Themen

Auenschutz geht weiter: BUND-Auenzentrum Burg Lenzen startet neues Projekt

23. November 2021 | Naturschutz, Flüsse & Gewässer

Nirgendwo in Mitteleuropa sind mehr Tier- und Pflanzenarten anzutreffen als in naturnahen Auen entlang der Flüsse. Doch in Deutschland sind über zwei Drittel der natürlichen Auen verschwunden. Nur noch drei Prozent der ursprünglich vorhandenen Auen gelten als intakt. Das BUND-Auenzentrum startet jetzt ein weiteres Projekt, um die Auen wiederzubeleben.

Flussauen sind unerlässlich für die Biodiversität  (D. Damschen)

Im Frühling dieses Jahres war es so weit: Der BUND hatte einen der größten Hartholz-Auenwälder an der Mittelelbe wiederbelebt – die Hohe Garbe. Ein großer Erfolg! Damit ging ein langes BUND-Projekt zu Ende – doch wir wollen die Auen auch in Zukunft fördern. 

Deshalb bleibt das BUND-Auenzentrum Burg Lenzen weiter aktiv. Mit dem Projekt "Auenentwicklung zwischen Elbe und Aland" nimmt es nun die gesamte Garbe-Niederung, ein großes Naturschutzgebiet, ins Visier.

Worum geht es bei dem neuen Projekt?

Der BUND rückt damit einen weiteren Teil der Elbaue in den Fokus. Dieser Teil umfasst neben dem örtlichen Wald auch einen angrenzenden Polder mit artenreichen Auenwiesen und vielen Gewässern. Bis Ende 2022 will das Auenzentrum hier die Bedingungen für auentypische Arten wie Rotbauchunke oder Kiebitz deutlich verbessern. Zum einen schließen wir aktuell weitere Flutrinnen im Auwald an die Hochwasserdynamik der Elbe an. Das bedeutet, dass das Gebiet endlich wieder das Hochwasser der Elbe aufnehmen kann. Zum anderen stimmen wir uns mit den Menschen, die in der Region leben und wirtschaften, darüber ab, wie die Auen weiter aufgewertet werden können.

Dafür erforschen wir zunächst, welche Amphibien, Libellen oder Wiesenvögel in der Niederung vorkommen. Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchung sind erfreulich: Die Auenwiesen im Garbe Polder sind überaus artenreich und großflächig in einem guten Zustand. Damit sind sie für den Naturschutz sehr wichtig. 

Bestände stark gesunken

Trotzdem ist der Bestand an typischen Wiesenvögeln, wie dem Kiebitz, sehr gering. Bei den Amphibien, wie Rotbauchunke, Moor- und Laubfrosch, sieht es noch schlechter aus. Sie leiden unter den niedrigen Wasserständen der vergangenen Jahre und der zunehmenden Verlandung vieler Auengewässer im Garbe-Polder. Ihre Bestände sind massiv zusammengebrochen, nicht nur im Projektgebiet, sondern in der gesamten Elbaue.

Auf der Grundlage unserer Bestandsaufnahme führt das BUND-Auenzentrum in einem zweiten Schritt die Auenwerkstatt fort. Dabei können Anwohner*innen, Flächennutzer*innen und weitere Projektbeteiligte gemeinsam Vorschläge für den Erhalt und die Förderung dieses wertvollen Naturraums entwickeln, um so zur Artenvielfalt an der Elbe beizutragen.

Die Deutsche Postcode-Lotterie unterstützt das Projekt "Auenentwicklung zwischen Elbe und Aland" über einen Zeitraum von zwei Jahren (2021-2022).
 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb