Die Europäische Wildkatze war vor 100 Jahren in Deutschland fast ausgerottet - nur wenige Tiere überlebten unter anderem in der Eifel, im hessischen Bergland und im thüringischen Hainich. Von dort aus eroberten und erobern sich die Tiere langsam immer mehr ihrer alten Lebensräume zurück.
Die Europäische Wildkatze sieht unseren graugetigerten Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich. Dabei haben sie nichts miteinander zu tun. Die Hauskatze kam erst mit den Römern nach Europa und stammt von der Afrikanischen Falbkatze ab. Zu der Zeit war die Wildkatze hier schon längst zu Hause. Wildkatzen sind also keine verwilderten Hauskatzen, sondern Wildtiere und echte Ureinwohner Europas.
Eine Patenschaft für die Wildkatze
Mit Ihrer Patenschaft hilft der BUND der Wildkatze wieder auf die Sprünge. Wir errichten z.B. grüne Korridore aus Bäumen und Sträuchern und verbinden damit Waldgebiete wieder miteinander. Unser großes und langfristiges Ziel ist ein Netzwerk aus Wäldern über ganz Deutschland. Bereits 25 Korridore haben wir in den letzten 15 Jahren angelegt, und weitere sollen folgen! Die Patenschaft können Sie selbst übernehmen oder verschenken.
Alle Informationen zu Ihrer Patenschaft
- Mit Ihrer Patenschaft fördern Sie gezielt das Wildkatzenprojekt im BUND.
- Sie erhalten eine persönliche Patenschaftsurkunde mit Ihrem Namen.
- Wir halten Sie über Aktionen und Erfolge auf dem Laufenden.
- Sie können an Veranstaltungen im Projektgebiet teilnehmen.
- Ihre Spenden sind steuerlich absetzbar. Automatisch erhalten Sie jeweils zum Jahresbeginn Ihre Spendenbescheinigung für das Finanzamt.
- Ihre Patenschaft ist jederzeit kündbar.
- Sie können die Wildkatzen-Patenschaft selbst übernehmen (ab einer regelmäßigen Spende von 5 Euro monatlich).
- Mit einer einmaligen Spende in Höhe von mindestens 60 Euro können Sie die Patenschaft verschenken.
So setzen wir Ihre Hilfe ein
- Wir pflanzen für die scheuen Katzen grüne (Über-)Lebenskorridore aus Bäumen und Büschen.
- Wir schaffen Strukturreichtum in Wäldern und gestalten Waldränder neu, damit die Wildkatze wieder mehr Versteckmöglichkeiten und Nahrung findet.
- Wir setzen uns für Querungshilfen wie Grünbrücken oder Wildtunnel an großen Straßen ein. So senken wir die Zahl der Wildunfälle.
Unser Wildkatzen-Schutzprojekt: Aktuelle Erfolge
Unser Rettungsnetz Wildkatze: Wie alles begann
(zum Vergrößern Bilder anklicken)
2004: Drei BUND-Landesverbände legen den Grundstein für das bundesweite "Rettungsnetz Wildkatze": Sie entwickeln die Lockstock-Methode zum Wildkatzennachweis und das Konzept der Waldvernetzung mit grünen Korridoren.
(Thomas Stephan)
In Zusammenarbeit mit Forscher*innen der Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wurde 2007 untersucht, welche Wälder sich noch als Lebensraum für die Wildkatze eignen. Es entstand der "Wildkatzenwegeplan" – die Grundlage für länderübergreifende Verbundkonzepte. Er zeigt nicht nur die aktuellen Wildkatzenvorkommen und geeignete Waldgebiete, sondern auch, wie diese Wälder deutschlandweit wieder verbunden werden können. Heraus kam ein Generationenprojekt mit der Vision, einen Waldverbund mit einer Gesamtlänge von 20.000 Kilometern zu schaffen.
(Die Projektoren)
Seit 2007 entwickelt der BUND "grüne Korridore" für Wildkatze & Co. Grüne Korridore aus Büschen und Bäumen sollen den scheuen Wildkatzen helfen, sich aus der Deckung ihres Waldes herauszutrauen und entlang dieser Linien neue Gebiete zu besiedeln.
(Jörg Farys
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Die Projektoren)
Seit 2011 betreibt der BUND den Ausbau des Monitorings zu einer bundesweiten "Wildkatzen-Inventur". Es ist die bislang größte systematische Erfassung der Wildkatzenbestände in Deutschland. Damit ist erstmals eine verlässliche Schätzung möglich, wie viele Tiere in welchen Gebieten ungefähr vorkommen. Auch Barrieren in der Landschaft, wie beispielsweise ausgeräumte Agrarlandschaften, werden durch die neu gewonnenen Verbreitungsdaten sichtbar.
(Thomas Stephan)
Seit 2012 helfen jährlich hunderte Freiwillige bei der bundesweiten Erfassung der Wildkatzenbestände. Allein in Bayern engagierten sich schon rund 700 Freiwillige bei der Wildkatzeninventur. Darunter sind auch Familien und Kindergruppen. Zusätzlich kontrollieren rund 50 Mitarbeiter*innen der Bayerischen Staatsforste die Lockstöcke.
(Thomas Stephan)
2012 wird das Wildkatzendorf in Thüringen als Anlaufstelle für Wildkatzenfreund*innen eröffnet. Hier gelingt immer ein Blick auf die schönen Tiere. Besonders zu den täglichen Fütterungszeiten ist viel los in den strukturreichen Freigehegen. Die Besucherscheune zeigt eine interaktive Ausstellung zu Deutschlands wilden Katzen. Seit Juli 2019 kann man im Wildkatzendorf auch den Luchs live erleben.
(Christiane Bohn)
2012 gelingt der Nachweis einer ganzen Wildkatzenpopulation im Stadtwald Kottenforst bei Bonn. Dieses Ergebnis war für alle Beteiligten sehr überraschend, da kaum jemand Wildkatzen so menschennah vermutet hätte. Erstaunlich ist vor allem, dass es sich nicht um einzelne Tiere handelt, sondern um eine ganze Population.
(Christine Thiel-Bender)
2013/14 kommen Freiwillige aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen und helfen bei Pflanzungen von neuen "grünen Korridoren" in Niedersachsen und Thüringen. Bäume zu pflanzen ist nur eine Möglichkeit, sich im "Rettungsnetz Wildkatze" zu engagieren.
(Martin Jehnichen)
Seit 2014 kümmert sich der BUND Thüringen um Waldränder – zur Förderung der Wildkatzenbestände: Zum Jagen begeben sich Wildkatzen gerne aus der Deckung des Waldes heraus. Dabei spielen Waldränder eine besondere Rolle: Sind sie vielfältig und strukturreich – so finden die Katzen hier ausreichend Nahrung.
(Thomas Stephan)
2014 wird die erste Ausbildung von Wildkatzenbotschafter*innen durchgeführt: Allein in Nordrhein-Westfalen kümmern sich bereits 50 Wildkatzenbotschafter*innen um die Wildkatze. Sie verteilen Infomaterialien, halten Vorträge, sammeln Haarproben oder sind Ansprechpartner*innen für die Bevölkerung, Politik und Behörden, wenn es um das Thema Wildkatze geht.
(Géza Aschoff)
2015 gelingt der Erstnachweis der Wildkatze im Leipziger Auwald. Es war ein Hinweis aus der Bevölkerung, der den BUND dort auf die Spur der Wildkatzen brachte. Eine ganze Population von mindestens zwölf Tieren konnte im Auwald nachgewiesen werden. Da der Wald sehr klein ist, sollten Spaziergänger*innen unbedingt auf den Wegen bleiben, um die Katzen nicht zu stören.
(Wildtiermonitoring der Jäger Sachsens)
Bei Bispingen, im Herzen der Lüneburger Heide, gelang dem BUND 2017 gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz der bislang nördlichste Nachweis einer Wildkatze.
(BUND)
Seit 2018 baut der BUND Rheinland-Pfalz mit Unterstützung eines Freiwilligen-Netzwerkes ein Totfund-Monitoring auf. Der Straßentod ist bei Wildkatzen mit die häufigste unnatürliche Todesursache. Im Projekt werden tot aufgefundene Katzen aufgesammelt und die Kadaver wissenschaftlich untersucht. So sollen wichtige Informationen zur Verbreitung und vor allem über die Gefährdungsursachen der Wildkatzen gewonnen und Artenschutzmaßnahmen entwickelt werden.
(Gerhard Hermann)
2019 ist das Saarland als erstes Bundesland komplett von Wildkatzen besiedelt. Langfristige Untersuchungen zeigen, dass die Wildkatze dort alle größeren Waldgebiete erobert hat. Ein toller Erfolg für den Naturschutz!
(Maik Elbers)
"Rettungsnetz" national und international: Das "Rettungsnetz Wildkatze" kann nur erfolgreich sein, wenn es auch ein aktives Netzwerk an Unterstützer*innen gibt. Bevölkerung, Behörden, Politik, Raumplanung müssen gemeinsam an einem Strang ziehen. Über diverse Fachtagungen des BUND findet deshalb seit 2009 regelmäßig ein Wissensaustausch rund um das Thema Wildkatze statt. Und auch den internationalen Austausch pflegen wir, denn die Wildkatze macht an Ländergrenzen nicht halt.
(Melanie Kahl)