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Porträt des Auenprojekts von Susanne Gerstner

Susanne Gerstner, Leiterin des Besucherzentrums Burg Lenzen, über Natur, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit.

Lenzener Elbtalaue. Foto: Lars Fischer Sonnenuntergang in der Lenzener Elbtalaue. Der Morgen und der Abend sind für Susanne Gerstner die schönsten Zeiten am Fluss.  (Lars Fischer)

Die Elbauen haben viel zu bieten 

Lenzen: Susanne Gerstner kam vor zehn Jahren aus Süddeutschland nach Brandenburg an die Elbe und lebt in Hinzdorf, nahe Wittenberge, direkt hinter dem Deich. "Ich habe ganz viel Aue um mich herum. Aue bedeutet Flussdynamik, Auwald, offene Wiesen, Gewässer, Weiß- und Schwarzstörche, Seeadler, Zugvögel und vieles mehr", sagt die ausgebildete Landschaftsplanerin. Ihre Begeisterung steht ihr im Gesicht geschrieben, wenn sie über diese Landschaft spricht.

Jeden Morgen kurz nach Sechs macht sie einen Gang auf dem Elbdeich bevor sie nach Lenzen auf die Burg fährt, wo sie das Besucherzentrum leitet, das der Trägerverbund Burg Lenzen e.V. dort unterhält. Und wenn es die Arbeit zulässt, dann geht sie abends ein zweites Mal. Der Morgen und der Abend sind für sie die schönsten Zeiten am Fluss. Sie schwärmt davon, wenn im August die Schwarzstörche gemeinsam mit den Reihern an den Kleingewässern sitzen.

Werbung für die Auen

Die Elbe bei Hinzdorf. Foto: Lars Fischer Jeden Morgen geht Susanne Gerstner an den Fluss. Die Dynamik der Landschaft fasziniert sie.  (Lars Fischer)

Dieses Schauspiel lasse sich leider nur noch an wenigen Orten beobachten, bedauert Gerstner. Seit Jahrhunderten hätten Deichbau und die intensive Nutzung der Auenböden die freie Natur auf kleine Restflächen zurückgedrängt und für viele seien die noch verblieben Altwasser entbehrlich.

Ihr ist es dagegen ein Bedürfnis dabei zu helfen, Auenland intakt zu halten oder neu aufzubauen und dessen Schönheit und ökologische Funktion den Menschen näher zu bringen. "Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheit: der winterliche Einflug von Singschwänen, die in der Elbaue überwintern, Kraniche über dem Rambower Moor, an einem klaren Märztag  die Gänse auf dem Rückzug in den hohen Norden, die Jungstörche, wie sie im Sommer das Fliegen lernen, den Landeanflug ans Nest, das Kreisen in der warmen Luft, die herbstlichen Nebel , die Keile und Rufe der Zugvögel… Die Auenlandschaft hat viel zu bieten, Gästen wie Einheimischen." Im Besucherzentrum auf der Burg Lenzen, das parallel zur Deichrückverlegung bei Lenzen aufgebaut worden ist, arbeitet Susanne Gerstner daran, die Elbauen wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Das Auenzentrum spielt auch im Projekt "Lebendige Auen für die Elbe" eine wichtige Rolle. Dem Grundgedanken des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe folgend, das Miteinander von Mensch und Natur zu fördern, soll von hier aus verstärkt der Lebensraum Aue thematisiert und nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven für die Auenlandschaft an der Elbe aufgezeigt werden. Im Zusammenspiel mit der ganz praktischen Auenentwicklung in der Hohen Garbe werde versucht, die Menschen vor Ort und die Gäste dafür zu sensibilisieren. Die Auwaldentwicklung, eine der Auenlandschaft angepasste Landnutzung mit mehr Grünlandwirtschaft statt immer mehr Maisäcker für die Biogasanlagen – denn wo Mais wächst, fänden Weißstörche kein Auskommen – und der Elbausbau, der nicht weiter voranschreiten dürfe, sind Themen, die auf der Agenda stehen. Und natürlich die Flussdynamik: "Den Strom bei Hochwasser zu sehen, ist unglaublich beeindruckend! Und dann reduziert er sich auf ein 80 Zentimeter flaches "Rinnsal". Wo kann man dies noch wahrnehmen, diese Dynamik in der Landschaft?"

Für Susanne Gerstner sind weitläufige und lebendige Auen nicht nur ein idealer Hochwasserschutz, sondern auch ein touristisches Potenzial. Wer als Tourist die Dynamik der Elbe jedoch wirklich erleben möchte, der müsse öfter in die Landschaft kommen, ein Tagesausflug reiche dafür nicht. Daher werde auch an entsprechenden Reiseangeboten gearbeitet. "Wir haben hier wirklich viel zu bieten an der Elbe, sind aber noch nicht so gut darin, es zu zeigen", sagt Gerstner selbstkritisch.

Präsentation, Bildung und Gespräch

Susanne Gerstner. Foto: Lars Fischer Im Park der Burg Lenzen soll ein Auenerlebnisgelände entstehen und einen Vorgeschmack auf die Elbauen geben.  (Lars Fischer)

Mit dem Projekt "Lebendige Auen für die Elbe" möchte sie auf diesem Weg ein gutes Stück vorankommen. Im Park der Burg Lenzen soll ein Auenerlebnisgelände entstehen, um die Vielfalt der Lebensräume und Arten sowie die Dynamik einer AueBesuchern zu präsentieren. Durch die Löcknitz, die durch den Park, der selbst einmal eine Aue war, in sanften Bögen fließt, sei es möglich, dies im Kleinen wieder zu gestalten, beschreibt sie das Vorhaben. "Es soll einen Vorgeschmack geben auf das, was die Besucher auf Exkursionen an die Elbe, in die Lenzener Elbtalaue oder an die Hohe Garbe erwartet." Geplant sind aber auch noch weitere Angebote, um die Idee einer naturnahen Auenentwicklung zu vermitteln. Dazu gehört z.B. eine GPS-geführte Auenerlebnistour per Rad. Darüber hinaus sind gemeinsam mit Partnern aus der Region Projekttage mit Schulen, zum Beispiel in Seehausen oder Wittenberge, und Workcamps mit Jugendlichen von der Elbe, aber auch aus anderen Flusslandschaften in Vorbereitung.

Den Jugendlichen einen Einblick in die Dienstleistungen intakter Auen für den Menschen, etwa für den Hochwasserschutz oder die Wasserreinigung, und die Biodiversität am Fluss zu geben, ist ein Ziel des Engagements in der Bildung. Mit den Workcamps wollen Susanne Gerstner und Kollegen interessierte Jugendliche aber auch ganz praktisch an die Bewahrung und Entwicklung einer naturnahen Aue heranführen. Zum Beispiel wenn es gelingt, über die gemeinsame Arbeit, wie den Wiederanschluss eines Altwassers an die Elbe, mit den  Jugendlichen ins Gespräch über die Zukunft der Flusslandschaften in ihrer Heimat zu kommen. In den Augen von Susanne Gerstner wäre dies ein schöner Erfolg – für die Menschen wie für die Natur.

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