Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung stoppen, Rohstoffwende jetzt einleiten!

02. November 2020 | Ressourcen & Technik, TTIP / CETA, Nachhaltigkeit, Suffizienz

Die Krisen beim Klima, der Umwelt und den Menschenrechten verschärfen sich. Gleichzeitig verbraucht Deutschland im globalen Maßstab weiterhin enorme Mengen an metallischen Rohstoffen. Die Kosten, also die durch den Abbau der Rohstoffe entstehenden sozialen und ökologischen Schäden, bleiben hingegen in den Abbauländern. Dies ist nicht länger tragbar! Ein neues Forderungspapier zeigt, wie eine politische Wende in unserem Umgang mit Rohstoffen aussehen kann.

Der Abbau von Metallen (wie hier: Kupfer) zerstört die Umwelt und zieht häufig Menschenrechtsverletzungen nach sich.  (JacquieS / pixabay.com)

Der Fakt, dass Deutschland an fünfter Stelle der größten Rohstoffverbraucher weltweit steht und 99 Prozent der bergbaulich gewonnenen Metalle aus dem Ausland kommen, unterstreicht die Notwendigkeit zu handeln. Denn der Abbau dieser Metalle hat nachweislich gravierende Umweltzerstörungen zur Folge und zieht häufig Menschenrechtsverletzungen nach sich. 

Dabei werden die Lagerstätten immer entlegener, was dazu führt, dass der Rohstoffabbau immer risikoreicher wird und immer mehr Energie, Wasser und Chemikalien benötigt. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.

Die Bundesregierung muss endlich handeln

Die Rohstoffpolitik der Bundesregierung tritt jedoch seit Jahren auf der Stelle. Eine konsequente politische Wende muss jedoch unseren Rohstoffverbrauch auf ein nachhaltiges und global gerechtes Niveau senken. Dafür braucht es als ersten Schritt verbindliche absolute Reduktionsziele.

Was die Bundesregierung jetzt für eine Rohstoffwende tun kann, zeigt der Forderungskatalog "Krisenverschärfendes Handel stoppen – Rohstoffwende umsetzen". Diesen hat der AK Rohstoffe, unterstützt durch 40 zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter auch der BUND – heute mit Blick auf die im nächsten Jahr anstehende Bundestagswahl veröffentlicht. 

Die sieben Kernelemente der Rohstoffwende

In dem Papier geht es insbesondere um die Senkung des absoluten Verbrauchs fossiler, mineralischer und metallischer Primärrohstoffe auf ein global gerechtes Maß innerhalb der planetaren Grenzen. Weiterhin macht der AK Rohstoffe Vorschläge, wie höchste menschrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten umgesetzt werden können. Außerdem widmet sich das Forderungspapier dem Schutz der Rechte der Betroffenen in den Abbaugebieten.

Das Papier enthält sieben konkrete Kernelemente, die die Bundesregierung im Sinne einer konsequenten Rohstoffwende umsetzen muss:

  • Senkung des absoluten Rohstoffverbrauchs auf ein nachhaltiges und global gerechtes Niveau,
  • Kreislaufwirtschaft umsetzen: Stoffkreisläufe schließen und Rohstoffe einsparen,
  • Verzicht auf Tiefseebergbau und andere Risikotechnologien,
  • ein gesetzlicher Rahmen zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten,
  • Ausweitung der EU-Konfliktmineralien-Verordnung,
  • eine global gerechte Handelspolitik sowie
  • Schutz und Stärkung der Rechte Betroffener und speziell indigener Völker.

Zum Forderungspapier

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb