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Datteln 4: Klimakiller ans Netz?

13. November 2019 | Kohle, Klimawandel

Das Votum der Kohlekommission ist eindeutig, das fast fertig gebaute Steinkohlekraftwerk Datteln 4 im Norden NRWs soll nicht mehr ans Netz gehen. Dafür solle die Regierung mit dem Betreiber eine Lösung finden, sprich über eine Stilllegung gegen Entschädigung verhandeln. Diese Lösung scheint seitens der Bundesregierung jetzt erstmal auf Eis gelegt worden zu sein.

Rund 4 Millionen Tonnen mehr CO2-Emissionen – jedes Jahr, das Datteln 4 am Netz ist.

Der Betreiber, Uniper, stellt die reguläre Inbetriebnahme für Mitte nächsten Jahres in Aussicht. Der NRW-Ministerpräsident, Armin Laschet, äußert sich positiv zu einer Inbetriebnahme: das neue Kraftwerk würde gar dem Klimaschutz dienen, weil es alte Kraftwerke ersetze.

Inbetriebnahme stünde im Widerspruch zu den Empfehlungen der Kohlekommission

Das Skandal-Kraftwerk wird vom BUND seit vielen Jahren immer wieder erfolgreich beklagt und hat derzeit keine bestandskräftige Genehmigung. Würde es ans Netz gehen, stünde das klar im Widerspruch zu den Empfehlungen der Kohlekommission. Und vor allem wäre es eine schwere Bürde für den Klimaschutz. Denn es ist nicht egal, ob ein neues Kohlekraftwerk ans Netz geht. Ein neues Steinkohlekraftwerk ist zwar effizienter als ein altes und hat daher geringere spezifische Emissionen. Aber es ist auch wettbewerbsfähiger, weshalb neue Kraftwerke weitaus mehr laufen. Die höhere Auslastung würde sich nach Einschätzung von Experten zu rund 4 Millionen Tonnen mehr CO2-Emissionen führen – jedes Jahr, das Datteln 4 am Netz ist.

Die Kohlekommission hat eine Höchstmenge an Steinkohlekapazitäten für das Jahr 2022 vorgegeben, 15 Gigawatt. Dabei war Datteln 4 aber nicht eingepreist. Soll diese Grenze eingehalten werden, würden für den 1-Gigawatt-Block in Datteln rund ein Gigawatt alte Kraftwerke vom Netz gehen müssen. Da alte Steinkohleanlagen in der gleichen Größenordnung aber nur rund die Hälfte der Emissionen eines neuen wie Datteln 4 haben, bleibt trotzdem eine Mehrbelastung des Klimas von netto etwa 2 Millionen Tonnen pro Jahr

Schwere Bürde für den Klimaschutz

Die Bundesregierung will als Enddatum für die Kohleverstromung 2038 festlegen. Bliebe Datteln 4 – als jüngstes deutsches Kohlekraftwerk ­– bis dahin am Netz, ergeben sich kumuliert mehr als 30 Millionen Tonnen CO2. Vorausgesetzt, die Vorgaben der Kohlekommission werden eingehalten. Das wäre eine schwere Bürde für den Klimaschutz und zwar umso mehr, weil die Klimaziele sich weiter verschärfen werden. Die aktuelle Bundesregierung darf nicht kurzsichtig agieren, sondern muss verhindern, dass Datteln 4 ans Netz geht. Alles andere wäre ein klimapolitischer Skandal und ein Foulspiel gegen den mühsam ausgehandelten gesellschaftlichen Kompromiss zur Kohle.

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