in die Klimaschutzziele der Bundesregierung und eine Gesamtverkehrsstrategie einzubinden, Kurzstreckenflügen auf die Schiene zu verlagern, ein Flughafensystem in Deutschland zu entwickeln und den Fluglärm zu mindern. 

Denn auch beim Fluglärm gibt es zu wenig Fortschritte. Über 20 Prozent der Bevölkerung fühlt sich durch Fluglärm belästigt. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat schon im März 2014 die Defizite des Lärmschutzes und der Planung von Flugrouten schonungslos aufgezeigt.

Luftverkehr schädigt Menschen und unsere Umwelt. Der BUND fordert daher ein Luftverkehrs- und ein Flughafenkonzept, die nicht nur auf Wachstum setzen. Stattdessen muss strategisch überlegt werden, welche Flughäfen benötigt werden und wie Deutsche Bahn und Airlines wie die Lufthansa kooperieren können. Vermeidbare Ultrakurzstreckenflüge müssen auf die Schiene verlagert oder vermieden werden, beispielsweise durch das Ersetzen von Geschäftstreffen durch Videokonferenzen.

Zudem braucht Deutschland Lösungen für nicht verlagerbare Flüge. Diesen müssen durch Optimierungen in den Flugrouten, technische Entwicklungen und sinnvolle Klimaabgaben klimafreundlicher werden.

Aber technische Lösungen können den Flugverkehr auch langfristig nicht emissionsfrei machen, daher braucht es für den Flugverkehr zusätzlich nachhaltig produzierte E-Fuels. Diese dürfen aber nur für notwendige Flüge eingesetzt werden. Die Branche muss insgesamt stärker in die Pflicht genommen werden, technische und andere Lösungen schnell einzusetzen oder die Forschung in solche zu intensivieren.

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In einer Zeit, in der nur noch jeder fünfte Baum gesund ist und die Klimakrise unsere Existenz bedroht, müssen wir dringendst CO2 einsparen, statt noch mehr Verkehr zu produzieren. Darum arbeitet der BUND seit Jahren intensiv an einer Mobilitätswende. Und dafür brauchen wir Sie. Wir sind unabhängig, lassen uns nicht sponsern, unser Logo gibt es nicht gegen Geld. Darum sind private Spenden die Voraussetzung für unserer verkehrspolitisches Engagement. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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