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Überfischung kaum zu stoppen

Seit den 80er-Jahren gehen die Fischmengen in Nord- und Ostsee zurück. Seither wird Überfischung kritisch diskutiert. Das Problem ließ sich damals scheinbar lösen, indem neue Fischfangregionen aufgesucht wurden. Diese Verschiebung des Problems stößt heute an ihre Grenzen, da inzwischen große Teile der Ozeane als überfischt gelten. 80 Prozent der Fischbestände sind laut Weltfischereireport der UN-Welternährungsorganisation (FAO) überfischt oder bis an die biologischen Grenzen ausgebeutet.

Krabbenkutter in der Nordsee; Foto: Pitopia, Wolfgang F. Bauer, 2005 Krabbenkutter in der Nordsee  (Wolfgang F. Bauer / Pitopia.de)

Überfischung ist ein großes Problem, da sich die Bestände nicht einfach dadurch erholen, dass ein paar Jahre der Fischfang ausgesetzt wird. Die freiwerdenden Lebensraumnischen im Ökosystem werden von anderen Fischarten besetzt. Dies kann selbst dann noch zu einem Verschwinden von Arten führen, wenn Fangverbote eingeführt werden. Das Fehlen wichtiger Arten verändert ganze Lebensgemeinschaften.

Aber es treten noch weitere Probleme auf. Der Fischereidruck hat auch dazu geführt, dass kleine Fische, die früher geschlechtsreif werden, evolutionär im Vorteil sind, da sie noch am besten durch die Maschen der Netze entwischen und sich vermehren können. Dies führt über längere Zeit dazu, dass die Fische insgesamt kleiner bleiben. Man spricht auch von einer "fischereiinduzierten Evolution". Das wirkt sich natürlich auch auf die Räuber und Nahrungsnetzbeziehungen aus, denn kleinere Raubfische können auch nur kleinere Beute machen.

Die Überfischung hat auch direkte Konsequenzen für viele Menschen. So drohen nicht nur höhere Fischpreise, sondern auch ein Engpass in der Nahrungsmittelversorgung – vor allem in den armen Küstenregionen Afrikas und Südamerikas. Dort hat die Überfischung vielerorts zu einer Verarmung der Küstenbevölkerung geführt. So wird auch der Anstieg der Piraterie in Afrika mit einer beruflichen Umorientierung arbeitslos gewordener Fischer in Verbindung gebracht.

Leitart des Monats: die Sandlückenfauna

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Nadja Ziebarth

Nadja Ziebarth

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