Europas Chemie soll nachhaltiger werden – dank des Drucks von BUND und Co.

15. Oktober 2020 | Chemie, Nachhaltigkeit, BUND

Eine gute Nachricht: Geht es nach der neuen Chemikalienstrategie der EU-Kommission, sind wir Menschen und unsere Umwelt bald besser vor gefährlichen Stoffen geschützt. Das ist ein großer Erfolg – auch für den BUND!

Hormongifte wie Bisphenol A könnten bald aus Alltagsprodukten verschwinden – auch dank des Drucks des BUND.  (Jörg Farys / BUND)

Mit der im "Green Deal"-Papier angekündigten Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit hat die EU-Kommission am 14. Oktober die wohl umfassendste Reform des Chemikalienrechts in der Europäischen Union seit Einführung der Chemikalienverordnung REACH im Jahr 2007 angekündigt. 

Die Strategie nimmt eine wichtige Weichenstellung für einen besseren Schutz von Umwelt und Verbraucher*innen vor gesundheitsschädlichen Chemikalien vor. Sie enthält viele Maßnahmen, für die sich auch der BUND seit vielen Jahren stark macht: So sollen u.a. Hormongifte wie Bisphenol A sowie krebserregende Stoffe aus Alltagsprodukten verbannt werden.

Das ist ein großer Erfolg der Umweltverbände und von vielen anderen Organisationen und Einzelpersonen! Denn das Ergebnis wäre ohne deren Druck und die Unterstützung aus dem EU-Parlament nicht denkbar gewesen. Jetzt muss die EU-Kommission aber auch zügig nachlegen und konkrete Gesetze schaffen, damit die gefährlichen Stoffe schneller und effizienter verboten werden können.

Auch die Industrie muss sich wandeln

Auch der Umbau der Chemieindustrie im Sinne des "Green Deals" der EU und der UN-Nachhaltigkeitsziele kann die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie stärken und damit Millionen Arbeitsplätze zukunftssicher machen. Dafür dürfen aber die wirtschaftlichen Folgenabschätzungen, wie sie die Strategie ebenfalls vorsieht, nicht als Blockadeinstrument missbraucht werden. 

Der verschwenderische und sorglose Umgang mit Rohstoffen, Chemikalien und Abfällen schadet nicht nur uns. Er hat auch einen erheblichen Anteil am Klimawandel und dem Verlust der biologischen Vielfalt. Eine neue nachhaltige Stoffpolitik muss der weltweiten Bekämpfung von Klimakrise und Artenverlust Rechnung tragen und den Umbau der Chemieindustrie entsprechend vorantreiben. Und sie muss einen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit leisten. 

Weltweit nutzen Firmen niedrige Sozial- und Umweltstandards noch immer zur Profitmaximierung aus. Wir brauchen deshalb ein europäisches Lieferkettengesetz, das weltweit operierende Unternehmen zur Einhaltung von menschenwürdigen Arbeits- und Sozialstandards verpflichtet.

Es kommt jetzt also darauf an, dass den vielen guten Absichtserklärungen in der neuen Chemikalienstrategie konsequente Schritte folgen.

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