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Zunahme des Elektrosmogs durch Behördenfunk und Ausbau des LTE-Internetnetzes befürchtet / Kundgebung in München

28. Oktober 2012 | Ressourcen & Technik, Umweltgifte

Berlin/München: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor dem von den Bundesländern geplanten weiteren Ausbau des Behördenfunks TETRA und der Mobilfunknetze mit dem Internetstandard LTE gewarnt. Die Folge sei ein weiterer Anstieg der Elektrosmogbelastung, gegen die Anwohner von Sendeanlagen und Nutzer der Techniken unzureichend geschützt seien, so Bernd Rainer Müller, BUND-Mobilfunkexperte.

"Solange die möglichen Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung nicht umfassend erforscht sind, muss der Ausbau des Behördenfunks und des LTE-Internetnetzes gestoppt werden", sagte Müller. Bereits 2011 habe der Europarat Maßnahmen zum Schutz des Menschen und der Umwelt vor hochfrequenten elektromagnetischen Feldern gefordert. Inzwischen halte auch das EU-Parlament die in der Europäischen Union derzeit geltenden Grenzwerte für unzureichend. Die Internationale Krebsorganisation (IARC), die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehöre, habe elektromagnetische Felder sogar als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft.

Zudem hätten viele Studien gezeigt, dass die Mobilfunkstrahlung Menschen, Tieren und Pflanzen schade. Beim Menschen seien Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände beobachtet worden. Weitere Untersuchungen hätten Störungen des vegetativen Nervensystems sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke nachgewiesen. Letzteres könne dazu führen, dass Umweltschadstoffe direkt ins Gehirn gelangen könnten. Zahlreiche Studien hätten auch die Schädigung von Spermien belegt. Tierarten wie Fledermäuse, Brieftauben und Bienen verlören unter dem Einfluss elektromagnetischer Felder teilweise ihre Orientierung.

Die Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung für elektromagnetische Felder gelten nach Auskunft des BUND-Experten lediglich für ortsfest installierte Sendeanlagen. Mobile Anwendungen überschritten diese Grenzwerte oft, einige Mobilfunk-Modelle überschritten sie sogar um bis zum Zehnfachen.

Gegen die Ausweitung des Behördenfunks und den Ausbau des LTE-Netzes findet heute in München eine Kundgebung von "Diagnose Funk" statt, die von Organisationen wie der Kompetenzinitiative, dem Institut für Baubiologie (IBN), der Stiftung für Kinder, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., der Interessengemeinschaft für gesunde Tiere, der Biohandelskette RAPUNZEL, dem Ökonetzwerk TAGWERK, dem BUND sowie von der Partei ÖDP und den Freien Wählern unterstützt wird.

Pressekontakt

Bernd Rainer Müller, BUND-Mobilfunkexperte, Tel. (0 52 32) 92 90 45, messtechnik@t-online.de bzw. presse@bund.net

Sebastian Schönauer, stellv. Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern, auf der Kundgebung in München/Odeonsplatz von 11.00 bis 15.00 Uhr vor Ort: Mobil: 01 74 / 8 88 28 80, sebastian.schoenauer@bund-naturschutz.de

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