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Porträt des Auenprojekts von Irene Brade

Die Bürgermeisterin von Schnackenburg setzt auf naturinteressierte Radfahrer.

Schnackenburg. Foto: Lars Fischer Deiche schützen Schnackenburg. Die Deichrückverlegung am "Bösen Ort" etwas stromabwärts bei Lenzen, hilft die Stadt bei Hochwasser zu schützen.  (Lars Fischer)

In Schnackenburg ist Naturtourismus ein Standbein 

Schnackenburg: Die Stadt an der Mündung des Aland in die Elbe ist mit rund 600 Einwohnern eine der kleinsten Städte in Deutschland. Bis zur deutschen Wiedervereinigung war die Stadt Zollstation für den Transitverkehr der Binnenschifffahrt auf der Elbe und im Hafen wurden nicht wenige Waren umgeschlagen. Heute liegen hier verträumt einige Sportbote. In Schnackenburg gibt es keinen Bäcker, kein Lebensmittelgeschäft; zwei Gewerbetreibende und ein Familienunternehmen, das hier eine Gastwirtschaft und eine Pension betreibt, bilden zusammen mit den umliegenden Landwirten das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt. Wer Arbeit hat, der pendelt nach Lüchow oder Wittenberge.

Seit eineinhalb Jahren ist Irene Brade ehrenamtliche Bürgermeisterin von Schnackenburg. Aufgewachsen im Stadtteil Kapern, wo die Ingenieurin für Bekleidungstechnik, die ihren Beruf zu Gunsten der Familie aufgab, mit Mann und Kindern wieder seit Jahren lebt, kennt sie Schnackenburg bestens. Ihr Ziel ist es, den Naturtourismus zu stärken. "Die Hohe Garbe wäre ein gern aufgesuchter Ort am Grünen Band", da ist sie sich sicher, "so viele seltene Arten, wie es dort zu beobachten gibt." Aber dass die Landwirte ihr Land für ein Naturschutzprojekt verkaufen, glaubt sie nicht. Die Garbe sei von Schnackenburg aus traditionell landwirtschaftlich geprägt. Auch wenn manche Flächen weit entfernt liegen, sie würden immer bearbeitet. Das Land sei endlich, das würden die Landwirte zusammenhalten. Und viel Land bedeute immer noch viel Macht. Aber unabhängig davon, wem das Land gehöre, die Stadt habe ein starkes Interesse an einer touristischen Nutzung, betont die Bürgermeisterin.

Etwas für Leute mit Interesse

Irene Brade. Foto: Lars Fischer Irene Brade setzt für die Entwicklung ihrer Kommune auf den Fahrradtourismus.  (Lars Fischer)

Sie setzt auf den Fahrradtourismus. Die Radfahrer interessieren sich für Natur und Ruhe und werden von der Region angesprochen. Mit einer entsprechenden Touristenlenkung wäre das für Schnakenburg attraktiv. "Die Touristen sind gut informiert, mit guten Karten ausgerüstet, voller Ziele im Kopf. Mit der Elbfähre ist die Anbindung an den Elberadweg gegeben. Wir müssen versuchen die Elbetouristen aufmerksam zu machen und von der Brandenburger Seite herüberzulocken. Lenzen, die Nehmitzer Heide mit dem Heidehaus und den Heidschnucken, Gartow mit See und Seegeniederung, die Garbe, das sollte gemeinsam beworben werden damit alle profitieren." Gute Wanderwege und ein Radfahrkonzept für Touren von Schnackenburg ins Umland, wo man abends wieder in die Stadt kommt, das stellt sich die Bürgermeisterin vor. "Der Tourismus ist das einzige Standbein, mit dem man etwas gegen die Abwanderung hier tun kann!" Eine andere Option sieht Irene Brade nicht.

Der Rat der Stadt hat daher auch das alte, stattliche Gebäude des ehemaligen deutschlandpolitischen Bildungszentrums, das mit dem Ende der deutschen Teilung seine Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte, verkauft, um hier zukünftig ein Hotel betreiben zu lassen. Zusammen mit dem Grenzlandmuseum im alten Fischerhaus, das ein Förderverein betreibt, und dem Tourismusbüro dort, dem Hafen samt Aussichtsturm, der nahen Garbe und dem Aland soll es der touristische Anlaufpunkt werden.

Wer unterhält die Strukturen?

Blick vom Aussichtsturm Schnackenburg. Foto: Lars Fischer Blick vom Aussichtsturm am Hafen von Schnackenburg über den Alandswerder zum Auwald der Hohen Garbe.  (Lars Fischer)

"Neue Rad- und Wanderwege wären wünschenswert", meint die Bürgermeisterin mit Blick in die Zukunft, "sind aber für die Gemeinde schwer zu stemmen." Für die nach dem Hochwasser 2002 geplanten Deichvorhaben, die ja mit Wegen ausgestattet werden, seien erst jetzt die Flächenkäufe unter Dach und Fach. Der Weg vom Hafen in die Garbe ist ein Landwirtschafts- und kein Radweg. Die Stadtkasse sei nicht gut gefüllt, da müssten die Abgeordneten darauf achten, dass wenig Unterhalt für die Wege zu leisten ist. Auch der Aussichtsturm werde nicht von der Stadt, sondern dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue unterhalten.

Ohne eine Zusammenarbeit mit den Biosphärenreservaten und Landwirten werde es nicht vorangehen, da ist sich Irene Brade sicher. Daher müsse um Akzeptanz für solche Projekte wie in der Hohen Garbe bei den Menschen geworben werden. "Viele betrachten den Naturschutz, den BUND und den NABU argwöhnisch: Was machen die da schon wieder, dürfen wir da dann nicht mehr hin? Es müsste umgekehrt sein: Die Natur in der Hohen Garbe ist eine tolle Geschichte, das weiter zu gestalten können wir uns leisten." Anknüpfungspunkte sind für die Bürgermeisterin ausreichend da.

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