Reaktionen unserer Leserinnen und Leser auf die Ausgabe 1/2021

Die Redaktion des BUNDmagazins freut sich über jede Leser*innenzuschrift, behält sich aber Kürzungen vor.

Leserbriefe zur aktuellen Ausgabe

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Rettet unsere Wälder

Danke für die ausführliche Betrachtung zum Thema "Wald". Hier ist der BUND vorbildlich aufgestellt mit fundierter Meinung und klarer Kante gegen die einseitig wirtschaftliche Nutzung. Die Kontroverse zur Windkraft im Wald wurde angeschnitten, ohne zu erwähnen, dass die das exakt Gleiche tut wie die Forstwirtschaft: Zerschneidung, Bodenverdichtung etc. Einige Artikel weiter wird die Notwendigkeit erneuerbarer Energien betont, so beim Thema "Deckung des Energiebedarfs im Homeoffice". Hier aber liegt der Hase im Pfeffer und fehlt mir eine klare Positionierung. 

Ob Katzenvideos, Streamen, Baumarktbeleuchtung nachts um vier oder auch ellenlange Videokonferenzen – hier wird oft überflüssig "Bedarf" erzeugt, der keiner ist, sondern Gewohnheit, Bequemlichkeit, Wunsch. Da müssen wir ansetzen und zum Umdenken auffordern. Wenn die Werbebeleuchtung ausbleibt, die lustigen Videos überdacht werden, die energieintensiven Industrien nicht mehr jeden Konsumwunsch abdecken und aus sich ewig wiederholenden Konferenzen eine Infomail wird, können wir einen guten Teil des Energie"bedarfs" streichen und von der unseligen Windkraft im Wald absehen. Es nutzt nichts, die eine Krise (Klima) zu bekämpfen und damit andere Krisen – Artensterben, Hochwasser, Bodenverlust, Flächenkonkurrenz – zu verschlimmern. Wer keine Möglichkeit hat, Energie verträglich zu produzieren, kann sie eben nicht unbegrenzt ausgeben. Das Gesetz der begrenzten Ressource gilt auch hier – wird aber nicht adressiert. 

Sven Deutschendorf, Solingen

 

Deutschland bildet einen Verbreitungsschwerpunkt der Rotbuche. Wegen ihrer Einzigartigkeit und der ihr innewohnenden Artenvielfalt gilt sie als unser nationales Naturerbe. Nur ein äußerst geringer Teil der vorhandenen Buchenbestände ist noch als "natürlich" anzusprechen. Dies müssen wir unverzüglich ändern.

Unser Staatswald besteht zu 55 Prozent aus Nadelbäumen, die an ihrem Standort nicht heimisch sind. Etwa die Hälfte davon sind Reinbestände ohne andere Bäume. Auch hier im Sauerland werden noch immer Buchenwälder in naturferne Fichtenmonokulturen überführt. Das ist eindeutig rechtswidrig und – bundesweit – sicher kein Einzelfall. Nach wie vor basiert die bei uns praktizierte Forstwirtschaft auf einer industriemäßigen Holzproduktion, welche in erster Linie auf möglichst schnellwüchsige Baumarten ausgerichtet ist.

Ein dickes Lob für das Autorenteam um Nicola Uhde. Genau so, wie im neuesten BUNDmagazin nachzulesen ist, hat eine "Waldwende" auszusehen, die den hohen Anforderungen an Biodiversität und Klimawandel gerecht wird! 

Karl Josef Knoppik, Meschede-Stockhausen
 

Falkenbruten an Windrädern

Ich bin seit mehr als 20 Jahren im Wanderfalkenschutz tätig und habe zahlreiche Nisthilfen gebaut und aufgehängt. Durch Nisthilfen an Windrädern Wanderfalken an einen für sie gefährlichen Ort zu locken, ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Region keine geeigneten und für den Falken ungefährlichen Brutplätze zur Verfügung stehen. Und falls doch, ist das nun mal kein geeignetes Brutgebiet für Wanderfalken, und man sollte sich damit abfinden. 

Beim Einsatz der Windkraft sollte man darauf achten, die Umwelt – und hier besonders die Vogelwelt – möglichst wenig zu beeinträchtigen. Statt einzeln stehender Windkraftanlagen, die jeweils eine erhebliche Infrastruktur benötigen, sind zusammenhängende und lokal begrenzte Windpark sicher umweltverträglicher. Leider wurden in der Vergangenheit zahlreiche Windräder über die Landschaft verstreut, vielfach aus rein finanziellen Gründen der Bodeneigentümer und Betreiber. 

Dieter Geib, Kirkel 

 

Die erwähnten Nistkästen an den Windkraftanlagen in Güterloh und Bielefeld werden seit Jahren von Naturschützern und Falknern beobachtet. Tatsächlich waren alle Bruten der vergangenen acht bzw. zehn Jahre erfolgreich, der Nachwuchs ist problemlos ausgeflogen. Turmfalken und Wanderfalken können hier offenbar mit dem Risiko der Rotoren umgehen. Ob es sich um ein singuläres Phänomen handelt oder ob unsere Vorstellung vom Risiko der Windkraft für die beiden Arten korrigiert werden muss, ließe sich nur in einem Forschungsprojekt klären. Im Übrigen spricht sich auch der BUND für eine Konzentration von Windkraftanlagen aus.

Willi Hennebrüder (BUND Lemgo)

Impfen und Gentechnik

Sie schreiben im Editorial, es gäbe Hoffnung, da mehr und mehr Menschen geimpft werden. Finden Sie es tatsächlich hoffnungsvoll, wenn gentechnisch veränderte Substanzen als Impfstoff in unsere Körper gelangen? Wenn es darum geht, gentechnisch veränderte Substanzen in der Landwirtschaft zu verwenden, bezieht der BUND ja sehr deutlich Stellung.

Warum wird hier so ein gewaltiger Unterschied gemacht? Das Argument, dass durch den Impfstoff Leben gerettet werden soll, darf hier nicht verwendet werden, denn die Befürworter von gentechnisch verändertem Saatgut argumentieren ja auch damit, dass man dadurch mehr Menschen ernähren kann und folglich weniger an Hunger sterben.

Ich möchte ergänzen, dass wir Impfskeptiker in der Regel keine Coronaleugner sind. Covid-19 ist eine schlimme Erkrankung, und es ist gut, Risikopatienten davor zu schützen. Doch ob ein RNA-Impfstoff aus gentechnisch veränderten Substanzen dafür hilfreich oder aber langfristig noch schädlicher ist als das Virus selbst, wird sich noch zeigen.

Claudia Dietz, Singen

Im Unterschied zur gentechnischen Manipulation von Pflanzen und Tieren in der Landwirtschaft (deren Freisetzung in die Umwelt der BUND ablehnt) zielt die Nutzung gentechnischer Methoden zur Herstellung von Impfstoffen nicht darauf ab, das (hier: menschliche) Genom zu verändern. Stattdessen wirken Impfstoffe nach dem Prinzip, das Immunsystem mit Oberflächenproteinen des Erregervirus zu konfrontieren, damit es Antikörper bildet. Das Genom wird dabei nicht verändert, die DNA nicht umgeschrieben. 

Auch genbasierte Impfstoffe müssen für eine sichere Anwendung natürlich daraufhin getestet werden, dass keine "überschießende" Immunreaktion stattfindet und all ihre Inhaltsstoffe gut verträglich sind – bei der Entwicklung von Impfstoffen gilt das Vorsorgeprinzip.

Lob und Tadel

Schon seit einiger Zeit wollte ich Ihrer Redaktion wie auch den Gestaltern Janda+Roscher mein Lob aussprechen. Für mich liest sich das Heft in der übersichtlichen Aufteilung wie auch großen Schrift bei jedem neuen Thema wunderbar leicht. Auch wenn ein Artikel mich nicht so sehr interessiert, macht er mich in seiner Aufmachung neugierig. Für mich ist alles wie in einem Guss, übersichtlich und jedes Thema auf seine Art mit Bild ansprechend, interessant und informativ. Damit andere Menschen es auch kennenlernen, lasse ich das ausgelesene Heft in der S-Bahn liegen.

Inge Maria Böhm, Neu-Isenburg

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