Update ToxFox Marktrecherche: Ewigkeits-Chemikalien PFAS in Kosmetik

19. Februar 2024 | Chemie

Im Oktober 2022 hat der BUND in Kosmetik- und Körperpflegeprodukte bekannter Marken die Ewigkeits-Chemikalien PFAS gefunden. Jetzt haben wir die Hersteller erneut befragt, ob sie weiterhin PFAS als Inhaltsstoffe nutzen. Das Ergebnis: In vielen Produkten wird weiter PFAS verwendet. Doch es gibt auch Positiv-Beispiele.

Make up Tuben und Pinsel auf einer Ablage. Viele Kosmetik- und Körperpflegeprodukte enthalten die Ewigkeitschemikalien PFAS.  (Gam1983 via canva.com)

Die Drogeriekette dm verzichtet bei den Tönungs-Shampoos ihrer Eigenmarke réell‘e inzwischen auf PFAS. Nach Auskunft von dm gibt es aktuell noch Restbestände der Tönungs-Shampoos mit PFAS in den Regalen. Neu hergestellt werden sie jedoch ohne PFAS.

Make-Up ohne PFAS

Drei weitere Kosmetik-Produkte, die der BUND 2022 getestet hatte, verzichten inzwischen auf PFAS. Dabei handelt es sich um die beiden L’Oréal Make-Up-Cremes „CC C‘est Magic Optischer Hautton Optimierer Anti-Rötungen“ und „BB C‘est Magic Hell bis Mittel, BB Cream Teint Optimierer“. Auch das Maybelline Gesichts-Puder „Super Stay Full Coverage“ wurde durch ein PFAS-freies Puder ersetzt.

PFAS noch in Mehrzahl der Produkte

Die übrigen acht Produkte, die der BUND auf PFAS getestet hatte, enthalten diese immer noch. Bei den Produkten handelt es sich um Shampoos, Gesichtscreme, Gesichtsmasken und weitere Kosmetik-Produkte. Auf unsere Anfrage haben die Hersteller nicht reagiert. Die Liste der Inhaltsstoffe zeigt jedoch, dass PFAS in den Produkten weiterhin verwendet werden. Ein freiwilliger Verzicht auf PFAS reicht also nicht aus.

PFAS muss verboten werden

Neuseeland hat kürzlich beschlossen, PFAS ab Ende 2026 in Kosmetikprodukten zu verbieten. Auch in Europa brauchen wir ein PFAS Verbot. Ein Beschränkungsvorschlag, der unter anderem PFAS in Kosmetik beinhaltet, wird zurzeit in der EU diskutiert. Doch die Industrie reagiert mit starkem Gegenwind auf diesen Vorschlag, weswegen sich der Verbotsprozess verzögert. In Kosmetik werden PFAS eingesetzt, um die Haut zu glätten, die Textur des Produktes zu beeinflussen oder als Färbemittel. Bei Kosmetik- und Körperpflegeprodukten kommen wir mit PFAS in direkten Hautkontakt. Wie sich die Aufnahme von PFAS über die Haut auswirkt, wurde aber bisher kaum untersucht.

PFAS: Deswegen sind sie schädlich

PFAS sind eine Gruppe extrem langlebiger Chemikalien, die sich in Böden, Wasser und in unseren Körpern anreichern. Gelangen sie einmal in die Umwelt, verweilen sie dort über Generationen hinweg und lassen sich nicht mehr zurückholen. Einige PFAS stehen unter anderem im Verdacht, krebserregend zu sein, Niere und Leber zu schädigen und das Immunsystem zu schwächen. Menschen nehmen die Chemikalie über die Haut, Nahrung, Trinkwasser oder Atemluft auf.

So vermeiden Sie PFAS

PFAS-freie Körperpflege-Produkte erkennen Sie an Bezeichnungen wie „PFAS frei“, „PFC frei“ oder „Fluorcarbon frei“. Auch zertifizierte Naturkosmetik enthält keine PFAS. Die kostenfreie BUND ToxFox-App scannt Kosmetikprodukte auf deren Inhaltsstoffe. Auch PFAS werden in der App angezeigt. Alternativ können Sie bestimmte Pflege-Produkte wie Gesichts-Masken oder Peelings mit einfachen Zutaten selbst anrühren.

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