Selten Arten am Grünen Band: Hier kommt die Maus

09. Juni 2021 | Naturschutz, Lebensräume, Grünes Band

Die Waldbirkenmaus steht auf der roten Liste bedrohter Arten. Am Grünen Band setzt sich der BUND für den Winzling ein. Reicht das, um die Maus zu retten?

Die Waldbirkenmaus bevorzugt ein Mosaik aus verschiedenen Biotopen.  (Adobe Stock)

Die kleine Waldbirkenmaus krabbelt gerne durch Moore und Feuchtwiesen. Denn hier findet sie eine Menge schmackhafter, großer Insekten – Heuschrecken, Käfer und Ameisen sind für die Waldbirkenmaus ein echter Festschmaus. Damit sie sich wohlfühlt, braucht sie also eine Umgebung aus unterschiedlichen Biotopen, feuchten Lebensräumen und insektenreichen Grünland mit Wiesen und Gebüschen oder Hochstaudenfluren. Gar nicht so leicht zu finden. 

Mittlerweile steht die Waldbirkenmaus auf der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedrohte Art. Außerdem ist sie international durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtline, eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union, geschützt – und das nicht, weil sie so putzig ist. Die Waldbirkenmaus passt in jede Handfläche. Der kleine Zwerg mit dem dunklen Strich auf der Rückenmitte wird gerade mal 7cm lang und 11 Gramm schwer.

Wie die Waldbirkenmaus geschützt werden kann

Wer die Maus schützen will, muss vor allem ihren Lebensraum schützen. Der BUND setzt sich im Rahmen des Projektes "Quervernetzung Grünes Band" für die Waldbirkenmaus ein. Ein Ziel dabei ist, die einzelnen Lebensräume der Maus miteinander zu verbinden. Viele davon wurden in der Vergangenheit zerstört. Moore beispielsweise wurden durch den Menschen trockengelegt und standortfremde Fichten angepflanzt. Durch den Klimawandel werden noch bestehende Moore zusätzlich belastet. 

Die noch bestehenden Vorkommen der Waldbirkenmaus sind häufig voneinander isoliert. Gesichtet wurde der Winzling bisher nur in Schleswig-Holstein, den Allgäuer Alpen und dem Bayerischen Wald – aber sogar innerhalb dieser Gebiete sind die einzelnen Vorkommen voneinander getrennt.

Einsame Maus im Inneren Bayerischen Wald

Im Inneren Bayerischen Wald besitzt und pachtet der BUND Flächen und vernetzt sie. So vergrößert sich der Lebensraum der Waldbirkenmaus nach und nach. Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt setzten eine Vielzahl von lokalen Akteuren ein Monitoring der Waldbirkenmaus um. Nur gemeinsam können lokale Gruppen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. und dem Landesbund für Vogelschutz sowie einzelner Birkenmaus-Experten die Waldbirkenmaus schützen.

Was wir konkret unternehmen

Um die Waldbirkenmaus-Vorkommen nun in diesen Gebieten zu schützen setzt der BUND unterschiedliche Pflegemaßnahmen um. Zum Beispiel wird Land gekauft, um darauf Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Dabei können Fichten und Gebüsche entfernt werden. Im Gegenzug werden artenreiches Grünland und Hochstaudenfluren gefördert. Außerdem erneuern wir Wiesenwassergräben, um Flächen wieder zu vernässen und die Wiesen mit mehr Nährstoffen zu versorgen. 

Das passiert etwa am Brennerbach. Hier verbessern wir einen Mosaik-Lebensraum aus gemähten und ungemähten Streuwiesen, Faulbaumgebüschen und Hochstaudenfluren. Im Tal des benachbarten Paulinbachs werden die zuwachsenden Magerrasen, welche der Maus als Nahrungshabitat dienen, erhalten und zurückentwickelt. Ein Teil des Bachtals soll als Wanderkorridor die beiden Teilpopulationen verbinden. Die Waldbirkenmäuse haben dann mehr Platz und können sich vermehren. Dann heißt es bald wieder: Hier kommt die Maus!

Das Projekt "Quervernetzung Grünes Band" wird im Rahmen des Bundesprogramms für Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. 

Erfolgsgeschichte Grünes Band

02.06.2020 | Politik & Kultur

In der Juni-Ausgabe der Zeitung des Deutschen Kulturrates "Politik &  Kultur" bildet das Grüne Band den Themenschwerpunkt. Neben einer Einleitung von Bundesumweltminsterin Svenja Schulze stehen u.a. Beiträge zur Geschichte des Grünen Bandes, zum Grünen Band Europa, zu Erinnerungsorten und Teilabschnitten am Grünen Band sowie ein Kurzinterview mit dem BUND-Vorsitzenden Olaf Bandt.

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