Sonnencreme: EU verbietet krebserregenden Stoff ab Ende des Jahres

07. Juli 2023 | Chemie, Naturschutz, Meere, Nachhaltigkeit

In vielen Sonnencremes werden Benzophenone als UV-Filter eingesetzt. Ab Ende des Jahres ist der krebserregende Stoff in Kosmetik in der EU verboten. Bis dahin können Sonnencremes und andere Kosmetikprodukte, die Benzophenone enthalten, weiterhin verkauft werden. Dabei gibt es gute Alternativen.

Bestandteile der Sonnencreme, die wir vor dem Schwimmen auftragen, landen im Meer und können dort Korallen schaden.  (chezbeate / Pixabay)

UV-Filter Octocrylen weiter erlaubt

Der chemische UV-Filter Octocrylen ist weiter erlaubt. Dabei entsteht in Sonnencremes beim Abbau von Octocrylene mit der Zeit das krebserregende Benzophenone. Bereits nach einem Jahr Lagerung lassen sich hohe Konzentrationen messen. Auch in original verpackten, unangebrochenen Sonnencremes mit Octocrylene konnten Wissenschaftler*innen bereits Benzophenone nachweisen.

Octocrylen schadet Meeresorganismen

Bestandteile der Sonnencreme, die wir vor dem Schwimmen auftragen, landen im Meer. Enthält unsere Sonnencreme Octocrylen, schaden wir damit Korallenriffen. Octocrylene und seine Abbauprodukte reichern sich in Meeresorganismen an und können deren Zellen schädigen. Korallen können ausbleichen und absterben. Zum Schutz der marinen Ökosysteme und Korallen ist Octocrylen bereits in Hawaii und dem Inselstaat Palau verboten. Das Verkaufs- und Abgabeverbot für Kosmetikprodukte mit Benzophenone ist richtig und wichtig. Ein entsprechendes Verbot wäre jedoch auch umgehend für den Ersatzstoff Octocrylene notwendig.

Benzophenone auch in weiteren Kosmetikartikeln enthalten

Neben Sonnencreme enthalten auch andere Kosmetik- und Körperpflegeprodukte Octocrylene und Benzophenone. Benzophenone dient auch als Konservierungsstoff. Die IARC (international agency for research on cancer) hat Benzophenone bereits vor einigen Jahren als möglicherweise krebserzeugend eingestuft. Daher warnt auch die ToxFox-App bereits seit mehreren Jahren vor diesem Stoff. Positiv ist daher die Entscheidung das ab November 2023 ein Verkaufsverbot und Abgabeverbot für Benzophenone haltige kosmetische Produkte gilt. Ein entsprechendes Verbot wäre jedoch umgehend auch für den Ersatzstoff Octocrylene notwendig.

Mineralischer Sonnenschutz: Bessere Alternative

Sonnencremes mit mineralischen statt chemischen UV-Filtern sind besonders undenklich, wenn die mineralischen Filter nicht in Nano-Form vorliegen. Mit der ToxFox-App können Sie kostenfrei Produkte auf darin enthaltene Nano-Stoffe überprüfen. Die mineralische UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid legen sich wie eine Schutzschicht auf die Haut und schützen, indem sie das Sonnenlicht reflektieren. Chemische UV-Filter wandeln UV-Strahlung in Wärme um. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es oft nur eine Frage der Zeit ist, bis die Wissenschaft Umwelt- oder Gesundheitsprobleme bei den chemischen UV-Filtern feststellt.

Viele chemische UV-Filter auf dem Markt

Es gibt bereits sehr viele chemische UV-Filter, die in Sonnencremes und anderen Kosmetikprodukten enthalten sind. Dazu erfindet die Industrie regelmäßig neue Stoffe. Ob eine Chemikalie für Gesundheit oder Umwelt schädlich ist, lässt sich oft erst nach Jahren feststellen. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, verwendet daher eine Sonnencreme mit den mineralischen UV-Filtern Titandioxid und Zinkoxid ohne Nano-Stoffe. Um hormonschädliche UV-Filter zu erkennen und zu vermeiden, können Sie die ToxFox App anwenden.

 

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