Eine neue Studie hat Hinweise gefunden, dass PFAS-Einzelverbindungen den Schlaf stören können.
(Bild: Media Production via canva.com/Grafik: BUND/projektoren)
Diese PFAS-Chemikalien stören den Schlaf
Die Forscher*innen haben dabei in ihrer Studie die Wirkung mehrerer PFAS-Einzelverbindungen untersucht. Das Ergebnis: Eine erhöhte Konzentration von vier PFAS-Einzelverbindungen stören den Schlaf. Die vier Einzelverbindungen sind PFDA, PFAO, PFHxS und PFOS.
So wurde untersucht
Für die Studie wurde bei über 200 Personen das Blut auf erhöhte PFAS-Konzentrationen und die Qualität und Dauer des Schlafs untersucht. Kombiniert wurde die Untersuchung mit einer computergestützten toxikologischen Analyse. Wer die PFAS-Einzelverbindungen PFDA, PFOA und PFHxS im Blut hatte, schlief kürzer. Ein erhöhter PFOS-Gehalt führte zu Schlafstörungen. In der Analyse haben die Forscher*innen Proteine entdeckt, die durch PFAS beeinflusst werden. Sie könnten für die Schlafstörungen verantwortlich sein. Die Studie ist im Forschungsmagazin „Environmental Advances“ erschienen.
Das bedeuten die Ergebnisse
Die Studie findet zwar einen Zusammenhang zwischen PFAS-Verbindungen und schlechtem Schlaf, muss aber noch größer angelegt werden, um eine wirklich aussagekräftige Datengrundlage zu haben. Die Forscher*innen selbst empfehlen das. Die untersuchten PFAS-Einzelverbindungen gehören zu den wenigen PFAS, die schon recht gut untersucht sind. Sie dürfen in der EU nicht mehr verwendet werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir mit ihnen nicht mehr in Berührung kommen, denn auch diese PFAS-Verbindungen stecken in vielen Alltagsprodukten, die weiterverwendet werden. Auch über den Import, vor allem über den Online-Handel, kommen unzählige Produkte mit PFAS in Umlauf.
Viele PFAS nicht ausreichend erforscht
Über die in der Studie untersuchten PFAS-Verbindungen wissen wir eigentlich schon ziemlich viel. Trotzdem konnten Forscher*innen jetzt neue schädliche Wirkungen entdecken. Bislang wurden nur ein Bruchteil aller PFAS auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen untersucht. Es sind also über 10.000 PFAS-Einzelverbindungen Tag für Tag in unseren Alltagsprodukten im Umlauf, von denen wir gar nicht wissen, ob und wie sie schaden. Für die gut untersuchten Stoffe wurden Auswirkungen auf die Leber, Nieren, Schilddrüse und das Immunsystem nachgewiesen.
PFAS: Das können Sie tun
Die Ewigkeitschemikalien sind also eine Gefahr für unsere Gesundheit. Der BUND setzt sich deswegen für ein EU-weites Verbot von PFAS ein. Sind Sie dabei? Dann unterschreiben Sie jetzt unsere Petition an Gesundheitsminister Karl Lauterbach – er kann sich für ein Verbot stark machen.
Bei Ihrem Einkauf können Sie auf Produkte ohne PFAS achten. In Kosmetik- und Körperpflegeprodukten erkennt die kostenfreie ToxFox-App vom BUND per Scan, ob ein Produkt PFAS oder andere Schadstoffe enthält. Für alle anderen Alltagsprodukte wie Kleidung, Spielsachen, Sport- oder Elektroartikel gibt es leider keine Deklarierungspflicht für PFAS. Einige Hersteller werben jedoch mit den Hinweisen „PFAS-frei“, „fluorcarbonfrei“ oder „PFC-frei“.
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So setzen Sie sich gegen Schadstoffe ein
Auch Sie können sich für einen giftfreien Alltag starkmachen – mit Ihrer Spende. Beispiele, wie Ihrer Spende hilft:
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