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Flugkünstler in der Hohen Garbe gesichtet: Die Uferschwalbe

18. Juli 2019 | Flüsse & Gewässer, Naturschutz, Lebensräume

Die seltene Uferschwalbe hat ein neues Heim gefunden: am Ufer eines Gewässers in der "Hohen Garbe", dem Auwald an der Elbe. Dies zeigt einmal mehr: Die Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des BUND-Projekts "Lebendige Auen für die Elbe" sind ein Erfolg.

Die Uferschwalbe ist mit 12 bis 13 Zentimetern die kleinste Schwalbenart Europas.  (Dieter Damschen)

Im Projekt "Lebendige Auen für die Elbe" engagiert sich der BUND für die besonderen Lebensräume im Gebiet der "Hohen Garbe". Zu einer der vielen naturschutzfachlichen Maßnahmen gehört die naturnahe Gestaltung des Abgrabungsgewässers in diesem seltenen Hartholz-Auwald an der Elbe. 

Das Abgrabungsgewässer ist einst entstanden, als Boden für den Deichbau entnommen wurde. Es wurde nun ökologisch so umgestaltet, dass es Fischen in den geschaffenen Flachwasserbereichen einen Ort zum Laichen bietet. Auch kann sich in den Flachwasserzonen Röhricht entwickeln, das zusätzlichen Schutz und Rückzugsmöglichkeiten für die Fische schafft. 

Zudem haben die Projektverantwortlichen sich in Abstimmung mit den Anwohner*innen dazu entschlossen, die Wälle am Ufer des Abgrabungsgewässers teilweise stehen zu lassen. So können die geschützte Uferschwalbe oder auch der Eisvogel in der verbleibenden Steilwand ihre Bruthöhlen bauen. 

Die Tiere besiedeln den neu geschaffenen Lebensraum sofort

Und das Angebot ließen sich die Vögel nicht nehmen! Bereits im Mai dieses Jahres konnten erste Schwalbenpaare beim Höhlenbau am Abgrabungsgewässer beobachtet werden. Zahlreiche Einfluglöcher in der frisch beim Baggereinsatz frei gelegten Erde zeugen mittlerweile davon, dass die neu entstandene Steilwand sofort von den Vögeln angenommen wurde. 

Die Uferschwalben brüten in langen Röhren, die sie vorher mit erstaunlicher Kraft ins Erdreich schaben. Am hinteren Ende entsteht ein etwas größerer Hohlraum, den die werdenden Eltern mit Halmen und Federn auspolstern. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen etwa 20 Tage in der Bruthöhle. In der Hohen Garbe sind die Jungvögel inzwischen schon flügge geworden und ausgeflogen.

Klein, aber oho: Die Uferschwalbe

Mit nur etwa zwölf Zentimetern Länge ist die Uferschwalbe die kleinste Schwalbenart Europas. Als geschickte, wendige Flugkünstler erbeuten sie ihre Nahrung im Flug. Auch zum Trinken müssen sie nicht landen. Sie fliegen einfach flach über die Wasserfläche und erreichen bei diesen Manövern Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde! 

Den Winter verbringen die Vögel in wärmeren Regionen (wie in Afrika, nördlich des Äquators). Jedes Jahr im April kehren sie von dort in ihre Brutgebiete zurück. In der freien Natur gibt es jedoch kaum noch Gelegenheiten für die Tiere, ihre Höhlen zu bauen. Denn Uferabbrüche entstehen kaum noch auf natürliche Weise. Also muss der Mensch nachhelfen, um diesen Flugkünstlern ein Zuhause aus zweiter Hand zu schaffen. 

Das Projekt "Lebendige Auen für die Elbe" wird über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit gefördert.

Bildergalerie der Uferschwalben in der Hohen Garbe

(zm Vergrößern Bilder anklicken)

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