Gemeinwirtschaft statt Marktradikalismus: Wie eine andere Welt nach Corona aussehen könnte

Sonstiges | TTIP / CETA, Nachhaltigkeit, Suffizienz, Klimawandel, BUND

Das neue Normal ist der alte Trott. Dabei schien es eine Zeitlang, als ob mit Corona alles anders würde. Als ob nicht mehr die Banken, sondern die Krankenpflegerinnen und Supermarktkassierer systemrelevant sind. Doch mit der Lufthansa-Rettung kam die Ernüchterung: Eine Fluggesellschaft mit miesester Klimabilanz bekommt neun Milliarden für die Vernichtung von 22.000 Arbeitsplätzen, während die Bahn am Personal sparen soll. Ein Rettungspaket für den Öffentlichen Nahverkehr ist ebensowenig in Sicht wie eine solidarische Krankenhausfinanzierung. Stattdessen schleichen sich Austerität und Sparwahn wieder an: Noch bevor das Geld ausgegeben ist, wird allerorten vor Verschuldung gewarnt.

Doch das Sparen nutzt nicht "kommenden Generationen", sondern ist pure Ideologie. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie in kürzester Zeit astronomische Summen mobilisierbar sind. Dieses Geld fließt jedoch nicht in den Umbau der Wirtschaft, sondern stabilisiert den Finanzmarktkapitalismus. Es verewigt Ungleichheit, Angst und eine Globalisierung, die dem Einzelnen als Bedrohung entgegentritt. Dabei gibt es eine Alternative: Vergesellschaftung und Gemeinwirtschaft!

Als soziale Bewegungen und Verbände wollen wir eine Krisenlösung diskutieren, die mit dem Marktradikalismus bricht und Wirtschaft als Daseinsvorsorge und Deckung von Bedürfnissen denkt. "Vergesellschaftung" und "Gemeinwirtschaft" sind Konzepte für ein Wirtschaften ohne Profit an Aktionär*innen und Shareholder*innen, am Gemeinwohl orientiert, in Gemeineigentum oder öffentlichem Besitz, demokratisch kontrolliert von Bürger*innen. Nicht zuletzt Corona hat gezeigt: Nur der Ausbau solcher Wirtschaftskreisläufe kann Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit voranbringen, da mit dem Wegfall des Profitzwangs auch der Zwang zum ewigen Wachstum entfällt. Gemeinwirtschaftliche Strukturen haben die Chance, zum Träger eines "Green New Deal" zu werden und Nachhaltigkeit sozial zu definieren.

Podiumsdiskussion der Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" mit:

  • Olaf Bandt, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
  • Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer Paritätischer Gesamtverband
  • Reiner Wild (oder Vertretung), Geschäftsführer Berliner Mieterverein
  • Susanne Feldkötter, stellvertretende Landesbezirksleiterin Verdi Berlin-Brandenburg
  • Joanna Kusiak, "Deutsche Wohnen & Co. enteignen"
  • Moderation: Ines Schwerdtner, Chefredakteurin "Jacobin Magazin Deutschland"

Mehr Informationen

  • Wegen der hohen Nachfrage und den Corona-Auflagen sind momentan alle Plätze vergeben. Sollten Plätze wieder freiwerden, kann man sich hier anmelden.
  • Die Podiumsdiskussion wird live auf Facebook (u.a. über den Kanal des BUND) und vom Berliner Lokalsender Alex Berlin übertragen.

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Termindetails

Startdatum:

19. September 2020

Enddatum:

19. September 2020

Uhrzeit:

15:30 bis 17:45

Ort:

Freiluftkino Hasenheide, im Park Hasenheide, 10967 Berlin

Bundesland:

Berlin

Veranstalter:

Deutsche Wohnen & Co Enteignen

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