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Wohin mit dem Atommüll?

Überall in Deutschland lagern radioaktive Abfälle – und das zum Teil unter gefährlichen Bedingungen. Noch immer fallen jährlich tausende Tonnen Müll durch den Weiterbetrieb der sechs AKWs an. Doch auf die Frage nach der sicheren Entsorgung des Atommülls gibt es bis heute keine Antwort. Nicht in Deutschland – und auch sonst nirgendwo auf der Welt. 

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Um den bestmöglichen Standort für ein Lager für hochradioaktiven Müll in Deutschland zu finden, muss das Suchverfahren grundlegend verbessert werden und eine wissenschaftsbasierte und mit wirksamer Beteiligung gestaltete Suche stattfinden. Auch der Umgang mit dem Müll in Zwischenlagern und mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen muss verbessert werden.

In Deutschland fallen mehr als 600.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle und etwa 30.000 Kubikmeter hochradioaktiver Abfall an. Sie stammen zu einem Großteil aus dem Betrieb der Atomkraftwerke und der Wiederaufarbeitung, aber auch aus Forschung und Medizin. Die Abfälle lagern zurzeit in oberirdischen Zwischenlagern in ganz Deutschland.

Atomanlagen in Deutschland Atomanlagen und Atommüll-Standorte in Deutschland  (Uranatlas / Atommüllreport)

Seit 2017 wurde im Rahmen des neuen Standortauswahlverfahrens mit der Suche nach einem Lager für den deutschen hochradioaktiven Müll begonnen. Das Verfahren wurde durch die Atommüll-Kommission beim Deutschen Bundestag erarbeitet und sollte die Suche vom Kopf auf die Füße stellen. Ihr Abschlussbericht enthielt viele sinnvolle Vorschläge, jedoch wies er auch einige zentrale und grundsätzliche Mängel auf. Deshalb hat der BUND ihm nicht zugestimmt und seine Kritikpunkte in einem Sondervotum verdeutlicht.

In der Realität erfüllt das neue Verfahren die gesetzlichen Ziele wissenschaftsbasiert, transparent und beteiligungsorientiert vorzugehen, nicht: Obwohl die Geologie des jahrelang bevorzugten Standort Gorleben keine Langzeitsicherheit garantiert, bleibt der Standort weiterhin Teil der Suche. Veranstaltungen der Behörden hinter verschlossenen Türen gefährden schon jetzt die Offenheit und Nachvollziehbarkeit der Auswahl. Und die Öffentlichkeitsbeteiligung kommt bisher nicht über Informationsveranstaltungen hinaus. Trotz erster vielversprechender Ansätze belasten diese und weitere Mängel das Verfahren und verspielen Vertrauen. 

Auch der aktuelle Umgang mit den Abfällen in zentralen Zwischenlagern und den Lagern in der Nähe von AKWs geben Grund zur Sorge: Der Atommüll ist nur unzureichend geschützt und die Lager sind nicht ausreichend gerüstet, um etwa defekte Castoren zu reparieren. Auch die Situation im gescheiterten niedersächsischen Lager Asse II und dem einsturzgefährdeten Schacht Morsleben in Sachsen-Anhalt geben Grund zur Sorge. Noch immer ist unklar, wie mit dem anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfall umgegangen werden soll. 

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