Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

OK

E-Auto, aber richtig

Sowohl von der Autoindustrie als auch von der Bundesregierung werden Elektroautos als die Lösung aller Verkehrsprobleme präsentiert. Aber unter welchen Bedingungen führt das Elektroauto wirklich zu einer nachhaltigen Mobilität?

Elektroauto Elektroautos können eine sinnvolle Zukunftsoption sein.  (BUND)

Eines muss von vornherein klar sein: Wer im Zusammenhang mit Autoverkehr von Nachhaltigkeit spricht, muss vor allem von weniger Fahrzeugen reden. Darüber hinaus müssen zukünftige Fahrzeuge klein, leicht sowie sparsam sein, möglichst wenig Energie und Rohstoffe benötigen und das sowohl in der Herstellung, im Betrieb, als auch bei der späteren Entsorgung der Fahrzeuge.

Um die Klimaziele im Verkehr bis zum Jahr 2030 zu erreichen, muss zukünftig eine große Zahl der Autos mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Aktuell werden in diesem Zusammenhang vor allem drei Möglichkeiten diskutiert: das E-Auto mit Batterie, das E-Auto mit wasserstoffbetriebener Brennstoffzelle und die Verbrennung sogenannter synthetischer Kraftstoffe, die aus Strom hergestellt werden.

Autoverkehr mit synthetischen Kraftstoffen ist utopisch

Strombasierte Kraftstoffe fallen als Option für eine breite Anwendung im Verkehr schon allein wegen ihrer ausgesprochen schlechten Effizienz und des dadurch um fünf- bis siebenfach höheren Energiebedarfs im Vergleich zur direkten Stromnutzung heraus.

Die einzig  sinnvolle Nutzung solcher Kraftstoffe sieht der BUND im Flugverkehr, da dort aktuell keine anderen technischen Optionen vorhanden sind. Doch auch hier wird es noch Jahre dauern, bis für den Flugbetrieb ausreichende Mengen verfügbar sein werden. Pläne, große Teile des Straßenverkehrs mit synthetischen Kraftstoffen durchzuführen, sind utopisch und erwecken den falschen Eindruck, Klimaschutz würde ohne große Veränderungen funktionieren.

Elektro-Autos sind die Zukunft

Die Zukunft des Autos wird elektrisch sein. Der Elektromotor hat einen hohen Wirkungsgrad und verursacht vor Ort nahezu keine Emissionen. Elektrofahrzeuge sind zudem bereits deutlich ausgereifter und effizienter  als Antriebe auf Basis von Wasserstoff und Brennstoffzellen.

So müsste für Wasserstoff neben enormen Produktionskapazitäten – mit (wegen Umwandlungsverlusten) höherem Strombedarf – auch eine komplett neue, teure und aufwendige Transport- und Tankinfrastruktur aufgebaut werden.

Aber auch für elektrische Fahrzeuge müssen zukünftig Effizienzkriterien gelten, etwa beim Verbrauch und bei der Herstellung. Und es muss  geklärt werden, unter welchen Bedingungen die eingesetzten Ressourcen gewonnen werden, um die negativen ökologischen Folgen so gering wie möglich zu halten.

Nicht jedes Elektrofahrzeug ist automatisch ein Öko-Mobil!

Wir brauchen kleine und sparsame Elektrofahrzeuge. Stattdessen werden E-Autos bisher aber vor allem als große und schwere Karossen angeboten. Oder aber sie werden als Hybridfahrzeuge konzipiert, die zwar in der Theorie sparsamer, in der Realität aber oft nur noch leistungsstärker sind.

Erste Autohersteller setzen klar auf E-Autos, das heißt aber nicht, dass zukünftige Fahrzeuge automatisch nachhaltig werden. Nur, wenn die Fahrzeuge zukünftig insgesamt einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck haben, ist der Umwelt geholfen. 
Besser ist noch, wenn Autos in erster Linie geteilt genutzt werden und es so weniger Fahrzeuge auf unseren Straßen gibt. Der BUND wird diese Entwicklungen weiter kritisch begleiten.

Elektromobilität ist eine sinnvolle Zukunftsoption, wenn:

  • die Fahrzeuge effizienter, kleiner und leichter werden,
  • der Strom aus zusätzlicher erneuerbarer Energie kommt,
  • alle offenen Fragen zu Akkuherstellung und -recycling geklärt werden,
  • Elektrofahrzeuge verstärkt im Flottenbetrieb eingesetzt werden,
  • der öffentliche Nahverkehr nicht ausgebremst wird,
  • sie den Weg zu "autofreien" Städten ebnet.

BUND-Newsletter abonnieren!

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihr Ansprechpartner

Jens Hilgenberg

Jens Hilgenberg

BUND-Verkehrsexperte
E-Mail schreiben

BUND-Bestellkorb