BUND-Erfolg: EU zieht giftige Lichterkette aus dem Verkehr

14. August 2020 | Chemie

Eine gute Nachricht schon im Sommer: Die Adventszeit 2020 wird sicherer! Denn die EU hat gefährliche Weihnachtsbeleuchtung vom Markt genommen, deren Schadstoffgehalt der BUND bereits im Herbst 2019 beanstandet hatte.

Lichterketten können gefährliche Giftstoffe enthalten  (Hans Braxmeier / pixabay.com)

Das europäische Schnellwarnsystem für gefährliche Konsumprodukte Rapex (für: "Rapid Exchange of Information System") hat europaweit den Vertrieb eines Lichterschlauchs verboten, den der BUND im November 2019 wegen unzulässig hoher Schadstoffwerte bei der Landesbehörde in Sachsen angezeigt hatte. Zwei weitere Lichterschläuche desselben Herstellers wurden ebenfalls aus dem Verkehr gezogen.

Bei dem Test im Herbst 2019 hatte der BUND stichprobenartig vier der in der dunklen Jahreszeit beliebten Lichterketten bzw. -schläuche von bekannten Händlern in einem externen Labor auf gesundheitsschädliche Weichmacher, so genannte Phthalate, und kurzkettigen Chlorparaffine (SCCP) testen lassen. Diese Stoffe dienen u.a. als Weichmacher in PVC-Kabelummantelungen.

Drei von vier Lichterketten belastet

In drei der vier untersuchten Lichterketten wurden die als "besonders besorgniserregend" eingestuften Chemikalien nachgewiesen. Ein alarmierendes Ergebnis – denn in Elektrogeräten ist es z.B. EU-weit bereits verboten, diese Schadstoffe zu verarbeiten. 

Nach Übermittlung der BUND-Analyseergebnisse hatte die Landesdirektion Sachsen (LDS) eine Vor-Ort-Kontrolle bei der betroffenen Firma durchgeführt und den beanstandeten Lichterschlauch sowie zwei weitere Nachfolgemodelle testen lassen. Diese nachträglichen Analysen ergaben Gehalte an Phthalaten und Chlorparaffinen, die weit über den in der EU chemikalienrechtlich erlaubten Grenzwerten lagen. 

Die betroffene Firma musste daraufhin die bereits ausgelieferten belasteten Produkte zurückrufen und entsorgen. Die sächsische Behörde gab die Informationen auch an Rapex weiter, um sicherzustellen, dass die Lichterketten wirklich auch EU-weit aus dem Verkehr gezogen werden.

Hersteller müssen Inhaltsstoffe endlich offenlegen

Leider schreiten jedoch nicht alle Behörden so konsequent wie die LDS Sachsen gegen Gesundheitsgefahren für Verbraucher*innen ein. Zu zwei weiteren unzulässig hoch mit Schadstoffen belasteten Produkten hat der BUND bis heute keine Informationen zur weiteren Vorgehensweise von den jeweils zuständigen Landesbehörden erhalten.

Mit Rückrufen wie sie Sachsen in diesem Fall veranlasste, ist es jedoch nicht getan. Der BUND fordert seit langem, dass Hersteller verpflichtet werden, offenzulegen, welche Chemikalien in ihren Produkten eingesetzt werden – so wie es bei Kosmetik bereits der Fall ist. Hier ist die Politik gefordert, für mehr Transparenz zu sorgen – etwa durch entsprechende Regelungen im Rahmen der EU-Chemikalienverordnung REACH.

Fordern Sie Informationen von den Herstellern – mit der ToxFox-App

Verbraucher*innen können sich selbst schützen, indem sie das in REACH gesetzlich verankerte Auskunftsrecht wahrnehmen und sich vor dem Einkauf über Inhaltsstoffe in einem Produkt informieren. Mit der ToxFox-App des BUND können Sie Schadstoffe aufspüren, ihre Gesundheit schützen und ein Zeichen für giftfreie Produkte setzen. 

Der BUND engagiert sich im Rahmen des europäischen LIFE-Projektes "AskREACH" für den Aufbau einer EU-weiten App nach ToxFox-Vorbild sowie einer zentralen Datenbank mit den Produktinformationen der Hersteller. Je mehr Menschen von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen und die App verwenden, umso schneller wird die Datenbank anwachsen. 

Mehr als 1,5 Millionen Menschen nutzen bereits die kostenlose App und scannen für mehr Transparenz und bessere Produkte. Machen auch Sie mit!

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