Klimakrise: Nichtstun wird teuer

15. Juni 2021 | Klimawandel

Die neue Risikoanalyse der Bundesregierung ist ein Appell zum Handeln. Denn sonst werden die Kosten für die Anpassung an den Klimawandel enorm.

Die Klimakrise wird auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit.  (Markus Spiske / pexels)

Es ist bizarr, wenn Politiker sich vehement weigern Geld für Klimaschutzmaßnahmen auszugeben. Denn die Kosten werden in Zukunft immens sein, sollte die Erderwärmung nicht gebremst werden. Das hat eine großangelegte Studie der Bundesregierung nun noch einmal bestätigt.

Deren Ergebnis könnte man leicht zusammenfassen: Die Risiken sind vielfältig, ganz Deutschland ist betroffen und es wird teuer.

Risiken für das gesamte Bundesgebiet

Bislang sind die Auswirkungen der Erderwärmung regional sehr unterschiedlich zu spüren. Es drohen jedoch Folgen im gesamten Bundesgebiet von den Küsten und Flussufern bis in die Gebirge. Das zeigt die am Montag in Berlin veröffentlichte Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 für Deutschland (KWRA 2021). Die Analyse wird im Auftrag der Bundesregierung alle sechs Jahre durchgeführt - zuletzt 2015. Beteiligt waren Experten aus 25 Bundesbehörden und -institutionen sowie aus neun Ressorts, die im Behördennetzwerk "Klimawandel und Anpassung" zusammenarbeiten.

Die Autoren haben 100 Wirkungen des Klimawandels und deren Wechselwirkungen betrachtet. Untersucht wurden zwei Szenarien für die Zeit bis zum Jahr 2100. Ein pessimistischer Fall geht von einem starken Klimawandel aus: plus 3 Grad zur Mitte des Jahrhunderts als Jahresmittelwert und gegenüber der frühindustriellen Zeit. Ein optimistischer Fall beschreibt einen schwächeren Klimawandel mit einem Anstieg der Temperatur um 2,4 Grad.

Hitze, Trockenheit und tropische Nächte

Ein genauerer Blick auf die umfangreiche Untersuchung lohnt sich. Denn es geht hier nicht "nur" um die zahlreichen Schäden an der Natur, sondern auch um Bereiche wie Infrastruktur, Bauwesen, Wasserwirtschaft und letztlich die menschliche Gesundheit.

Je nach Klimaregion in Deutschland sind unterschiedliche Bereiche besonders betroffen. So hat der Osten Deutschlands zum Beispiel stärker mit extremer Trockenheit zu kämpfen. Das wiederum stellt die Landwirtschaft vor große Probleme.

Die Grenzen der Anpassung

In anderen Regionen können häufiger auftretende Starkregen, Kosten an Infrastruktur, Gebäuden oder Kanalisationen verursachen. Am stärksten würde sich das Klima im Westen und Süden Deutschlands im Vergleich zu heute verändern. Anpassungen sind deshalb schon heute dringend nötig.

Die Studie macht allerdings auch deutlich: Es gibt Grenzen der Anpassung. Wenn wir den Klimawandel nicht unter 2 Grad begrenzen, dann ist es möglich, dass die Klimaanpassung nicht nur immer teurer werden, sondern sie uns einfach überfordern. Das schlimmste kann nur verhindert werden, wenn wir zügig handeln.

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