Fünf-Punkte-Plan zum Schutz vor hormonellen Schadstoffen

24. November 2023 | Chemie

Der von der Bundesregierung beschlossene Plan ist längst überfällig. Denn hormonelle Schadstoffe finden sich in zahllosen Alltagsprodukten.

Kind spielt mit Zauberwürfel. In vielen Spielsachen sind hormonelle Schadstoffe enthalten.  (Bild: congerdesign)

Hormonelle Schadstoffe sind beispielsweise Bisphenol A, Weichmacher und die Ewigkeitschemikalien PFAS. Sie sind in Spielzeug, Lebensmittelverpackungen, Bodenbelägen, Möbel und Küchenutensilien. Dazu kommen Agrargifte aus der industriellen Landwirtschaft und hormonell wirksame Arzneimittel. 

Hormonelle Schadstoffe können Fruchtbarkeit beeinträchtigen

Von einigen hormonellen Schadstoffen weiß man, dass sie bei Menschen und Tieren die Fortpflanzung und die Entwicklung des Gehirns stören können. Sie gelten als Mitauslöser von Brust- und Hodenkrebs, werden mit Diabetes, Fettleibigkeit und Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern in Verbindung gebracht.

Schadstoffe stärker regulieren

Schadstoffe sind gefährliche Chemikalien. Deswegen muss bei der Regulierung Schutz und Prävention viel stärker berücksichtigt werden. Damit das gelingt, muss die Regierung finanzielle Mittel dafür freigeben. Der nun vorgelegte Fünf-Punkte-Plan will verstärkt aufklären, insbesondere gegenüber Risikogruppen wie Schwangeren. Gleichzeitig soll die Forschung zu Schadstoffen vorangetrieben werden und so das Wissen zu möglichen Risiken erhöht werden. Ein Zeitplan zur Umsetzung des Fünf-Punkte-Plans fehlt allerdings noch.

Gesetzliche Grundlage fehlt

Die Überarbeitung der EU-Chemikalienverordnung REACH wurde gestoppt. Ein für Ende 2022 vorgesehener Gesetzesvorschlag der Kommission wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit fehlt die gesetzliche Grundlage zur künftigen Regulierung von Stoffen nach dem Vorsorgeprinzip.

Frankreich und Dänemark schon weiter

Bereits 2013 war eine vom BUND und vielen anderen Gruppen der Zivilgesellschaft geforderte Regulierung dieser Stoffe auf EU-Ebene am massiven Widerstand großer Chemiekonzerne, allen voran die Bayer AG, gescheitert. EU-Länder wie Frankreich, Dänemark oder die Niederlande führten daraufhin eigene nationale Aktionspläne und Verbote ein. So erließen Frankreich 2015 und Dänemark 2020 jeweils nationale Verbote für Bisphenol A und PFAS in allen Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. In Deutschland scheiterten solche Initiativen am Widerstand der Industrie und konservativer Kräfte im Wirtschaftsministerium.

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