Klimawandel-Studie: Alpen werden immer grüner

02. Juni 2022 | Klimawandel

Der Klimawandel bedroht zunehmend die spezialisierte Alpenflora. Das geht aus einer neuen Studie der Universitäten Basel und Lausanne hervor. Auch die Schneedecke haben die Forscher*innen untersucht.

Fichten vor Alpenpanorama  (Lukow / photocase.de)

Die Alpen werden wegen des Klimawandels immer grüner. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Die Vegetation habe oberhalb der Baumgrenze in fast 80 Prozent der Alpen zugenommen, schreiben Forscher*innen der Universitäten von Lausanne und Basel in der Fachzeitschrift "Science". Die Forscher*innen werteten Satellitenbilder aus den Jahren 1984 bis 2021 aus. Diese zeigten auch, dass die Fläche der Schneedecke abnahm.

Forscher*innen von deutlicher Veränderung überrascht

Es zeigte sich, dass Pflanzen neue Gebiete besiedeln und die Vegetation generell dichter und höher wird. Die Zunahme der pflanzlichen Biomasse gehe dabei auf veränderte Niederschläge und längere Vegetationsperioden infolge steigender Temperaturen zurück. Dieser Effekt könnte die spezielle Alpenflora bedrohen. Wenn sich die Umweltbedingungen änderten, würden diese spezialisierten Arten ihren Vorteil verlieren und verdrängt.

Schneedecke und Gletscher schmelzen dahin

Im Gegensatz zur Vegetation hat sich laut Studie die Schneebedeckung oberhalb der Baumgrenze seit 1984 nur geringfügig verändert. Die jeweilige Schneehöhe ließe sich anhand der Satellitenbilder aber nicht genau feststellen, hieß es. Jedenfalls würden sich die Alpen mit der Erderwärmung immer mehr von Weiß zu Grün verfärben. Weniger Schnee bedeutet, dass weniger Sonnenlicht reflektiert wird. Es wird wärmer und immer mehr Schnee schwindet. Auch Gletscher bleiben davon nicht verschont. Bereits seit Jahren wissen wir, dass der Klimawandel die Gletscher schwinden lässt. Gleichzeitig taut der Permafrost, was mehr Erdrutsche, Steinschläge und Gerölllawinen wahrscheinlich macht.

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